Kirche/Liturgie

Predigt vom 17. Sonntag im Jkr. A (Pfr. Rupert Toferer, Filzmoos)

Predigt vom 17. Sonntag im Jkr. A (Pfr. Rupert Toferer)

Im Evangelium haben wir das Gleichnis vom Schatz im Acker gehört, den ein Mann entdeckt hat. Er hat ihn nicht gesucht. Er hat ihn entdeckt. Es ist wohl von einem Tagelöhner die Rede, der seine Arbeit verrichtet auf dem Acker, der nicht ihm gehört. Bei der Arbeit entdeckt er den Schatz, der im Acker vergraben ist.
Jesus spricht in Gleichnissen zu uns, in Bildern aus der Natur. Worte können ihre Bedeutung verändern. Bilder haben eine zeitlose, unveränderliche Aussage. Der Schatz ist das Himmelreich, ist Gott selber, der im Leben des Menschen gegenwärtig ist und wirkt. Der Acker steht für das Herz des Menschen oder auch für die Welt, wie wir es an den vergangenen Sonntagen gehört haben.

Im Gleichnis vom Sämann hat es geheißen: Der Acker ist das Herz. Im Herzen sollen wir den Schatz unseres Lebens entdecken. Im Herzen sollen wir Gott entdecken, die Fülle unseres Lebens. Es braucht manchmal viel Zeit bis ein Mensch erkennt, dass in seinem Inneren der wahre Schatz begraben ist. Vom heiligen Augustinus ist berichtet, dass er zuerst lange das Glück seines Lebens in den sichtbaren, geschaffenen Dingen der Welt gesucht hat, bis er dann erkannt hat, dass in seinem Inneren der wahre Schatz verborgen ist, der seine Sehnsucht nach Leben erfüllen konnte.

Von dem Mann, der den Schatz entdeckt hat, heißt es im Gleichnis, dass er alles verkaufte, was er hat, um den Acker zu kaufen. Um den wahren Schatz zu erhalten, ist es notwendig sich von allem zu befreien, was das Herz an irdische Dinge bindet. Der Blick richtet sich dabei nicht auf den Verzicht, sondern auf den größeren Wert, den ein Mensch entdeckt. Er verkauft alles, gibt alles weg und erhält etwas unendlich Größeres. Er hat einen Wert entdeckt, der ihn anzieht und der ihn erfüllt. Auch bei uns soll es so sein, dass uns die Beziehung zu Jesus und der Dienst im Reich Gottes, Menschen für Jesus zu gewinnen, erfüllt und wir gern bereit sind anderes, irdisches abzugeben. (Vgl. P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, A, S. 299)

Im Gleichnis vom Unkraut, das wir letzten Sonntag gehört haben, ist der Acker die Welt. Der Same sind die Söhne des Reiches Gottes, die der Herr in die Welt aussendet. Es sind die Menschen, die offen sind für das Wort Gottes, die es aufmerksam hören und auch tun. Es sind die Menschen, in denen sich das Reich Gottes entfalten konnte. So dürfen wir besonders auch in unseren Mitmenschen, in denen das Wirken Gottes gute Früchte bringt, den Schatz oder die kostbare Perle entdecken. Bei einem Besuch in einem Seniorenheim hat mir eine Bewohnerin über eine andere gesagt, dass sie ein Schatz für ihr Leben ist. Um diesen Schatz, der uns durch die Mitmenschen gegeben ist, zu erhalten und zu bewahren, ist es auch notwendig eigene, irdische Interessen zurückzustellen und sich diesem Schatz zuzuwenden.

Liebe Brüder und Schwestern!
Möge es uns gelingen den wahren Schatz zu entdecken, der in unserm Herzen gegenwärtig ist: Gott selber, die Fülle des Lebens, die Liebe, die Freude und der Friede. Möge es uns gelingen auch in unseren Mitmenschen den gottgewirkten Schatz zu entdecken, den er uns zur Seite stellt. Mögen wir selber ganz offen sein für das Wirken Gottes, der auch uns zu einem wertvollen Schatz und zu einer kostbaren Perle formt. Amen.

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