Allgemein

Predigt zum 7. Sonntag der Osterzeit, Lj C (Pfarrer Rupert Toferer, Kössen-Schwendt)

Im Katechismus heißt es, dass dem Menschen ein Verlangen nach Gott ins Herz geschrieben ist.

Der Mensch ist berufen in Gemeinschaft mit Gott zu leben. Zu dieser Gemeinschaft mit Gott ist er schon von seinem Ursprung her eingeladen. Denn er existiert nämlich nur, weil er von Gott aus Liebe geschaffen und aus Liebe erhalten wird. Der Mensch kann jedoch diese Verbindung mit Gott vergessen oder bewusst zurückweisen. Doch Gott hört nicht auf den Menschen zu rufen, damit er ihn suche. Denn der Mensch kann sein Glück nur finden, wenn er danach strebt in Gemeinschaft mit Gott zu treten und mit ihm in Freundschaft verbunden zu bleiben.

 

Der heilige Apostel Johannes verwendet für dieses Leben in Gemeinschaft mit Gott die Worte: „In Gott bleiben“ und „Gott bleibt in uns“. Und der gibt zwei einfache Hinweise wie dieses Ziel erreicht werden kann. Wir bleiben in Gott und Gott in uns, wenn wir bekennen, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist. Wir bleiben in Gott und er in uns, wenn wir einander lieben.

Wir dürfen unser Bekenntnis zu Jesus nicht verstecken. Wie können wir im Leben zeigen, dass wir Jesus als Sohn Gottes bekennen.

Wer gerne auf das Wort Gottes hört, bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Wer sein Leben nach dem Wort Gottes ausrichtet, bekennt, dass Jesus Gott ist, dass seine Worte Gottes Worte sind, dass seine Worte Wahrheit sind für unser Leben.

Jesus betet für seine Jünger zu seinem Vater im Himmel mit den Worten: „Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit“. Er betet, dass es seinen Jünger gelingt nach dem Wort Gottes zu leben. Wer also das Evangelium ernst nimmt, bekennt dass Jesus der Sohn Gottes ist.

Wer treu und andächtig die heilige Messe mitfeiert, bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Er bekennt, dass Jesus gegenwärtig ist im Sakrament der Eucharistie. Er hält fest an dem was Jesus beim Letzten Abendmahl getan hat, dass er Brot und Wein in seinen Leib und sein Blut verwandelt und den Auftrag gegeben hat:

„Tut dies zu meinem Gedächtnis“. Die gläubige Mitfeier der heiligen Messe ist ein öffentliches Bekenntnis der Christen, dass Jesus der Sohn Gottes ist.

Wenn wir nächste Woche am Pfingstfest Sonntag und Montag Anbetungstage halten, dann haben wir auch die Möglichkeit, zu bekennen, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Wer der Einladung zur Anbetung folgt, bekennt durch seine Anwesenheit, dass Jesus im Allerheiligsten Sakrament als Gott und Mensch gegenwärtig ist. Er bekennt, dass in der ausgesetzten Hostie Gott da ist, der selber einlädt zu ihm zu kommen und bei ihm aufzutanken. Nicht selten sagt jemand, er glaubt an Jesus, er denkt auch an Jesus, aber er brauche dafür nicht Zeit in der Kirche zu verbringen und nicht zu tun was Jesus gesagt hat. Jeder Gedanke an Jesus ist natürlich Ausdruck des Glaubens an ihn. Aber das Bekenntnis zu Jesus ist nicht etwas rein Gedankliches, es betrifft den ganzen Menschen, sein ganzes Tun.

Wir bleiben in Gott und Gott bleibt in uns, wenn wir einander lieben. Auch die Liebe zu den Mitmenschen ist nicht etwas rein Gedankliches, sie zeigt sich in Taten. „Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit“, sagt der heilige Johannes. Vor allem das Teilen mit dem was wir haben ist Ausdruck der gelebten Liebe. Liebe will, dass auch der andere das hat, was er zum Leben braucht. So ist die gelebte Liebe zu den Menschen immer auch ein Beitrag Einheit unter den Menschen zu wirken. Johannes begründet das Gebot der Nächstenliebe mit dem Verweis auf die Liebe Gottes zu uns. Wenn Gott uns so geliebt hat, wenn er seinen Sohn für uns hingegeben hat zur Sühne für unsere Sünden, dann müssen auch wir einander lieben.

Liebe Brüder und Schwestern!

In unserem Herzen ist das Verlangen nach Gott. Möge uns die heutige Lesung ermutigen mit unserem Leben Jesus als Sohn Gottes zu bekennen und die Liebe zueinander in Taten zu zeigen umso in der Gemeinschaft mit Gott zu bleiben, der das wahre Glück für unser Leben ist. Amen.

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