Kirche/Liturgie

Predigt zum 3. Adventsonntag, Gaudete, Lj A 2016 (Rupert Toferer, Kössen; gedanklich angeregt von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj A S. 25-30)

Im Evangelium haben wir gehört, dass Johannes seine Jünger zu Jesus sendet

und ihn fragen lässt, ob er der ist, der in die Welt kommen soll oder ob sie auf einen anderen warten müssen. Johannes hat von den Taten gehört, die Jesus bewirkt und er ist sich deshalb nicht sicher gewesen ob er der ist, den er angekündigt hat. Johannes hat nämlich einen Messias angekündigt, der als Richter in die Welt kommt: „Schon hält er die Schaufel in der Hand; er wird die Spreu vom Weizen trennen …“ Jesus aber richtet nicht und so lässt Johannes nachfragen ob er wirklich der von ihm Verkündigte ist.

 

Jesus verweist Johannes auf das Wort Gottes. Mit dem Kommen Jesu geht in Erfüllung, was der Prophet Jesaja vorausgesagt hat: „Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf“.

Mit Jesus ist Gott in die Welt gekommen als Gott, der heilt, der aufrichtet, der befreit und den Armen die Frohe Botschaft verkündet. Die Armen sind die Demütigen, die auf ihn hören wollen, die bereit sind auf ihn zu hören. Sie dürfen die Frohe Botschaft hören, dass Gott barmherzig ist, dass er die Sünden verzeiht und es ihm ganz um das Heil der Menschen geht. Jesus predigt nicht nur. Durch ihn geschehen auch die Werke der Barmherzigkeit: Blinde können wieder sehen, Lahme stehen auf, Aussätzige werden rein, Taube hören, ja sogar Tote stehen auf. Diese Taten sollen für Johannes Zeichen sein, dass mit Jesus Gott in die Welt gekommen ist. Die Frohe Botschaft, dass Gott seinen Sohn in die Welt sendet, um uns zu erlösen, zu heilen und uns ewiges Leben zu schenken ist der tiefste Grund unserer Freude.

Nicht äußere Dinge sollen der Grund unsere Freude auf Weihnachten sein. Sich beschenken, festlich zu speisen, schöne Weihnachtsklänge, helle Lichter und wohlriechenden Düfte sind nicht Grund sich auf Weihnachten zu freuen. Sie sind der äußere Ausdruck der tiefen Freude, die uns durch das Jesuskind geschenkt ist.

Wir können uns fragen: Kommt in unserem Feiern zum Ausdruck, dass die Geburt des göttlichen Kindes der Grund unseres Feierns ist? Wenn wir am Heiligen Abend noch daran festhalten vor der Bescherung mit geweihtem Rauch durch die Häuser zugehen, dabei den Rosenkranz zu beten, das Weihnachtsevangelium vorzulesen, das „Stille Nacht“ zu singen, und wenn nach der Familienfeier noch der Weg zur Christmette angetreten wird, um die große Liebe Gottes auch mit der Pfarre zu feiern, dann stellen wir das Kind in den Mittelpunkt unserer Freude. Jesus will nicht nur in der Krippe, sondern in unsren Herzen geboren werden.

Liebe Brüder und Schwestern!

Es ist noch immer die Zeit der Barmherzigkeit. Jesus ist noch immer gegenwärtig als der, der befreit, der heilt, der rettet. Niemand weiß die Stunde seiner Ankunft in Herrlichkeit, in der er als Richter zurückkehrt. Niemand weiß auch die Stunde wann er von dieser Welt abberufen wird. Der Advent ruft uns zur Wachsamkeit auf, die besonders darin besteht das Angebot der Barmherzigkeit Gottes reichlich anzunehmen, was wir besonders durch den Glauben an Jesus Christus und dem Empfang der Sakramente tun. Dort wo der Herr mit den Taten seiner Barmherzigkeit ankommen kann, dort erfüllt sich schon jetzt etwas von den Worten des Propheten Jesaja, die wir am Schluss der Lesung gehört haben: „Ewige Freude ruht auf ihren Häuptern. Wonne und Freude stellen sich ein, Kummer und Seufzen entfliehen“. Amen.

 

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