Kirche/Liturgie

Predigt zum 14. Sonntag im Jkr. A – Pfr. Rupert Toferer, Filzmoos

Im Evangelium spricht Jesus die Einladung aus: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“. Das sind Worte, für die wir besonders jetzt am Beginn der Ferien und Urlaubszeit empfänglich sind. Alle suchen wir Befreiung von Lasten, Erholung und Ruhe.
Von welchen Lasten ist im Evangelium die Rede, von denen Jesus sie erlösen möchte? Gemeint ist hier die Last, die den Menschen durch das Gesetz aufgelegt worden ist. Die Schriftgelehrten haben den Menschen Lasten aufgelegt, die sie nicht tragen konnten. Insgesamt hat es 613 Gesetze, Gebote und Verbote gegeben. Es war für die Menschen nicht einmal möglich alle Gesetze zu kennen, geschweige denn sie alle einzuhalten. Das Volk ist belehrt worden, dass die Gesetze dazu gegeben worden sind, um sie alle einzuhalten und so gerettet zu werden. Das trifft aber nicht den vollen Sinn des gottgegebenen Gesetzes.
Das Gesetz wollte etwas anderes erreichen. Es sollte den Menschen aufzeigen, dass er ein Sünder ist, dass er nicht imstande ist das zu tun was Gott von ihm erwartet. „Durch das Gesetz kommt es zur Erkenntnis der Sünde“, sagt der heilige Apostel Paulus im Römerbrief (3,20). Es führt zu der Einsicht: Mit rein menschlicher Kraft können wir es nicht schaffen dem Willen Gottes in allem zu entsprechen. Wir brauchen einen Erlöser. Das  Joch des Gesetzes war also für den Menschen viel zu schwer, weil er noch nicht erlöst war.

Jesus sagt: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir … Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht“.  Wenn wir das Wort „Joch“ hören, dann denken wir an die Tiere, die es früher bei der Arbeit auf dem Feld getragen haben. Es war aber nicht nur etwas, das sie zu Arbeit eingespannt hat, sondern das Joch war ihnen auch eine Hilfe, es hat ihnen die Arbeit erleichtert, weil es die Lasten gleichmäßig verteilt hat.

Wenn Jesus von seinem Joch spricht, dann möchte er uns sagen, dass sein Joch uns erst fähig macht unsere Arbeit zu tun.
Sein Joch erleichtert unsere Arbeit. Sein Joch hilft tragen, hilft zu erfüllen. Jesus hilft uns mit seiner Gnade, mit seinem Geist den Willen Gottes zu erkennen und zu erfüllen.

Das Gesetz ohne die Gnade überfordert den Menschen. In unserer Zeit ist es oft der Mensch selber, der sich überfordert, der sich Lasten auferlegt, die er nicht auf Dauer tragen kann. Der Mensch empfindet sich oft nur wertvoll, wenn er ständig tätig ist und etwas leistet. Es gibt so viele Bereiche im Leben, in denen sich der Mensch verlieren und an den Rand des Burnouts kommen kann.

Es braucht immer wieder die Kraft sich durchzuringen für die Verbindung mit Gott, für das persönliche Gebet und für das Gebet in der Gemeinschaft. Oft ist es nur ein stilles Ausharren, Verweilen in der Gegenwart des Herrn, um innerlich ruhig zu werden. Im Gebet schenkt Jesus auch die Einsicht  welche Tätigkeiten im alltäglichen Leben der Wille Gottes sind und welche Tätigkeiten selbst auferlegte Lasten sind. Er schützt uns vor Überforderung. Unser selbst auferlegtes Joch überfordert uns. Sein Joch drückt nicht, seine Last ist leicht.

Liebe Brüder und Schwestern!
Möge es uns in der Hektik unserer Zeit immer wieder gelingen der Einladung Jesu zu folgen: „Kommt alle zu mir die ihr Euch plagt und schwere Lasten z tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“. Amen.

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