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Predigt zum Christkönigsonntag (Pfr. Rupert Toferer, Kössen)

Wir verehren Jesus als unseren König. Mit dem Titel Königverbinden wir nicht nur gute Eigenschaften. Wie oft ist es Königen darum gegangen Reichtum anzuhäufen, Macht zu zeigen, Gewalt anzuwenden, … Das ist nicht das echte Königtum und jedes dieser Reiche ist wieder untergegangen.

In Jesus ist das wahre Königtum, das Königtum Gottes, sichtbar geworden. Die Lesung aus dem Buch Ezechiel vergleicht das Königtum Gottes mit dem Hirtendienst. Unser König Jesus ist der gute Hirte, der sich um seine Schafe kümmert, dem jedes einzelne Schäflein wichtig ist, der die Verlorengegangenen sucht und sie wieder zur Herde zurückbringt, der die Verletzten verbindet, die Schwachen kräftigt und die Fetten und Starken behütet. Wir sehen in Jesus das Königtum, dem es ganz um das Volk geht. In Jesus sehen wir sogar den König, der bereit ist sein eigenes Leben hinzugeben, um sein Volk zu schützen und es vom Bösen zu befreien. Seine Macht ist die Liebe.

 Als Getaufte sind wir Kinder dieses Königs. Durch die Salbung mit dem Heiligen Geist haben wir Anteil am Königtum Christi. In unsrem Leben soll sichtbar werden, dass Jesus unser König ist. Das heißt, es soll die Liebe sichtbar werden. Die Liebe soll die Motivation für all unser Handeln sein. Es geht um die echte Liebe. Sie unterscheidet sich von einer Liebe, die dem anderen deshalb Gutes tut, um etwas für sich zu gewinnen, oder deshalb Gutes tut, um es anschließend in die Zeitung zu geben, damit alle davon erfahren. Bei den Taten der Liebe kommt es auf die innere Gesinnung an. Die echte Liebe ist dort, wo es mir wirklich um den anderen geht, wo ich mich verschenke und ihm zu Hilfe komme. (Vgl. P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj A, S 409)

 Im Evangelium haben wir gehört, dass Jesus im Glanz seiner Herrlichkeit wiederkommen und als Richter auf dem Thron seiner Herrlichkeit Platz nehmen wird. Der Vater hat ihm das Gericht über die ganze Menschheit gegeben.

Angesichts der Herrlichkeit, die bei seinem Kommen aufstrahlt, wird jeder Mensch zutiefst erkennen aus welcher Gesinnung er gelebt hat. Im Licht seiner Herrlichkeit wird jeder Mensch erkennen ob er in einer egoistischen, selbstsüchtigen oder den anderen missbrauchenden Gesinnung gelebt hat, oder in der echten Gesinnung der Liebe. (Vgl. P. Hans Buob, S 411) Es wird offenbar, ob es uns wirklich um die anderen gegangen ist, um die Menschen in den verschiedenen leiblichen und seelischen Nöten, in denen Jesus uns selber begegnet. „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“.

 Liebe Brüder und Schwestern! Liebe Musikanten und Musikantinnen!

Wir feiern heute das wahre Königtum, in dem die Liebe herrscht. Wir feiern Jesus als unseren König, dem es ganz um uns geht. Wir feiern heute auch die heilige Cäcilia. Sie hat Jesus als den wahren König ihres Lebens erkannt und hat für ihn ihr Leben hingegeben. Als Patronin der Kirchenmusik will sie uns vom Himmel herab sagen, dass niemand würdiger ist mit unseren Liedern und Instrumenten gelobt zu werden als unser König Jesus Christus. Ein Lied von Michael Siebald bringt das zum Ausdruck: „Lasst die Herren dieser Welt euch doch niemals zwingen, nur für sie zu singen! Singt das Lied der Lieder von dem Herrn der Herren. Gebt ihm eure schönsten Melodien. Singt es immer wieder, spielt es ihm zu Ehren. Gebt das Beste, was ihr habt, für ihn“. Amen.

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