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Predigt vom 10. Sonntag im Lj. B 2015 (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt)

In der ersten Lesung aus dem Buch Genesis haben wir von den Folgen gehört, die der Sündenfall des Menschen mit sich gebracht hat.

Eine erste Folge war, dass die Einheit zwischen Gott und den Menschen verlorengegangen ist. Die Freundschaft der Menschen mit Gott hat einen schweren Bruch erlitten. Der Mensch, der zuvor in vertrauter Beziehung zu Gott stand, versteckt sich nun vor ihm. Wir sehen, dass die Sünde eine Absonderung von Gott mit sich gebracht hat.

Aber auch wenn der Mensch die Gemeinschaft mit Gott verlässt, verlässt Gott ihn nicht. Die Sünde des Menschen kann nicht bewirken, dass sich Gott vom Menschen abwendet. Gott hört nicht auf den Menschen in seine Gemeinschaft zu rufen. Der Ruf Gottes „Adam, wo bist du?“ drückt das Verlangen Gottes aus, mit dem Menschen in Freundschaft verbunden zu sein.

Gott geht den Menschen nach und bietet ihm alle Hilfe an wieder in seine Gemeinschaft zurückzufinden. Noch im Paradies kündet er mit den Worten, die er zur Schlange spricht, den Erlöser an: „Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du triffst ich an der Ferse“. In dieser Frau am Anfang der Schöpfung dürfen wir bereits Maria sehen und in ihren Nachkommen Jesus. Gott selbst wird uns aus Maria den schenken, der die Menschen erlöst und wieder in die Gemeinschaft mit ihm zurückführt.

In der 2. Lesung geht es um diesen Glauben an Jesus durch den uns Gott ewige Gemeinschaft mit ihm ermöglicht. Für den Apostel Paulus ist dieser Glaube zu einer festen Gewissheit geworden, wenn er sagt: „Wir wissen: dass der, welcher Jesus auferweckt hat, auch uns mit Jesus […] auferwecken wird“. Wir alle erfahren, dass unser Leben gebrechlich ist, und wir werden ständig mit der Wirklichkeit des Todes konfrontiert. Und da ist uns durch den Glauben an Jesus ein fester Halt gegeben. Ähnlich wie ein Gleitschirm die Paragleiter bis zu den Wolken hinaufträgt und sie nicht herunterfallen lässt, so ist es der Glaube, der uns im Leben trägt.

Paulus sagt, dass er den Geist des Glaubens empfangen hat. Der Heilige Geist hat ihm einen so starken Glauben geschenkt, den er nicht für sich behalten kann und ihn weitergeben muss: „Ich habe geglaubt, und darum rede ich.

Der Glaube an Jesus Christus, der ein so großes Ziel verspricht, will auch unser Schweigen durchbrechen. Er will auch uns zum Reden drängen. Es ist der Glaube, der uns auch im Gottesdienst bewegt unseren Mund aufzutun und Gott zu loben. Wir spüren etwas von der Lebendigkeit des Glaubens, wenn im Gottesdienst die Antworten und Gebete mitgesprochen und die Lieder mitgesungen werden.

Im Evangelium haben wir von Menschen gehört, die nicht an Jesus glauben, die sagen, dass er vom Teufel besessen ist und mit Hilfe des Anführers der Dämonen die Dämonen austreibt. Sie glauben nicht, dass er Gottes Sohn ist und in ihm der Heilige Geist wirkt. Sie glauben nicht, dass in Jesus das Reich Gottes zu uns gekommen ist, indem uns Heilung und Befreiung angeboten ist. Auch seine Angehörigen tun sich schwer an ihn zu glauben und halten ihn sogar für verrückt. Und als ihm gemeldet wird, dass seine Mutter und seine Brüder vor dem Haus stehen, hat er ihnen erwidert, dass alle seine Mutter und seine Brüder sind, die den Willen Gottes erfüllen.

An Jesus glauben und mit ihm verbunden zu sein, heißt nicht nur ihn mit dem Mund zu bekennen, sondern auch zu tun was er gesagt hat. Jeder, der den Willen Gottes erfüllt, gehört zu den Verwandten Jesu. Diesen Willen erfüllen heißt, den eigenen Willen immer mehr mit dem Willen Gottes in Einklang zu bringen. Und da kann es uns auch gehen wie dem Herrn, dass uns die Menschen nicht immer verstehen und nicht immer zu uns halten.

Liebe Brüder und Schwestern!

Erbitten wir für uns selber und besonders auch für die Firmlinge den Geist des Glaubens, der uns erkennen lässt zu welch hohem Ziel wir berufen sind und der uns drängt durch unser Reden und Tun diesen Glauben weiterzugeben. Amen.

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