Predigt zum 25. Sonntag im Jkr. Lj C (Rupert Toferer Kössen/Schwendt; gedanklich angeregt von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien Lj C, S 318-324).

Im heutigen Evangelium wird geschildert was klug sein bedeutet.

Es wird die Klugheit des unehrlichen Verwalters gelobt und uns als Beispiel vor Augen gestellt. Nicht die Ungerechtigkeit gegenüber seinem Herrn, sondern das Verhalten in seiner Notsituation ist beispielhaft. Der ungerechte Verwalter bringt keine Einwendungen gegen die Anschuldigung, dass er das Vermögen seines Herrn verschleudere. Er weiß, dass ihm zu Recht die Aufgabe als Verwalter entzogen wird und dass ihm nur noch kurze Zeit gegeben ist etwas zu tun, damit er nachher nicht auf der Straße steht und es ihm nicht an notwendigen Mitteln fehlt. Eine Sozialversicherung, die dann für ihn gesorgt hätte, hat es ja damals noch nicht gegeben.

Seine Klugheit besteht darin, dass er vorausschaut, dass er im Blick auf das was nachher sein wird, überlegt, was er jetzt tun muss. Er ist ja noch der Verwalter und hat noch kurze Zeit Vollmacht über den Besitz seines Herrn. Seine Klugheit besteht also darin, dass er sich fragt, was er jetzt mit dem was ihm als Verwalter noch anvertraut ist, tun muss, damit er nachher von den Leuten in ihren Häusern aufgenommen werde.

Dieses Verhalten stellt uns Jesus als Beispiel für unser christliches Leben vor Augen. Es bewahrt uns vor der Haltung einfach so gedankenlos dahinzuleben. Als Getaufte sind wir gerufen mit Christus einmal Erbe des Himmels zu sein. Klug sein im christlichen Leben bedeutet daher im Blick auf dieses Ziel, sich zu überlegen, was muss ich jetzt mit dem was mir anvertraut ist, tun, damit ich das ewige Leben erlange. Jesus sagt:

„Macht euch Freunde mithilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht.“ Der ungerechte Mammon ist der irdische Besitz. Er ist es besonders dann, wenn es nur darum geht ihn mit allen Mitteln für sich selbst zu vermehren und anzuhäufen, wie es in der Lesung heißt:

„Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen. […] Sogar den Abfall des Getreides machen wir noch zu Geld“.

Wir sollen uns mit dem ungerechten Mammon Freunde machen, das heißt, den Besitz in den Dienst der Mitmenschen und ins besonders in den Dienst der Armen zu stellen, die einmal bei Gott unsere Fürsprecher sein werden, wenn Jesus als Richter die Worte spricht: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40).

 

Mit dem was uns anvertraut ist, sind nicht nur materielle Güter gemeint. Auch Talente, berufliche Aufgaben, Dienste und Ämter sind uns anvertraut. Klug sein bedeutet daher auch sich zu überlegen, wie muss ich jetzt umgehen mit meinen Fähigkeiten, Talenten und Aufgaben, damit ich das ewige Leben erlange. Auch die Talente und Aufgaben und Dienste, die mir anvertraut sind, können missbraucht werden, wenn es mir nur darum geht mit ihnen Anerkennung, Macht und Ehre zu erlangen. Jesus spricht vom zuverlässig sein in den kleinen Dingen. Klug sein bedeutet daher den kleinen alltäglichen Tätigkeiten, die mit meiner Aufgabe verbunden sind, treu zu sein und so den Willen Gottes zu tun.

Liebe Brüder und Schwestern!

Jesus spricht von dem was uns jetzt anvertraut ist an Besitz, Talenten, Diensten und Aufgaben noch vom fremden Gut. Alles was wir hier im zeitlichen Leben haben ist noch nicht unser Besitz. Wir müssen es wieder abgeben. Es ist uns alles nur zur Verwaltung anvertraut. Bitten wir Gott, dass es uns gelingt mit diesem fremdem Gut zuverlässig zu sein, damit er uns einmal unser wahres Gut, das ewige Leben, geben kann. Amen.

 

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