Kirche/Liturgie

Predigt zum 4. Adventsonntag, Lj A, 2016 (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; gedanklich angeregt durch P. Hans Buob, Bibl. Predigten zu den Sonntagsev., Lj A, S 31-36).

Der vierte Adventsonntag möchte unseren Glauben stärken,

dass mit der Geburt Jesu der lang ersehnte Messias, der Sohn Gottes in die Welt gekommen ist. Zweimal wird ganz klar ausgesagt, dass Maria Jesus durch den Heiligen Geist empfangen hat. Einmal wird darauf hingewiesen, dass Maria schon mit Josef verlobt war und dabei auch gesagt, dass die beiden noch nicht zusammen gekommen sind. Das bedeutet, dass Josef sie noch nicht als Braut heimgeholt hat. Mit diesem Hinweis wird ausgesagt, dass Maria nicht durch Josef, sondern durch das Wirken des Heiligen Geistes das Kind empfangen hat. Ein zweites Mal ist es der Engel des Herrn, der dem heiligen Josef in seiner Gewissensnot zu Hilfe kommt und ihm im Traum mitteilt, dass Maria nicht mit einem anderen Mann zusammengekommen ist, sondern dass das Kind, das sie erwartet, vom Heiligen Geist ist.

 

Der Evangelist Matthäus belegt die göttliche Herkunft des Kindes auch noch mit einem Wort Gottes aus dem Alten Testament: „Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns“ (Jes 7,14).

Mit dem Hinweis auf die Jungfrau, die ein Kind empfangen und Jungfrau bleiben wird, ist nochmals bestätigt, dass Maria Jesus nicht auf natürliche Weise durch einen menschlichen Vater, sondern durch ein übernatürliches Wirken empfangen hat.

Es gibt immer wieder Menschen, die es besser wissen wollen als Gott und dafür eintreten, dass Josef, nicht nur der Pflegevater, sondern auch der leibliche Vater Jesu ist. Damit geben sie aber auch den Glauben preis, dass Jesus nicht nur der Sohn Mariens, sondern auch der Sohn Gottes ist. Denn zwei Menschen können unmöglich ein Kind zur Welt bringen, das zugleich Gott und Mensch ist. Wir dürfen dem Wort Gottes mehr vertrauen als noch so gescheiten menschlichen Worten. Wir glauben dem, was Gott durch den Propheten gesagt hat: „Seht die Jungfrau wird ein Kind empfangen, …“

 

Gott hat uns in der Geburt seines Sohnes aus der Jungfrau Maria ein Zeichen gegeben, dass Er ein „Gott mit uns“ ist. In Jesus Christus ist Gott als Mensch, als Kind zu uns gekommen. Der unsichtbare Gott ist sichtbar geworden. Er kann mit uns fühlen, mit uns lachen, mit uns leiden. Wir können ihn anschauen, auf ihn hören. Er spricht mit einem menschlichen Mund die Worte Gottes zu uns.

 

Gott ist mit uns und für uns. Jesus hat seinen menschlichen Leib, den er aus Maria angenommen hat, für uns hingegeben, um seinen Auftrag zu erfüllen, sein Volk von seinen Sünden zu erlösen. Auf diesen Auftrag weist der Name Jesus hin, der besagt: Gott ist Heil. In Jesus bietet uns Gott das Heil an. Wir müssen nicht dadurch in den Himmel kommen, dass wir perfekt sind. Wir dürfen Fehler haben. Aber wir sollen das Heil annehmen, das uns Gott in Jesus bereitet. Wir sind eingeladen ihm unser Herz zu öffnen und ihm alles zu übergeben, was der Vergebung und der Heilung bedarf. Er hat kein größeres Verlangen als auch an uns seinen Auftrag erfüllen zu dürfen, uns von unseren Sünden zu erlösen. Er will alles wegnehmen was uns von ihm trennt und uns ganz mit ihm vereinigen. Gott ist Mensch geworden, damit wir an seinem göttlichen Leben teilnehmen dürfen.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Gott hat uns als sein Abbild erschaffen, ihm ähnlich. Wir verwirklichen daher unser Leben, je mehr es uns gelingt Gott ähnlich zu werden, die Liebe zu leben. Durch die Menschwerdung seines Sohnes möchte Gott erreichen, dass wir immer mehr befreit werden von allem, was nicht der Liebe entspricht: Egoismus, Habsucht, Herrschsucht und vieles andere Finstere in uns. Gott möchte uns durch Jesus verwandeln in Menschen, die nicht für sich selber leben, sondern für ihn und die Menschen. Die Pfarrgemeinderatswahl im März 2017 ist eine neue Möglichkeit Zeit und Talente in den Dienst Gottes und der Menschen zu stellen. Gott möchte durch jeden von uns seine Liebe in die Welt bringen und sichtbar machen, dass er ein „Gott mit uns und für uns“ ist. Amen.

 

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.