Predigt zum 23. Sonntag im Jkr. Lj. C (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; gedanklich angeregt von P. Hans Buob, Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj. C, S. 307-311)

Wir haben im Evangelium gehört,

dass Jesus von vielen Menschen begleitet wird. Er befindet sich auf dem Weg nach Jerusalem und bildet Menschen aus Seine Jünger zu sein. Zuerst ist ausgesagt, dass Jünger sein nicht die Sache der Masse ist. Es ist die persönliche Entscheidung einzelner. Es heißt nicht: Wenn die Masse zu mir kommt, sondern „wenn jemand zu mir kommt“. Für jene, die sich entscheiden seine Jünger zu sein, gibt Jesus klare Anweisungen. Es sind Bedingungen, die mit dem Jünger sein verbunden sind:

Erste Bedingung ist die Fähigkeit zu haben sich von allen Bindungen an Menschen lossagen zu können, sogar von geliebten Menschen, von Vater, Mutter, Frau, Kinder, … Jesus hebt damit nicht das vierte Gebot auf Vater und Mutter zu ehren. Es ist aber nicht selten der Fall, dass die Wünsche der Eltern bezüglich ihrer Kinder nicht dem entsprechen was Gott von den Kindern will. Denken wir an den heiligen Franz von Assisi. Der reiche Vater hat andere Pläne mit seinem Sohn gehabt und war nicht einverstanden mit dem was Jesus von Franz wollte, dass er ihm in der Armut nachfolge. Die Eltern können ein Hindernis sein für die Entscheidung der Kinder ein Jünger Jesu sein zu wollen. Da braucht es die Fähigkeit Vater und Mutter gering zu achten, von Bindungen an geliebte Menschen loszulassen.

Die zweite Bedingung, die Jesus vorgibt für das Jünger Sein, ist fähig zu sein sogar sein eigenes Leben gering zu achten, nicht an seinem Leben festzuhalten und nicht gebunden zu sein an Besitz, an Dinge dieser Welt. Mit dieser Bedingung ist die Bereitschaft verbunden sein Kreuz zu tragen: „Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, kann nicht mein Jünger sein“. Das Kreuz hat für Jesus bedeutet, sein Leben hinzugeben bis in den Tod. Man spricht hier von Ganzhingabe an Gott. Für den Jünger bedeutet das Wort vom Kreuz auch, dass er bereit ist sein Leben hinzugeben, wenn es sein muss bis zum Tod. Nicht für alle bedeutet die Entscheidung ein Jünger Jesu zu sein auch die Entscheidung zum Martyrium.

Sein Leben hinzugeben geschieht auch dort, wo jemand bereit ist nicht mehr für sich selber zu leben, wo es ihm nicht mehr um sich selber geht, sondern, wo es ihm nur noch um Jesus geht, um seinen Meister, auf den er hören und ihm ganz folgen will. Im täglichen Leben geschieht ein Hineinsterben in den Willen Gottes.

Im Zusammenhang mit der Ausbildung der Menschen zu Jüngern bringt Jesus auch die Bilder Vom Turmbau und von der Kriegsführung. Wer einen Turm bauen will, muss sich hinsetzen und rechnen ob seine Mittel ausreichen den Bau auch fertigstellen zu können. Wer in den Krieg zieht muss sich überlegen ob er den Krieg gewinnen kann.

Mit diesen Beispielen ist ausgesagt, dass jemand, der ein Jünger Jesu sein will, zuerst überlegen muss, ob er auch die Fähigkeiten mit sich bringt, die es braucht, um in der Nachfolge Jesu durch halten zu können. Er muss sich fragen ob er die Bedingungen annehmen kann, die mit dem Jünger sein verbunden sind: Loslassen von Bindungen an Menschen, auch von geliebten Menschen; loslassen von Bindungen an Besitz; loslassen von seinem eigenen Leben und sich ganz dem Willen Gottes hinzugeben, sogar bis zu Tod. Das muss sich jemand gut überlegen ob er das alles kann.

Er muss letztlich zu der Einsicht kommen, dass er das nicht selber kann, dass er nicht aus sich allein die Kraft hat. Der heilige Apostel Paulus lehrt uns die Haltung eines Jünger, wenn er sagt: „Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“. Wenn der Jünger seine eigene Schwäche und Armut eingesteht, dann hat er die Voraussetzungen erfüllt, denn dann öffnet er sich für Gott, dann geht er noch mehr ins Gebet. Dann kann Gott in ihm wirken und ihn mit seiner Kraft stärken und ihm die Fähigkeit schenken ein Jünger Jesu zu sein. Amen.

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