Kirche/Liturgie

Predigt vom 20. Sonntag im Jkr. Lj. C (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; gedanklich angeregt von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj C, S 289-293).

Im Evangelium teilt uns Jesus mit warum er gekommen ist.

Er ist gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Das Feuer ist ein Symbol für den Heiligen Geist. Jesus ist gekommen um den Heiligen Geist auf die Erde zu bringen. Das Ziel seines Kommens ist, dass der Heilige Geist über die Erde ausgegossen wird. Jesus hat uns den Heiligen Geist vor allem durch sein Leiden und seinen Tod am Kreuz erworben. Im Zusammenhang mit dem Feuer, das er auf die Erde werfen wird, spricht er von einer Taufe, mit der er getauft werden muss. Und er ist sehr bedrückt, solange sie noch nicht vollzogen ist. Damit weist er auf sein Leiden und seinen Tod hin. Er muss in dieses Leiden und in den Tod hineingetaucht werden und auferstehen. Das ist der Höhepunkt seines Lebens, seine Ganzhingabe an den Vater. Mit dieser Hingabe an den Willen des Vaters, die bis zum Letzten gegangen ist, hat er uns den Heiligen Geist erwirkt.

Was bewirkt der Heilige Geist auf der Erde? Als Feuer ist er einerseits das Licht, das uns erleuchtet, das uns erkennen lässt wen uns der Vater in Jesus Christus geschenkt hat. Der Heilige Geist lässt uns erkennen, dass uns in Jesus der geschenkt ist, durch den uns die Sünden vergeben werden, durch den wir mit Gott versöhnt werden, durch den wir vom Vater als seine Kinder angenommen werden, durch den uns ewiges Leben geschenkt wird.

Der Heilige Geist lässt uns nicht nur Jesus erkennen, er ist auch die Kraft Jesus zu bekennen. Er ist das Feuer, das uns für Jesus brennen lässt. Er ist die Kraft uns für Jesus zu entscheiden und nach seinem Wort zu leben.

Wo in einem Menschen dieses Feuer brennt, wo der Heilige Geist einen Menschen bewegt entschieden nach dem Willen Gottes zu leben, dort ist der Heilige Geist auch der, der provoziert, der spaltet. Und das kann hineingehen bis in die engste Familiengemeinschaft, dass zum Beispiel ein Jugendlicher, der bei einem Jugendtreffen vom Heiligen Geist für Jesus begeistert wird, von den Eltern nicht mehr verstanden wird.

Der Mensch, der nach dem Geist dieser Welt lebt oder nur nach seinem eigenen Willen lebt, ist nicht so schnell bereit sich zu ändern und sich für den Willen Gottes zu entscheiden. Die Reaktion der Welt gegenüber einem Menschen, der sich vom Heiligen Geist entzünden lässt, ist dann oft Ablehnung oder gar Anfeindung und Verfolgung wie es zurzeit weltweit vielen entschiedenen Christen ergeht. Die Spaltung ist daher mehr die Reaktion der Menschen auf das Wirken des Heiligen Geistes in der Welt. Der Heilige Geist will letztendlich den Frieden. Er ist die Kraft für die Menschen, die wegen des Glaubens abgelehnt werden, in der Liebe zu bleiben. Er hilft zum Beispiel gläubigen Eltern den Kindern gegenüber, die sich von Gott und der Kirche distanzieren, in der Liebe zu bleiben und nicht im Zorn auszubrechen. Die Liebe kann nämlich Barrieren überwinden. Durch sie kann der Heilige Geist auch andere Mitgliedern der Familie gewinnen.

Liebe Brüder und Schwestern!

„Ich bin gekommen um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“ In diesem Wort aus dem heutigen Evangelium erkennen wir die Sehnsucht Jesu, dass sich Menschen vom Heiligen Geist, den er uns durch seine Hingabe am Kreuz erworben hat, entzünden lassen. Jeder von uns braucht den Heiligen Geist um für Jesus zu brennen. Hören wir daher nicht auf um den Heiligen Geist zu beten. Der Vater wird den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten (Vgl. Lk 11,13). Jesus hat tiefes Verlangen, dass der Heilige Geist uns immer mehr für ihn begeistert und dass durch unser Zeugnis für ihn und unsere Liebe auch andere entzündet werden. Amen.

 

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