Kirche/Liturgie

Predigt zum 33. Sonntag im Jahreskreis (Rupert Toferer, Kössen/Schwendt)

Am Ende eines Kirchenjahres hören wir immer wieder Texte, die vom Ende der Menschheitsgeschichte sprechen. In der ersten Lesung ist es der Prophet Maleachi, der von einem Tag spricht, der kommen wird. Das ist der Tag der Wiederkunft des Herrn. Von ihm wird gesagt, dass er wie ein Ofen brennen wird. Das Feuer ist in der Bibel ein Bild für das Gericht. Für jeden Menschen wird Gott einmal der Richter sein. Für jeden Menschen gibt es einmal die Stunde in der er mit seinem Leben vor Gott stehen wird. Es geht darum einmal vor Gott bestehen zu können.

Die Lesung spricht zuerst von Überheblichen und Frevlern, die Gott nicht die Ehre geben. Sie werden am Tag des Herrn wie Spreu sein, das verbrennen wird. Sich über Gott erheben, sich Gott nicht unterordnen wollen, selber Gott sein zu wollen, selber sagen was Wahrheit ist, kann am Tag des Herrn nicht bestehen.

Die Lesung spricht auch von Menschen, die vor Gott Bestand haben. Es sind jene, die den Namen Gottes fürchten, das sind jene, die auf ihn hören und ihn als Gott annehmen und mit ihrer ganzen Kraft bemüht sind den Willen Gotts zu tun. Für sie wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen und ihnen Heilung bringen.

Zu ihnen gehören auch jene, die immer wieder aufgestanden sind, wenn sie gefallen sind und die Vergebung von Gott empfangen haben. Die Sonne der Gerechtigkeit ist Jesus Christus. Er wird ihnen Heilung bringen von allem, wo sie durch die Ungerechtigkeit der Welt oder durch eigenes Versagen verwundet sind und ihnen das ewige Heil schenken.

Im Evangelium ist es Jesus, der uns sagt mit welcher Haltung wir vor Gott bestehen können. Er hat den Jüngern nicht schöne Ereignisse vorausgesagt. Er hat von Kriegen und Unruhen gesprochen, von Erdbeben, Seuchen und Hungersnöten, die geschehen werden und von gewaltigen Zeichen, die man am Himmel sehen wird. Er hat ihnen auch vorausgesagt, dass sie wegen ihres Glaubens an ihn festgenommen und verfolgt werden und dass manche von ihnen sogar ums Leben gebracht werden.

Wie sehr diese Voraussagen Jesu bereits eingetroffen sind hören wir täglich in den Nachrichten, dass sich ein Volk gegen das andere erhebt und dass Christen verfolgt und ums Leben gebracht werden.

 

Jesus sagt aber auch, dass diese Katastrophen und Schreckensereignisse nicht das Letzte sind. Er stärkt seine Jünger mit den Worten: „Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen“. Nicht Untergang und Tod, sondern das Leben ist das Letzte. Es geht darum in den Bedrängnissen und Nöten des Lebens für Jesus Zeugnis zu geben, sich nicht vom Glauben an ihn abbringen lassen. Es geht bei uns Christen um Ausdauer und Geduld, um Mut und Kraft. Mitten unter den schwierigen Bedingungen unserer Welt sind wir aufgerufen uns den Herausforderungen in unserem Leben zu stellen und uns darin zu bewähren. Für Jesus Zeugnis zu geben bedeutet nicht außergewöhnliche Taten vollbringen zu müssen. Es geht um die Treue im Leben als Christ, nicht aufhören die Beziehung zu Jesus zu leben, nicht aufhören Taten der Liebe zu vollbringen, nicht aufhören die täglichen Pflichten zu erfüllen.

 

In der zweiten Lesung haben wir vom Apostel Paulus gehört, der in den Bedrängnissen des Lebens nicht Müde geworden ist als Christ zu leben. Er, der eigentlich für seine Tätigkeit als Apostel ein Anrecht gehabt hätte von den Leuten Lohn zu empfangen, er hat mit seinen eigenen Händen gearbeitet und selber seinen Lebensunterhalt verdient um niemand zur Last zu fallen. Damit hat er den Christen ein Beispiel gegeben und sie ermahnt auch in Ruhe ihrer Arbeit nachzugehen und ihr selbstverdientes Brot zu essen.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Möge es auch uns gelingen in der Treue zu unseren Aufgaben und in der Erfüllung der täglichen Pflichten als Christen Zeugnis für Jesus zugeben und wir so ein Leben führen, das am Tag des Herrn vor Gott Bestand hat. Amen.

 

 

 

 

 

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