Kirche/Liturgie

Predigt vom 13. Sonntag im Jkr, Lj. B (Pfr. Rupert Toferer; Inhaltlich angeregt durch P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj. B, S 259 – 265)

Im Evangelium haben wir gehört, dass Menschen aufgrund ihres Glaubens eine große Hilfe in der Not empfangen haben.

Zur Frau, die 12 Jahre an einer unheilbaren Blutung gelitten hat, sagt Jesus: „Dein Glaube hat dir geholfen“. Wir sehen, dass der Glaube die Kraft ist Gottes heilendes Wirken zu erlangen. Das Evangelium lässt uns erkennen, dass der Glaube Voraussetzung ist, damit Gott an uns handeln kann.
Der Glaube ist ein Geschenk Gottes, das wir bei der Taufe empfangen haben. Mit dem Samenkorn des Glaubens, das Gott bei der Taufe in uns eingesenkt hat, ist es aber so, dass es sich noch entfalten und wachsen muss. Bei der blutflüssigen Frau im Evangelium ist dieses Samenkorn zu einem ganz starken Glauben herangewachsen. Sie ist fest davon überzeugt gewesen, dass in Jesus Gott da ist und hat sich gesagt: „Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt“.

Beim Synagogenvorsteher Jairus sehen wir, dass er auch an Jesus glaubte, dass aber sein Glaube noch wachsen musste. Er verlangte von Jesus, dass er mit ihm geht und in sein Haus kommt und dort seine Tochter heilt. Der Glaube, dass Jesus auch mit einem Wort aus der Ferne seine Tochter hätte heilen können, ist noch nicht dagewesen. Jesus geht mit ihm und stärkt auf dem Weg seinen Glauben. Wir sehen an diesem Beispiel oder auch am Beispiel des Apostels Thomas wie Jesus auf den Einzelnen eingeht und ihm hilft im Glauben zu wachsen.
Auf dem Weg zum Haus des Jairus wird Jesus aufgehalten von dieser kranken Frau, die an Blutungen gelitten hat. Man könnte Jairus verstehen, wenn er jetzt gesagt hätte: „Jesus, lass dich nicht aufhalten, mach schnell, mein Kind stirbt“. Jairus aber schweigt.

Es gibt auch viele Dinge in unserem Leben bei denen wir meinen Gott muss sofort handeln und wir können oft nicht verstehen warum er sich Zeit lässt und nichts tut. Gott lässt uns manchmal warten, damit unser Glaube stärker wird.
Denn umso mehr Gott zögert, je mehr er uns warten lässt, umso mehr muss unser Glaube stärker werden, damit wir nicht resignieren und aufgeben. Jairus wartet. Es gelingt ihm schweigend bei Jesus zu bleiben. Er läuft ihm nicht davon. Er läuft auch dann nicht davon als ihm Leute aus seinem eigenen Haus die Botschaft vom Tod seiner Tochter verkündet und ihm eingeredet haben den Meister nicht mehr länger zu bemühen. Er ist geduldig und bleibt bei Jesus und dadurch wächst sein Glaube.
Es gibt Situationen im Leben in denen wir mit unseren Fähigkeiten an Grenzen kommen und die Gott benützt, um uns im Glauben tiefer zu führen. Solche Prüfungen in unserem Leben haben aber nur den einen Sinn uns im Glauben zu stärken, der ja notwendig ist um das Heil zu erlangen. Der Glaube ist das Wichtigste.

Dazu möchte ich Euch eine Geschichte erzählen, die auch etwas von dieser Wahrheit zum Ausdruck bringt: Ein Mann ist durch eine Wüste gegangen und dabei ist er auch an einer Oase vorbeigekommen. Er hat eine kleine Palme gesehen und hat ihr einen großen Stein in die Krone gelegt. Dabei hat er sich darüber noch lustig gemacht.  Die Palme hat versucht den Stein abzuschütteln. Es ist ihr aber nicht gelungen. So hat sie die Wurzeln tief in den Boden gegraben bis sie zu Wasseradern gekommen ist. Das Wasser von unten und die Sonne von oben haben sie zu einer schönen Palme gemacht. Nach vielen Jahren ist der Mann wieder gekommen und wollte sich an dem verkrümmten Baum erfreuen. Da hat die größte und schönste Palme ihre Krone geneigt und zu dem Mann gesagt: „Ich danke dir, denn deine Last hat mich stark gemacht“.
So gibt es Situationen in unserem Leben in denen wir nichts von seiner Gegenwart spüren. Er ist aber trotzdem da. Und da ist es der Glaube, der uns hilft die Verbindung mit ihm nicht aufzugeben, nicht aufzuhören mit dem Gebet und weiterhin auf sein Wort zu hören, die „Wurzeln“ tiefer zu graben. Der Glaube des Synagogenvorstehers Jairus ist zuletzt durch ein Wort von Jeus gestärkt worden: „Sei ohne Furcht, glaube nur“.  Dieses Wort hat ihn so gestärkt, dass er sogar glauben konnte für Gott ist es nicht nur möglich Kranke gesund zu machen, sondern auch Tote zum Leben zu erwecken. Amen.

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