Kirche/Liturgie

Predigt zum 6. Sonntag der Osterzeit 2016 (Gute Hirtensonntag) (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt)

Wir haben heute im Evangelium eine Stelle aus den Abschiedsreden Jesu gehört.

Jesus geht zum Vater und gibt seinen Jüngern letzte Anweisungen. Wer um seinen Abschied weiß, spricht nur mehr die wichtigsten Worte, das was einem wirklich am Herzen ist.

Jesus spricht über das erste Gebot, über die Liebe zu ihm und zu seinem Vater. Er spricht Worte, in denen es darum geht, worin die Liebe zu ihm besteht:

„Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten“.

Die Liebe zu Jesus zeigt der Jünger darin, dass er festhält an dem was Jesus gesagt hat, dass er das Wort Gottes ernst nimmt und in seinem Leben danach handelt. Die Liebe zu Jesus ist mehr als ein Gefühl, mehr als schöne Gedanken oder schöne Worte. Die Liebe zu Jesus hat mit Entscheidung, mit Taten zu tun, sie bestimmt unser Leben. Ich lebe nicht mehr nach meinen Interessen, sondern nach dem Willen Gottes.

Liebe Firmlinge, es ist Liebe zu Jesus, dass ihr heute die Sonntagmesse mitfeiert und mitgestaltet. Denn ihr handelt nach dem Willen Gottes, indem ihr am dritten Gebot festhaltet und den Tag des Herrn achtet.

Am Wort Jesu festhalten erfüllt uns mit innerem Frieden, weil es uns mit Jesus und dem Vater vereinigt. Jesus betont mehrmals im Johannesevangelium, dass seine Worte die Worte sind, die der Vater spricht, wie auch im heutigen Evangelium: „Das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat“. Am Wort Jesu festhalten erfüllt uns daher mit tiefsten Frieden. Dieser Friede ist Gott selber. „Der Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“.

Wir machen manchmal die Erfahrung, dass wir nicht ganz im Frieden sind, weil irgendein Umstand im Leben nicht dem Willen Gottes entspricht, zum Beispiel, wenn wir den Mitmenschen nicht verzeihen. Dann aber, wenn wir diese Situation wieder in Einheit mit dem Willen Gottes bringen, dann erfüllt uns tiefer Friede und Freude.

Am Wort Jesu festhalten können wir nicht mit unserer eigenen Kraft. Dazu braucht es den Heiligen Geist, von dem Jesus auch im heutigen Evangelium spricht. Der Heilige Geist wird der Beistand genannt. Er ist es, der uns alles lehrt, der uns hilf das Wort Gottes zu verstehen. Er ist es, der uns an alles erinnert, was Jesus gesprochen hat. Natürlich müssen wir auch tun, was uns möglich ist, um das Wort Gottes aufzunehmen. Wir nehmen das Wort Jesu auf, immer wenn wir die heilige Messe mitfeiern oder wenn wir selber in der Heiligen Schrift lesen.

Liebe Firmlinge, die meisten von Euch haben mir gesagt, dass sie ein neues Testament zu Hause haben. Nehmt es oft in die Hände und lest darin. So kommen immer mehr Worte Jesu in euer Herz. Und der Heilige Geist wir euch dann in einer konkreten Situation im Alltag an ein Wort Jesu erinnern und euch auch die Kraft geben, danach zu handeln. So bleibt der Friede Jesu in unserem Herzen.

Liebe Brüder und Schwestern!

Wir stehen am Beginn des Monats Mai, an dem wir eingeladen sind auf Maria zu schauen und sie zu ehren. Sie ist das schönste Vorbild für das Leben nach dem Wort Gottes. Sie hat zum Boten Gottes gesagt, mir geschehe nach Deinem Wort und hat bis zum Letzten am Wort Gottes festgehalten. Sie ist die Braut des Heiligen Geistes. Bitten wir, dass sie mit uns in diesen Tagen vor Pfingsten um den Heiligen Geist betet, dass alle Menschen im Wort Jesu die Wahrheit erkennen und sich entscheiden an ihm festzuhalten und so den Frieden in die Welt bringen. Amen.

 

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