Allgemein,  Kirche/Liturgie

Predigt vom 28. Sonntag Lj A (Pfr. Rupert Toferer; Gedanklich angeregt durch P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien Lj A, S. 364-373)

Die ablehnende ja feindselige Haltung der Pharisäer und Schriftgelehrten gegenüber Jesus hat den Herrn veranlasst dieses Gleichnis zu sprechen, in dem ernste Worte enthalten sind.

Der König schickt seine Diener aus, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Mit diesen eingeladenen Gästen ist das Volk des Alten Bundes gemeint, zu dem auch die Hohen Priester und Ältesten gehören. Sie sind schon lange vor der Hochzeit des Sohnes von Gott eingeladen worden. Gott hat sie auserwählt, die Ankunft seines Sohnes vorzubereiten. Die Menschwerdung des Sohnes Gottes ist die Hochzeit, die Gott den Menschen bereitet hat. Jetzt aber als der Messias da ist, also das Mahl bereitet ist, lehnen sie die Einladung ab.

Der König gibt nun seinen Dienern den Auftrag auf die Strassen hinauszugehen und alle, die ihnen begegnen zur Hochzeit einzuladen. Da sich also die Eingeladenen nicht für würdig erwiesen haben, ergeht nun die Einladung an alle Menschen der Erde, an Böse und Gute. Durch die Hochzeit des Sohnes wird allen Menschen die Tür zum ewigen Heil geöffnet, Sündern und Heiden, auch jenen, die überhaupt nicht damit gerechnet haben. Jesus ist gekommen die Sünder zu berufen, nicht die Gerechten (vgl. Mt 9,13).

Jesus hat am Kreuz seinen Leib für uns hingegeben und sich so die Kirche, das Volk des neuen Bundes, als seine Braut erworben. Der Vater hat bereits seinen Sohn mit der Kirche vermählt und die Hochzeit gefeiert, die einmal im Himmel zur Vollendung kommen wird. Durch die Taufe sind wir bereits zu dieser Hochzeit eingeladen. Wir sind aufgenommen in das Volk des Neuen Bundes. Wir sind berufen an der Hochzeit des Sohnes, das heißt am Leben der Kirche teilzunehmen.

Die Hochzeit ist in der Bibel ein Bild für die Fülle des Lebens, ein Ereignis an dem nichts fehlt: beste Speisen und Getränke, Gemeinschaft der Liebe, Freude und Glück.

Obwohl wir durch die Taufe bereits zur Hochzeit des Sohnes eingeladen sind, ergeht an uns immer wieder der Ruf: „Kommt zur Hochzeit“. Wir werden gerufen am Leben der Kirche teilzunehmen.

Die Glocken rufen uns zur heiligen Messe in der sich Jesus uns zur Speise schenkt und unser christliches Leben stärkt.

Wir werden gerufen an einem Bibelabend teilzunehmen, an dem uns der Herr durch sein Wort Nahrung schenkt.

Wir werden gerufen zum gemeinsamen Gebet in der Kirche in dem sich Christus mit uns verbindet und uns mit seinem Geist erfüllt.

Wir werden gerufen, besonders auch durch Papst Franziskus, die Beichte wieder neu zu entdecken, in der Jesus unsere Seele reinigt und uns von Lasten befreit.

Wir werden zu einem bedürftigen Menschen gerufen in dem wir Christus begegnen, der uns im Dienst an ihm mit Freude erfüllt.

Immer ist es eine Einladung zur Hochzeit des Sohnes, die uns neue Lebensfülle schenkt.

Folgen wir der Einladung oder stehen die irdischen Interessen an höherer Stelle? Haben wir Ausreden?

Im Evangelium heißt es am Schluss, dass der König durch den Hochzeitssaal geht und einen Gast bemerkt, der kein Hochzeitsgewand anhat. Wie soll er ein Hochzeitsgewand anhaben, wenn er direkt von der Straße in den Hochzeitssaal gerufen worden wird? Die anderen sind auch von der Straße gerufen worden und haben doch ein Hochzeitsgewand an. Es sind jene, die sich auch für die Hochzeit entschieden haben. Der andere kommt scheinbar herein ohne sich für die Hochzeit entschieden zu haben.

Liebe Brüder und Schwestern!

Durch die Taufe sind wir eingeladen. Aber es geht auch darum sich für Christus zu entscheiden. Er möchte uns mit seiner Gnade zu Menschen der Wahrheit und der Liebe verwandeln und uns so mit dem himmlischen Hochzeitsgewand bekleiden. Amen.

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