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Predigt zum Hochfest Petrus und Paulus (Pfr. Rupert Toferer, Filzmoos)

An diesem Tag feiern wir zwei Heilige, die eigentlich recht unterschiedlich waren, sowohl, was ihre Herkunft betrifft als auch ihr Charakter.

Simon Petrus ist ein galiläischer Fischer gewesen, ein einfacher Arbeiter. Er ist von Jesus in die Nachfolge gerufen und zum Menschenfischer gemacht worden.

Paulus, der früher Saulus geheißen hat, ist ein Intellektueller gewesen. Er war ein Schüler des Rabbi Gamaliels II. und hat die Heilige Schriften gründlich studiert. Er ist aus dem städtischen Bereich gekommen, aus Tarsus in Zilizien. Trotz dieser Unterschiede in der Herkunft und ihrem Temperament haben diese beiden Apostel vieles gemeinsam.

Beide sind sie direkt von Jesus in die Nachfolge gerufen worden, Petrus von Jesus als er auf Erden lebte, Paulus vom auferstandenen und verherrlichten Jesus. Wir sehen am Beispiel dieser Beiden, dass Jesus ganz unterschiedliche Menschen in seinen Dienst ruft. Er braucht einen Fischer, einen gewöhnlichen Arbeiter, und er braucht einen Studierten, und macht sie beide zu Aposteln. Wir sehen auch an Lebensgeschichten der Nachfolger Jesu, der Bischöfe oder Priester, wie unterschiedlich ihr Lebensweg und ihre Berufungsgeschichte sind.

So ist es auch mit den Mitarbeitern in den Pfarrgemeinden. Gott nimmt Menschen mit ganz unterschiedlichen beruflichen Tätigkeiten und Lebensgeschichten in seinen Dienst. Worauf es ankommt ist, dass der Mensch sich rufen lässt.

 Was Petrus und Paulus weiter gemeinsam haben, ist ihre Liebe zu Christus. Beide haben sie erkannt wie sehr sie von Jesus geliebt sind. Petrus durfte die Liebe Jesu spüren, nachdem er ihn dreimal verleugnet hat, dass ihn Jesus wieder in seinen Dienst genommen hat. Paulus durfte die Liebe Jesu spüren als er ihm vor Damaskus erschienen ist. Obwohl er vorher Christus verfolgt hat, hat ihn Jesus zu seinem Werkzeug gemacht. Beide durften sie das Erbarmen Jesu, seine vergebende Liebe erfahren.

„Die Liebe Christi drängt mich“, sagt der Apostel Paulus. Die Erkenntnis wie sehr er von Christus geliebt ist, der sich für ihn hingegeben hat,

hat Paulus bewegt seine ganze Kraft als Apostel einzusetzen. Die Liebe zu Christus ist letztlich die Voraussetzung für die Aufgabe Apostel zu sein. Dreimal wird Petrus gefragt: „Liebst du mich!“ Dreimal bestätigt er seine Liebe zu Jesus und bekommt auf jede Liebeszusage den Auftrag: „Weide meine Lämmer“. Der Einsatz der Apostel für Jesus ist eine Antwort auf die unendliche Liebe, mit der sie von ihm geliebt sind. Auch unser Einsatz und unsere Tätigkeit im Weinberg Gottes ist eine Antwort auf die Liebe Christi zu uns. Niemals darf eine andere rein weltliche Motivation sein.

 Eine weitere Gemeinsamkeit der beiden Apostel ist ihr Vertrauen auf die Kraft Gottes. Sie haben nicht auf sich selber vertraut, denn sie haben ja ihre eigene Schwäche erfahren. Ihre Kraft war das Vertrauen auf Jesus, ihr Vertrauen, dass Jesus stark ist. Wie oft hat sie ihre mutige Verkündigung in Lebensgefahr gebracht und wie oft sind sie durch Gottes Kraft gerettet worden.

Von Petrus ist berichtet, dass er von Herodes ins Gefängnis geworfen worden ist und mit zwei Ketten gefesselt zwischen zwei Soldaten schlafen musste, also in einer aussichtlosen Situation gewesen ist. Da heißt es: „Die Gemeinde aber betete inständig für ihn zu Gott“. Und ihr Gebet ist erhört worden. Auf wunderbare Weise ist Petrus von einem Engel befreit worden. Auch wir sollen unsere Kraft auf Gott setzen. Wir tun das, wenn wir das seelsorgliche Wirken in der Pfarrgemeinde mit dem Gebet begleiten. Mit rein menschlicher Kraft kann es nicht zu einer Erneuerung des Glaubens kommen.

 Liebe Brüder und Schwester.

Am Lebensbeispiel unserer beiden Pfarrpatrone dürfen wir erkennen, dass Gott Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten und Begabungen in seinen Dienst ruft. Wir dürfen erkennen, dass die Liebe zu Jesus die treibende Kraft für die Arbeiter in seinem Weinberg ist und sie auch stärkt ihr Kreuz zu tragen.

Wir dürfen auch erkennen, dass wir nicht selber stark sein müssen, sondern, dass Gott durch uns wirkt und großes vollbringen möchte. Bitten wir die heiligen Apostel Petrus und Paulus, dass sich Menschen in den Dienst Jesu rufen lassen und dass sie ganz offen sind für das, was er durch sie wirken möchte. Amen.

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