Allgemein,  Kirche/Liturgie

Lesungen und Predigt zum 8.Sonntag im Jahreskreis „A“ – 2.März 2014

LINK  LESUNGEN

Predigt vom 8. Sonntag im Jk. A Mt 6,24-34 (Pfr. Rupert Toferer, Filzmoos)

Im Evangelium sagt Jesus, dass es nicht möglich ist zugleich Gott und dem Mammon zu dienen. Dem Mammon dienen heißt: Seine ganze Kraft einsetzen um Geld und Besitz zu erhalten und zu vermehren. Gott dienen heißt: Das tun was Sein Wille ist, auf ihn hören und ein Mensch der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens zu sein. Wenn jemand den Dienst am Mammon an die erste Stelle setzt, wenn seine Sorge nur den materiellen Dingen gilt, dann ist der Mammon der Herr in seinem Leben und der Dienst an Gott und dem Reich Gottes ist nicht mehr möglich.
Mit dem heutigen Evangelium möchte uns Jesus von zu großer Sorge um die irdischen Dinge befreien. Er will uns im Glauben stärken, dass der himmlische Vater für uns sorgt. Wir sollen nicht ängstlich um die Dinge dieser Welt besorgt sein, um Essen, Trinken, Kleidung und vieles andere. Jesus möchte uns von der Einstellung befreien, dass ich immer alles selber schaffen muss, dass ich mir selber alles geben muss, dass es niemand anderen gibt, der für mich sorgt und mir helfen kann.
Jeder von uns kann sich die Frage stellen: „Glaube ich, dass Gott ein Vater ist, der für mich sorgt?“ Lebe ich in Beziehung zum Vater? Tue ich etwas für die Beziehung zu meinem himmlischen Vater? Finde ich Zeit für die Stille, einfach einmal nur Dasein vor Gott und hören, was der Vater mir sagt oder renne ich schnell weg, weil eine andere Angelegenheit zu erledigen ist.
Bin ich bereit wenigstens am Sonntag zu hören, was der Vater mir durch das Evangelium sagt. Wenn wir im Evangelium auf Jesus hören, dann hören wir auf den Vater, denn Jesus hat gesagt: „Das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat“ (Joh 14,24).
Glaube ich, dass der Vater auch im Alltag da ist, in der Familie, im Beruf, in der Freizeit. Oder gibt es in meiner Vorstellung auch das „Schubladendenken“ wo alles sauber getrennt ist: In einer Lade ist Gott, in einer die Familie, in einer der Beruf usw.  Glaube ich, dass der Vater überall da ist, wo ich bin und für mich sorgen will? Denke ich an ihn, spreche ich mit ihm?
Jesus weist hin auf die Natur, auf die Vögel und auf die Blumen, um uns im Vertrauen auf den Vater zu stärken. „Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie“. Die Vögel sind selber nicht untätig. Sie tun was sie können. Sie fliegen hinaus, sie halten Ausschau nach Körnern oder Mücken, sie sammeln und fliegen wieder in ihr Nest zurück. Sie können aber nicht selber den Acker anbauen und Getreide wachsen lassen. Sie tun was sie können, das andere tut Gott für sie.
Oder auch die Lilie auf dem Feld, sie kann selber nur wenig tun, sie öffnet nur ihren Kelch und lässt den Tau und die Sonne herein, damit sie aufblüht. Was lernen wir daraus? (Aus einem Kommentar von P. Hans Buob SAC)
Vertrauen auf Gottes Vorsehung meint nicht untätig sein. Auch wir müssen tun, was wir selber tun können. Dazu hat Gott uns Fähigkeiten gegeben. Aber, wenn ich getan habe, was ich kann, was in meinen Kräften ist, dann darf ich vertrauen, dass Gott das andere tut. Ich brauche nicht das tun, was ich nicht tun kann, was mich überfordert. Das darf ich getrost Gott überlassen. Vor allem soll es uns zuerst um sein Reich und seinen Willen gehen, dann wird uns der Vater alles andere dazugeben.
Auch wenn wir betrachten wie viel wir in den Augen Gottes wert sind, können wir im Vertrauen wachsen. Jesus sagt: „Ihr seid viel mehr wert als die Vögel“. Die erste Lesung aus dem Buch Jesaia lässt uns erkennen wie viel wir Gott Wert sind, wenn es heißt: „Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst, wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht“. In Jesaia Kapitel 43 spricht Gott zu seinem Volk: „Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist und weil ich dich liebe, …“.
Liebe Brüder und Schwestern!
Möge uns die Botschaft des heutigen Evangeliums befreien von zu großer Sorge um die irdischen Dinge, von der Haltung alles selber machen zu müssen und uns stärken im Vertrauen dass Gott ein Vater ist, der für uns sorgt. Amen.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.