Lesungen und Predigt zum 7.Sonntag im Jahreskreis „A“ – 23. Feburar 2014

Lesungen

Predigt von Pfr.Rupert Toferer, Filzmoos, Salzburg

Das heutige Evangelium schließt sich unmittelbar an die Stelle an, die wir letzten Sonntag gehört haben. Jesus lässt uns in seiner Bergpredigt den tieferen Sinn der Gebote Gottes erkennen.

Die Gebote, die Mose von Gott empfangen hat, sind einerseits die Grundlage für das Leben in Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen. Sie sind das Fundament auf dem die menschliche Gesellschaft steht. Wenn einer den anderen töten darf, wenn jeder lügen darf, wenn Ehebruch erlaubt ist, wenn das Eigentum des anderen nicht mehr geachtet werden muss, dann ist das gemeinsame Leben nicht mehr möglich. Wir erleben heute wie sehr Wirtschaft und Politik brüchig geworden sind, weil sie das Fundament der Gebote Gottes verlassen haben.
Die Gebote Gottes sind dem Menschen ins Herz geschrieben, sie sind eigentlich das Normale, die Grundlagen die das Miteinander der Menschen regeln. Sie sind auch die Voraussetzung für den Eintritt in das Reich Gottes: „Wenn du das Leben erlangen willst, halte die Gebote!“ sagt Jesus zum reichen Jüngling.

In der Bergpredigt verkündet Jesus aber noch um eine größere Gerechtigkeit als einfach darauf zu achten wörtlich die Gebote zu erfüllen. Letzten Sonntag haben wir gehört, dass es bei den Geboten auch darum geht auf die innere Gesinnung zu achten, nicht einmal im Gedanken dem Mitmenschen böse zu sein, ihm nicht zürnen, ihn nicht mit Scheltworten benennen, den Verführungen der Augen, der Hände zu widersagen.
Im heutigen Evangelium gibt uns Jesus die Weisung sogar auf Vergeltung zu verzichten, den Menschen, die uns Böses tun, keinen Widerstand zu leisten, ihnen sogar noch Gutes zu tun, dass wir sogar zur Feindesliebe bereit sein sollen. Jesus gibt aber auch eine Begründung an für diese größere Gerechtigkeit, die er von seinen Jünger fordert. „Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures himmlischen Vaters werdet“.
Der Grund für diese größere Liebe, zu der wir bereit sein sollen, ist die Beziehung zum Vater. Wir sind dazu bestimmt Söhne und Töchter des himmlischen Vaters zu sein. So sollen wir ihm ähnlich werden, wie Kinder ihren Eltern nachgeraten. An unserem Verhalten sollen die Menschen erkennen, dass wir Kinder des himmlischen Vaters sind.
Wir sollen vollkommen sein, wie es unser himmlischer Vater ist. Seine Vollkommenheit zeigt sich darin, dass er nicht nur den Guten und Gerechten, die genau nach seinem Willen leben, Gutes tut, sondern  allen Menschen. Er „lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte“. Gott wartet nicht bis der Mensch heilig ist, um ihm Gutes zu tun. Er ist die Liebe. Er ist der gute Vater. Wie könnte er etwas tun, was nicht gut für den Menschen wäre? Auch wenn es ein Kreuz ist, das er dem Menschen zumutet, so doch nie mit der Absicht ihm Böses zu tun.

So sollen auch wir, nicht nur den Sympathischen Gutes tun, sondern auch jenen, die nicht gut sind zu uns. „Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten“.

Wie ist es möglich diese größere Liebe zu leben? Unsere menschliche Fähigkeit allein reicht dazu nicht aus. Im Laufe des Kirchenjahres werden uns immer wieder Menschen in Erinnerung gerufen, die fürchterlich misshandelt worden sind und ihren Feinden vergeben haben. Dazu hat sie die göttliche Kraft der Liebe befähigt.
Auch wir sind durch die Taufe mit dem Geist der göttlichen Liebe beschenkt worden. In der zweiten Lesung erinnert uns der heilige Apostel Paulus daran, dass wir Tempel Gottes sind und der Geist Gottes in uns wohnt. Wir müssen nur darauf achten, dass dieser Geist der göttlichen Liebe in uns lebendig bleibt, dass wir den Tempel Gottes nicht durch die Sünde zerstören. Jesus stärkt uns besonders in der heiligen Messe mit seiner göttlichen Liebe und er hilft uns auch auf den himmlischen Vater zu vertrauen.

Liebe Brüder und Schwestern!
Letztlich ist es das Vertrauen zum himmlischen Vater, das uns die Kraft gibt, dem der uns schlägt nicht zurückzuschlagen, dem der uns das Hemd wegnimmt, auch den Mantel zu geben und dem, der uns zwingt eine Meile mit ihm zu gehen, zwei Meilen mit ihm zu gehen. Wir leben im Vertrauen, dass der Vater für uns sorgt. Wenn es uns um seinen Willen geht, wird er uns alles geben, was wir brauchen. Der Grund für diese größere Liebe, die Jesus in der Bergpredigt verkündet, ist also diese kindliche Beziehung zum Vater indem wir uns ganz geborgen und gehalten wissen, indem wir uns loslassen dürfen. Amen.

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