Kirche/Liturgie

Predigt zum 24. Sonntag im Jkr. Lj C (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; gedanklich entnommen von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, S 312-317 und 77-86).

Die Gleichnisse, die wir im heutigen Evangelium gehört haben,

machen sichtbar, dass Gott barmherzig ist und worin die Barmherzigkeit Gottes besteht. Die Barmherzigkeit Gottes besteht darin, dass Gott Mitleid hat mit dem Menschen, der sich durch die Sünde von ihm entfernt oder gar die Gemeinschaft mir ihm verloren hat. Gott leidet mit der Not des Sünders. Er will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er umkehrt und lebt.

Im Evangelium zeigt sich das Erbarmen Gottes darin, dass er sich selbst auf die Suche macht nach dem Verlorenen. In den Gleichnissen wird diese suchende Liebe Gottes ausgedrückt im Bild des Guten Hirten, der die 99 Schafe zurücklässt und dem einen verlorenen Schäflein solange nachgeht bis er es findet und in der Frau, die wegen des verlorenen Geldstückes das ganze Haus durchfegt und unermüdlich sucht bis sie es findet. Dieses Suchen Gottes zeigt sich auch im Vater, der Tag täglich vor das Haus geht und nach dem Sohn Ausschau hält.

Die Barmherzigkeit Gottes ist auch darin ausgedrückt, dass große Freude herrscht beim Wiederfinden des Verlorenen. Diese Freude ist so groß, dass auch andere eingeladen werden sich mit zu freuen: „Freut euch mit mir, …“ Beim Barmherzigen Vater ist die Freude über dem heimgekehrten Sohn so groß, dass er ein frohes Fest feiert und sogar das Mastkalb schlachten lässt, das eigentlich nur für die Hochfeste des Jahres vorgesehen ist. Gottes Barmherzigkeit gegenüber dem Sünder zeigt sich also darin, dass er ihm nachgeht und ihn sucht und dass er sich freut, wenn er ihn gefunden hat.

Die Barmherzigkeit Gottes zeigt sich auch im Verhalten des Vaters gegenüber dem älteren Sohn. Der ältere Sohn kommt von der Arbeit auf dem Feld nach Hause und muss erfahren, dass sein Bruder, der das ganze Vermögen verschleudert hat, heimgekehrt ist, und der Vater für ihn ein Fest feiert. Er kann das Verhalten des Vaters nicht verstehen, wird zornig und weigert sich in das Haus zu gehen.

Wir sehen, dass sich auch dieser ältere Sohn, obwohl er immer zu Hause geblieben ist, sich innerlich von der Gesinnung des Vaters entfernt hat. So ist auch er der Umkehr bedürftig.

Der Vater schenkt auch ihm die gleiche Liebe. Er kommt heraus und geht auch ihm entgegen wie dem jüngeren Sohn und will ihn durch gutes Zureden zur Einsicht führen. Es kann sein, wie er gesagt hat, dass er nie gegen den Willen des Vaters gehandelt hat, aber das Wichtigste ist ihm abhandengekommen: Die Liebe zum Vater. Er redet den Vater gar nicht mehr mit Vater an und hat viel zu wenig die Gaben des Vaters angenommen. Er hätte jederzeit auch das Mast Kalb für sich und seine Freunde schlachten können, denn der Vater hat zu ihm gesagt: „Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein“.

Er war zu sparsam mit den Geschenken des Vaters. Dem Vater tut es leid, dass sein Sohn nicht mehr von seinen Gütern wollte und er ihm nicht mehr Freude machen konnte.

Auch der ältere Sohn hat jetzt die Möglichkeit umzukehren und mit dem Vater ins Haus zu gehen und sich über die Heimkehr seines Bruders zu freuen. Denn das Mast Kalb ist nun auch für ihn geschlachtet als Ausdruck der Freude des Vaters über seine Umkehr und seine Herzenswandlung.

Liebe Brüder und Schwestern!

Auch wir sind Kinder Gottes, Söhne und Töchter Gottes. Auch zu uns sagt der Vater: „Alles, was mein ist, ist auch dein“. Gott will seine Liebe, seinen Gnadenreichtum nicht für sich behalten. Wir sind eingeladen mehr zu schöpfen aus dem Maststall Gottes, das sind vor allem die Sakramente der Kirche, die Quellen des Heiles und der Liebe. Die Botschaft, dass Gott barmherzig ist, ermutigt uns wie der verlorene Sohn in uns zu gehen, über die Schattenseiten unseres Lebens nachzudenken und aufzubrechen und in einer guten Beichte dem barmherzigen Vater zu begegnen, der uns von allem erlöst, was uns von ihm trennt und uns immer wieder das Glück schenkt ein Sohn oder eine Tochter von ihm zu sein. Amen.

 

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