Kirche/Liturgie

Predigt zum 20. Sonntag im Jkr. Lj. B (Pfr. Rupert Toferer, Kössen)

Wir haben heute einen weiteren Abschnitt aus der Rede über die Eucharistie gehört, die Jesus in der Synagoge von Kafarnaum gehalten hat.

Das letzte Mal hat es geheißen, dass die Juden gemurrt haben, weil Jesus gesagt hat, er ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Es hat ihnen der Glaube gefehlt, dass Jesus nicht nur eine menschliche Herkunft hat, sondern durch das Wirken des Heiligen Geistes im Schoß seiner Mutter Maria empfangen worden ist und so Gott zum Vater hat, dass er also nicht nur der Sohn Mariens, sondern auch der Sohn Gottes ist. Deshalb ist dieses Brot das wahre Brot, das der Vater gibt und das vom Himmel kommt. Der Vater gibt uns seinen Sohn, in dem wir das Leben haben.

Heute geht Jesus mit seiner Rede über das Brot des Lebens noch einen Schritt weiter. Er spricht tiefgehende Worte über das Wesen dieses Brotes. Er spricht darüber was dieses Brot ist: „Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt“. Seine Worte sind wirklich eine Kost, die nicht leicht zu verdauen ist. Es ist nicht verwunderlich, dass sich die Zuhörer von damals schwer getan haben, als sie diese Worte zum ersten Mal von Jesus gehört haben und sich gefragt haben: „Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?“ Jesus aber besteht darauf, dass es wirklich so ist, wie er es gesagt hat und wenn sie sein Fleisch nicht essen und sein Blut nicht trinken, dann haben sie das Leben nicht in ihnen.

Die Juden versuchen die Worte Jesu mit ihrem Verstand zu begreifen. Das ist aber nicht möglich. Man kann sie nur im Glauben annehmen, einfach darauf vertrauen, dass seine Worte Wahrheit sind, dass es wirklich so ist, wie er es gesagt hat. Um den Glauben an das Geheimnis seiner Gegenwart in der Eucharistie zu stärken, lässt Gott manchmal ein Wunder geschehen, d. h. äußerlich sichtbar werden, dass die Hostie, die wir in der heiligen Messe empfangen wirklich der Leib Christi ist:

Ein solches Wunder ist unter dem früheren Bischof von Argentinien, Jorge Bergoglio, geschehen, der jetzt unser Papst Franziskus ist. Am 18. August 1996 feierte ein Priester aus seiner Diözese eine Abendmesse in Buenos Aires. Als er mit der Kommunionspendung fertig war, kam eine Frau zu ihm und sagte, dass sie eine weggelegte Hostie in einem Kerzenhalter gefunden habe. Der Priester ging zu dieser Stelle und fand die Hostie. Da er sie nicht mehr konsumieren konnte, legte er sie in einem Behälter mit Wasser und stellte sie in den Tabernakel. Eine gute Woche später sah er beim Öffnen des Tabernakels, dass die Hostie sich in eine blutige Substanz verwandelt hatte. Da die fleischgewordene Hostie über Jahre hinweg unter keinem sichtbarem Verwesungsprozess litt, hatte der mittlerweile zum Kardinal ernannte Bergoglio entschieden, diese wissenschaftlich analysieren zu lassen. Ein bekannter Kardiologe und Gerichtsmediziner in New York wurde beauftragt eine Probe des blutigen Fleischstückes zu untersuchen, ohne ihm den Ursprung der Probe bekannt zu geben. Er stellte fest, dass die zu analysierende Substanz Fleisch und Blut war, das Menschliches DNA enthielt. Er bezeugte, dass es ein Fragment des Herzmuskels in der Wand der linken Herzkammer sei. Der Herzmuskel wies eine große Anzahl von weißen Blutkörperchen auf, was darauf hindeutet, dass das  Herz noch am Leben war, als die Probe entnommen wurde. Dazu kommt, dass diese weißen Blutkörperchen in das Gewebe eingedrungen sind, was darauf hinweist, dass das Herz unter starken Stress gestanden hatte, als ob dem Besitzer stark auf die Brust geschlagen worden sei. […]. (Entnommen aus der Zeitschrift, Gott ist Liebe, Katholische Neuevangelisierung, Nr. 48)

Dieser stark verkürzte Bericht vom Hostienwunder in Buenos Aires will uns helfen an die Gegenwart Jesu in der Eucharistie zu glauben. Das Brot, das Jesus gibt, ist wirklich sein Fleisch. Es ist sein Leib im verherrlichten Zustand des Auferstandenen. Es schenkt uns Anteil am Leben des auferstandenen Herrn, und so ewiges Leben. „Mit der Eucharistie nehmen wir sozusagen das Geheimnis der Auferstehung in uns auf“ (Johannes Paul II. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 18).

Das Wunder von Buenos Aires stärkt uns auch im Glauben, dass dieses Brot, das Jesus gibt, das Fleisch ist, das er hingegeben hat. Jesus hat sich beim Letzten Abendmahl nicht begnügt mit den Worten: Das ist mein Leib, das ist mein Blut. Er hat gesagt:
„Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird, das ist mein Blut, das für euch vergossen wird“.
In diesem Brot ist Jesus also immer auch gegenwärtig mit der seiner größten Liebestat, die er am Kreuz vollzogen hat, mit seinem Opfer, durch das er uns erlöst hat. Durch das Erlösungsopfer Christi haben wir in der Taufe das neue Leben empfangen. Die Erlösungstat Christi, die bei jeder heiligen Messe gegenwärtig wird, ist daher immer auch die Kraft unser neues Leben als Christen zu führen. Sie hilft uns nicht mehr in das alte Leben zurückzufallen. Sie bewahrt uns davor in den Egoismus zurückzukehren, der uns unglücklich macht. Sie stärkt uns das neue Leben der Liebe zu entfalten und hilft uns ein Mensch zu werden, der bereit ist zu dienen, sein Leben zum Geschenk für andere zu machen und so anderen das Leben zu ermöglichen. Christus möchte auch durch uns Brot sein, das der Welt das Leben gibt. Amen.

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