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Predigt zum 11. Sonntag im Jkr. Lj C (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt)

Die Texte des heutigen Sonntages verkünden sowohl die Wahrheit,

dass es im Leben des Menschen die Sünde gibt als auch die Botschaft, dass Gott barmherzig ist.

Die erste Lesung berichtet uns, dass es sogar im Leben des großen Königs David eine schwere Verfehlung gegeben hat.

Das Evangelium berichtet von einer Frau, die öffentlich als Sünderin bezeichnet wird und die auch selber durch ihr Verhaltenausdrückt, dass sie der Vergebung bedarf.

Den Grund für die Sündhaftigkeit des Menschen müssen wir im Sündenfall am Anfang der Menschheitsgeschichte suchen.

Die Erbsünde hat bewirkt, dass nicht nur mehr Gott,sondern auch das Böse in unserem Herzen eine Macht hat und wir nicht immerin der Lage sind den Verführungen des Bösen zu widerstehen. So ist Schuld eine Wirklichkeit im Leben des Menschen, die niemand leugnen kann.

Lesung und Evangelium verkünden aber auch die Wahrheit,

dass Gott barmherzig ist und immer wieder dem Menschen verzeiht,

der seine Sünden bereut und ihn um Vergebung bittet.

König David hat seine Verfehlungen eingestanden und bekannt: „Ich habe gegen den Herrn gesündigt“.

Und der Prophet Natan hat ihm die Vergebung Gottes zugesprochen: „Der Herr hat dir deine Sünde vergeben“;

Diese Worte dürfen auch die Priester immer wieder den Menschen zusprechen,

die in einer Beichte ihre Sünden bekennen: „Der Herr hat dir deine Sünden vergeben. Gehe hin in Frieden“.

Das Evangelium bringt den barmherzigen Umgang Jesu mit den Sündern zum Ausdruck.

Er stößt die Sünderin nicht weg, die mit ihrer Sehnsucht nach Vergebung an ihn herantritt.

Jesus lässt geschehen, was sie an ihm tut. Damit zeigt er, dass er sie annimmt und ihr verzeiht.

Jesus spricht zu der Frau: „Dein Glaube hat dir geholfen“. Die Frau glaubt an Jesus, dass er der Messias ist,

der gekommen ist die Menschen von ihren Sünden zu erlösen. Sie hat ein unerschütterliches Vertrauen,

dass Jesus barmherzig ist und ihr verzeiht. Dieser Glaube an die barmherzige Liebe Jesu hat sie gedrängt zu ihm zu gehen.

Sie weiß aber auch die Gabe der Vergebung zu schätzen. Sie weiß was der Herr Großes an ihr tut, dass er ihr ein neues Leben ermöglicht und sie schenkt ihm ihre ganze Liebe, eine Liebe ohne Maß.

Papst Franziskus schildert in der Predigt, mit der er das Jahr der Barmherzigkeit angekündigt hat,

die Liebestaten dieser Frau: „Ihre Tränen der Reue und der Freude waschen die Füße des Meisters,

und ihr Haar trocknet sie voll Dankbarkeit.

Die Küsse sind Ausdruck ihrer lauteren Zuneigung und das reichlich ausgegossene wohlriechende Öl bezeugt,

wie kostbar er in ihren Augen ist“ (St. Peter, 13. März 2015).

Der Pharisäer kritisiert Jesus, weil er sich von einer Sünderin das alles tun lässt. Er sieht nur die Sünde dieser Frau.

Jesus kennt auch das Versagen dieser Frau aber er sieht auch ihre Liebe und diese Liebe hat eine Wirkung bei Gott,

nämlich die Wirkung Vergebung zu erlangen: „Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie mir so viel Liebe gezeigt hat“.

Auch wir leben aus der Vergebung des Herrn. Wie viele Liebeszuwendungen sind wir bereit ihm zu geben.

Das Evangelium stellt an uns auch die Frage: Was sehen wir an unseren Mitmenschen?

Sehen wir die Taten der Liebe, die sie uns erweisen oder nur das was ihnen nicht gelingt?

Heute ist auch Vatertag. Sehen wir die vielen Taten der Liebe des Vaters oder sehen wir nur seine Schwächen und Fehler?

Können wir im Blick auf die Taten seiner Liebe auch über seine Schwächen hinwegsehen.

Wäre es nicht angebracht dem Vater mit mehr Taten der Liebe unsere Dankbarkeit zu erweisen?

Liebe Brüder und Schwestern!

Möge uns das heutige Evangelium helfen neu zu erkennen, dass niemand von der Sünde ausgenommen ist, dass wir alle stets der Vergebung Gottes bedürfen. Möge es uns auch im Glauben stärken, dass Gott barmherzig ist,

dass wir mit unseren Sünden zu ihm kommen dürfen und dass er selber Sehnsucht hat uns Vergebung und neues Leben zu schenken.

Möge uns das Evangelium auch helfen das Gute im Leben unserer Mitmenschen zu sehen und mit ihnen barmherzig zu sein, wozu wir ja heuer im Jahr der Barmherzigkeit besonders eingeladen sind. Amen.

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