Kirche/Liturgie

Predigt vom 33. Sonntag im Jkr, Lj B (Pfr. Rupert Toferer, Kössen, Schwendt)

Am Ende des Kirchenjahres verkündet die Kirche Texte aus der Bibel, die vom Ende der Welt sprechen.

Dem heutigen Evangelium gehen noch weitere Texte voraus, die davon berichten, was alles noch vor dem Ende geschehen wird oder geschehen muss: Kriege und Unruhen unter den Völkern, Verfolgung der Jünger, Drangsal der Menschen, Auftreten falscher Messiasse und Propheten, damit verbunden Verführungen und Glaubensabfall.
Heute haben wir gehört, dass Sonne und Mond ihr Licht verlieren werden, dass die Sterne herunterfallen und die Kräfte des Himmels erschüttert werden. Diese Ereignisse sind noch nicht das Ende sie sind Zeichen, die auf das Ende hindeuten. An diesen Zeichen, die wir auch in unserer Zeit stark vernehmen, sollen wir erkennen, dass das Ende nahe bevor steht.

Das Ende ist die Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus, den alle Menschen mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen werden. Er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten von allen vier Windrichtungen zusammenführen.
Die Botschaft von den Ereignissen am Ende der Welt hat nicht die Absicht uns Furcht einzujagen. Sie will uns auffordern so zu leben, dass wir am Tag der Wiederkunft des Herrn zu seinen Auserwählten gehören, dass wir vor dem Gericht Gottes bestehen können.

Durch die Taufe gehören wir bereits zu den Auserwählten des Herrn. Wir gehören dem Herrn, der sich für uns hingegeben und uns für sich erworben hat. Im christlichen Leben soll sichtbar werden, dass wir ihm gehören. Wir machen unsere Zugehörigkeit zum Herrn sichtbar, wenn wir unser Leben nach dem ausrichten, was er gesagt hat. Christen sind Menschen, die in der Botschaft Christi die Wahrheit für ihr Leben erkennen: „Himmel und Erde werden vergehen aber meine Worte werden nicht vergehen“. Diese Aussage Jesu ermutigt uns, dass wir uns von niemandem einreden lassen die Heilige Schrift nicht ernst nehmen zu müssen.
Christen sind Menschen, die anerkennen, dass dieses Leben noch nicht alles ist:
„Die Welt sollte es spüren, dass wir auf einen Kommenden hinleben. Dass wir nicht einfach so vor uns hinleben, als ob das Leben alles wäre, sondern dass wir etwas erwarten, wie ein Brautpaar auf die Hochzeit wartet – mit einer unheimlichen Spannung und Begeisterung“ (P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj B,
S. 402).
Was uns Jesus bereitet ist nicht mit Worten aussprechbar, es ist etwas Großes und lässt sich mit einer Hochzeit vergleichen, die ein Bild für die Fülle des Lebens und der Freude ist. Mit großer Spannung dürfen wir also die Wiederkunft des Herrn erwarten, ähnlich auch wie ein Kind die Bescherung zu Weihnachten erwartet.
Es ist nicht wichtig, dass wir den Zeitpunkt seiner Ankunft kennen. Es ist nur wichtig, dass wir auf ihn hin leben, oder immer wieder umkehren zu ihm, dann kann er jederzeit kommen und uns mit ihm in den himmlischen Hochzeitssaal führen.

Ein Ausdruck dafür, dass wir auf den Kommenden hinleben, ist die Treue zur Sonntagsmesse: Immer wieder Aufstehen Hingehen zum Herrn, sein Wort hören und sich von ihm stärken lassen das zu leben was er gesagt hat, vor allem die Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen. Amen.

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