Predigt vom 6.Sonntag im Jahreskreis von Pfr. Rupert Toferer, Filzmoos

Predigt vom 6. Sonntag im Jkr. A
Jesus spricht im heutigen Evangelium von der bleibenden Gültigkeit des Wortes Gottes: „Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, …“. Mit diesen Worten bekräftigt er, dass Gottes Gebote immer ihre Gültigkeit behalten. Das Wort Gottes wird nie altmodisch. Es wird nie von der Zeit überholt. Es spricht in jede Zeit das hinein, was Gott der Zeit sagen will.
Zur Zeit Jesu waren es besonders die Pharisäer, die ganz genau darauf geachtet haben nach den Geboten Gottes zu leben. Und trotzdem fordert Jesus seine Jünger auf die Pharisäer darin noch zu übertreffen: „Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen“. Die Pharisäer haben geglaubt, wenn sie den Buchstaben des Gesetzes genau erfüllen, dann seien sie gerechtfertigt, egal mit welcher inneren Gesinnung sie es tun. Jesus geht es nicht nur um eine äußere Erfüllung der Gesetze Gottes, sondern auch um die innere Haltung. Er sagt, dass die Übertretung der Gebote schon in den Gedanken geschieht.

Dazu gibt er im Evangelium einige Beispiele aus dem Alten Testament:
Er greift zuerst das fünfte Gebot auf: „Du sollst nicht töten, wer aber jemand tötet soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein“. Jesus macht deutlich, dass es bei diesem Gebot nicht nur um die äußere Tat einer Tötung geht, sondern dass es überhaupt um das Verhältnis der Menschen untereinander geht und er setzt für den Mitmenschen den Namen Bruder ein.  Wir haben alle Gott zum Vater, sind seine Kinder und untereinander Geschwister. Das Verhältnis zwischen den Menschen ist also die Brüderlichkeit und diese wird nicht erst durch den Mord, sondern bereits durch den Zorn zerstört.
Auch wer seinen Mitmenschen z. b. einen Dummkopf nennt, verstößt gegen die Brüderlichkeit. Oft wird den Menschen zu wenig bewusst was sie mit Worten alles aussagen: Wer einen Mitmenschen „gottloser Narr“ nennt, der sagt damit aus: Dieser Mensch gehört gar nicht zu uns, er ist ausgeschlossen von der Gemeinschaft mit Gott und den Menschen. Er ist für die Hölle bestimmt. Solche Worte sind bereits eine Form von Mord, sagt Jesus.

Zum rechten Verhältnis der Menschen untereinander, gehört auch das Wort Jesu von der Versöhnung: „Geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe“. Es passiert uns immer wieder im Leben, dass der Friede mit einem Menschen verlorengeht.
Wir sind zu schwach um nie einen Fehler zu machen im Umgang den Mitmenschen. Wie schnell kommt es durch ein unüberlegtes Wort oder einer vorschnellen Reaktion zu einer Verletzung im Herzen der Mitmenschen. So sind wir immer wieder auf die Vergebung von Gott und den Mitmenschen angewiesen. Im Gottesdienst feiern wir, dass Gott uns vergeben hat und wir empfangen sein Erbarmen und seinen Frieden. Wie können wir würdig Gottesdienst feiern, wenn es noch Menschen gibt, mit denen wir nicht versöhnt sind, wenn es noch Groll und Verbitterung gegenüber einen Menschen im Herzen gibt.  Verbitterung unterbricht die Verbindung mit Gott und hindert uns Gnaden von ihm zu empfangen. Um würdig Gottesdienst feiern zu können, braucht es die Versöhnung mit den Menschen.

Als weiteres Beispiel, dass sich der Mensch durch seine innere Gesinnung verfehlen kann, verweist  Jesus auch auf das sechste Gebot: „Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch begangen“. Jesus weist darauf hin, dass unsere Augen, unsere Hände und all unsere Glieder uns zum Bösen verleiten können. Wie viele Möglichkeiten bieten zum Beispiel der Fernseher und das Internet um Schlechtes in uns aufzunehmen. Jesus sagt sogar, dass wir eines unserer Glieder weggeben sollen, wenn es Ursache unserer schlechten Begierden und Gesinnungen wird. Damit will Jesus wohl sagen, dass wir mit größter Aufmerksamkeit darauf bedacht sein sollen wohin uns die Augen, die Hände, unsere Glieder führen. (meine persönliche Interpretation)

Liebe Brüder und Schwestern!
Ist es nicht eine Überforderung so zu leben, dass wir nicht einmal in Gedanken gegen die Gebote verstoßen? Mit unserer eigenen Kraft ist es nicht möglich. Für Gott ist alles möglich. Von Jesus haben wir gehört: Er ist gekommen nicht um das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfüllen. In seiner Person hat sich die ganze Heilige Schrift, der ganze Wille Gottes erfüllt. Er ist die Kraft auch für uns in Gedanken und in Taten die Gebote Gottes zu erfüllen. Wenn wir mit ihm verbunden bleiben und uns immer wieder von ihm reinigen lassen, dann wird mehr und mehr auch unser Inneres zum Guten verwandelt. Erst neulich hat mir jemand gesagt, wie sehr es eine Verwandlung in seinem Herzen gegeben hat. Vor zehn Jahren hat es ihm noch überhaupt nichts ausgemacht Schlechtes über andere zu sagen und jetzt ist es ihm ein Schmerz, wenn andere Schlechtes über Mitmenschen reden. Wenn wir nun Messe feiern glauben wir, dass Jesus mit seiner erlösenden Kraft in uns am Werk ist und uns zu einem befreiten und glücklichen Leben führen will. Dafür wollen wir ihm danken und ihn loben. Amen.

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