Kirche/Liturgie

Predigt zum 2. Adventsonntag, Lj. C (Pfr. Rupert Toferer, Kössen)

Am zweiten und am dritten Adventsonntag spricht das Evangelium vom Auftreten und vom Wirken des heiligen Johannes des Täufers.

Nach einer genauen zeitlichen Angabe seines Auftretens, um hinzuweisen, dass sich alles in der Geschichte ereignet hat, heißt es: „Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias“. Das Wort Gottes ist an Johannes ergangen. Wir sehen hier die erste und wichtigste Aufgabe des heiligen Johannes: Das Wort Gottes zu empfangen und den Menschen zu verkündigen. Johannes ist dazu in die Wüste hinausgezogen an den Jordan.  Er hat den Leuten gepredigt, dass sie umkehren und sich taufen lassen sollen, damit Gott ihnen die Sünden vergibt. Johannes hat das Wort Gottes so klar und eindrucksvoll verkündet, dass es den Leuten zu Herzen gegangen  ist. Es ist ihnen bewusst geworden, wo sie sich von Gott und seinem Willen abgewendet haben. Johannes hat mit seiner Predigt und mit seinem ganzen Auftreten erreicht, dass die Leute sich ihrer Verfehlungen bewusst geworden sind. Das ist für sie wichtig gewesen, denn dadurch ist ihnen aufgegangen, dass sie einen Erlöser brauchen. Wenn der Mensch keine Sünden hat, braucht er niemand, der ihn erlöst. So hat Johannes bewirkt, dass die Leute den Erlöser erwarten und ihm mit offenem und bereitem Herzen entgegengehen.

Mit dem Auftreten des heiligen Johannes hat sich erfüllt, was der Prophet Jesaja vorausgesagt hat: „Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden“.
Die Stimme, die in der Wüste ruft, ergeht an alle Menschen zu allen Zeiten und so auch an uns. Auch wir sollen dem Herrn den Weg bereiten, die Berge und Hügel abtragen, was krumm ist gerade machen, und die Schluchten auffüllen.
Es gibt Berge in unseren Herzen, wenn wir nicht demütig sind, wenn wir uns über andere erheben und alles besser wissen und sogar Gott vorschreiben was richtig ist.
Die Wege zu unserem Herzen sind krumm, weil wir uns oft um die Wahrheit herumdrücken, und nicht ehrlich sind.
Schluchten und Täler gibt es in uns, weil wir vieles unterlassen, was der Wille Gottes ist und vieles Gute nicht tun. Die Heiligen im Advent können uns helfen zu entdecken, wo wir es unterlassen haben den Willen Gottes zu tun.
Der heilige Nikolaus, an den wir heute denken, der aus einer reichen Familie stammte, hat seinen Besitz dafür verwendet Menschen in Not zu helfen und uns so das Beispiel der Güte und der Liebe gegeben.
Der heilige Franz Xaver, den wir am 3. Dezember gefeiert haben, hat keine Mühe gescheut den Glauben an Jesus in die Länder des Fernen Ostens zu tragen, vor allem nach Indien und Japan. Er hat sich beklagt über die Gelehrten auf den Universitäten, die zwar viel Wissen aber nicht die Liebe haben zu den Menschen zu gehen und ihnen von Jesus zu erzählen, ihnen das Vater unser, das Ave- Maria und das Glaubensbekenntnis zu lehren und ihnen so die Tür zum Himmel zu öffnen.

Liebe Brüder und Schwestern!
Durch Johannes den Täufer ergeht der Ruf zur Umkehr im Advent auch an uns. Umkehren heißt sich Gott zuwenden, sich von allem abkehren, was nicht dem Willen Gottes entspricht, sich wieder neu auf Ihn ausrichten. Papst Franziskus hat für das kommende Jahr ein außerordentliches Jubiläum ausgerufen, ein heiliges Jahr der Barmherzigkeit, das am Dienstag, den 8. Dezember, mit der Öffnung der heiligen Pforte im Petersdom beginnt und mit dem Christkönigsonntag, den 20 November 2016, endet. Ziel dieses Jubiläumsjahr wird es sein die Barmherzigkeit Gottes neu zu entdecken, sie zu empfangen und auch selber zu üben durch die Werke der Barmherzigkeit. Möge die Botschaft, dass Gott ein Barmherziger Vater ist, uns auch jetzt im Advent helfen das Sakrament der Barmherzigkeit, die Beichte, zu empfangen, durch die Gott selber den Weg freimacht für das kommen seines Sohnes in unsere Herzen. Amen.

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