Kirche/Liturgie

Predigt vom 15. Sonntag Jkr. A 2014 (Pfr. Rupert Toferer)

(gedanklich angeregt durch P. Hans Buob SAC, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelium A, S 275-284)

Im Evangelium haben wir das Gleichnis vom Sämann gehört. Jesus erklärt in diesem Evangelium auch was das Gleichnis vom Sämann bedeutet. Er hält sozusagen selber die Predigt, die Auslegung seiner Worte.
Das Gleichnis spricht einerseits vom Samen, den der Sämann ausstreut, und andererseits von der Beschaffenheit des Ackers. Der Same ist das Wort vom Reich Gottes, das Jesus spricht. Der Acker ist das Herz des Menschen, in das das Wort Gottes gesät wird.

Das Gleichnis sagt etwas aus über dem Samen, über das Wort Gottes. Wie im Samen die Kraft ist aufzugehen und fruchtbar zu werden, so hat auch das Wort Gottes die Kraft wirksam zu sein und gute Früchte hervorzubringen. Von diesem Wort, das Seinen Mund verlässt, spricht Gott in der ersten Lesung: „Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt was ich will und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe“.

Das Evangelium spricht aber besonders darüber, dass der Same nicht immer auf fruchtbaren Boden fällt.
Das Herz des Menschen kann sein wie der Weg. der Weg ist harter Boden, niedergetretene Erde. Das sind die Menschen, die das Wort Gottes nicht an sich herankommen lassen. In diesen Herzen ist nicht einmal die Bereitschaft da das Wort Gottes verstehen zu wollen. Diese Haltung kann sogar bei Gläubigen da sein, die Sonntag für Sonntag den Gottesdienst mitfeiern. Sogar bei treuen Kirchengehern kann es sein, dass sie das Evangelium hören und sich dabei denken: „Ach, das kenn ich schon“. und sie hören gar nicht mehr hin. Sie fragen nicht: „Was will Jesus mir heute sagen?“ Da bleibt das Wort auf der Oberfläche.

Das Herz kann auch wie ein felsiger Boden sein. Der Same wird vom felsigen Boden sehr schnell aufgenommen. Weil die Steine warm sind kann er schnell aufgehen und wachsen. Aber in der Tageshitze verdorrt die aufgehende Saat. Es sind keine Wurzeln da, die in die Tiefe gehen. Hier sind die Menschen gemeint, die das Wort Gottes nicht voll aufnehmen. Sie sind schnell begeistert, aber gleich ist wieder alles vorbei. Es fehlt das Handeln nach dem Wort Gottes. Nur das Tun des Wortes führt in die Tiefe und lässt Wurzeln im Glauben wachsen.

Das Herz kann auch ein Acker sein auf dem Dornen und Unkraut wachsen, sodass die aufgehende Saat erstickt. Das sind die Sorgen des Alltags, die den Menschen beunruhigen und quälen. Das sind auch die Belastungen, denen der Mensch im Leben ausgesetzt ist. Gemeint sind auch Belastungen, die sich der Mensch selber auferlegt, zum Beispiel durch Anhäufung von Geld und Besitz. So ist er innerlich gebunden und nicht frei für das Wort Gottes.

Schließlich fällt ein Teil der Körner auf guten Boden und bringt Frucht. Das sind die Menschen, die offen sind für das Wort Gottes, die aufmerksam auf das Wort hinhorchen und es ins Herz einlassen. Es sind Menschen, die das Wort in den Alltag hinein mitnehmen und versuchen es auch zu leben.

Jesus spricht die Ermahnung aus: „Wer Ohren hat, der höre!“ Alle haben wir Ohren, aber nicht alle hören. Es gibt die Verstockung, die Verhärtung des Herzens. Sie entsteht, wenn der Mensch nicht hören will. Das Wort wird überall auf der Welt verkündet aber man nimmt es nicht auf. Es wird abgetan oder gar lächerlich gemacht.
Hören ist also immer auch eine bewusste Entscheidung des Menschen. Ich muss hören wollen. Ich muss selber entscheiden nach dem Wort Gottes zu leben.

Jesus sagt: Selig, die das Wort Gottes hören und es im Herzen bewahren. Das trifft vor allem für die Gottesmutter zu. Sie ist am meisten offen gewesen für den Willen Gottes. Ihr Ja zum Wort Gottes ist uns allen zum Segen geworden. Möge sie uns eine große Offenheit für das Wort Gottes erbitten.
Möge sie uns helfen ja zu sagen zum Wort Gottes, sodass es reichlich Frucht bringt in unserem leben und auch wir zum Segen für viele Menschen werden. Amen.

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