Kirche/Liturgie

Predigt zur Christmette 2016 (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt)

Wir haben in der Lesung eine Stelle vom Propheten Jesaja gehört,

der im 8. Jahrhundert vor Christus die Geburt eines Kindes vorausgesagt hat: „Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt, die Herrschaft liegt auf seiner Schulter“. Wir glauben, dass mit der Geburt unseres Herrn Jesus Christus diese Weissagung des Propheten in Erfüllung gegangen sind. Diesem Kind schreibt der Prophet große Eigenschaften zu: „Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens“. Zwei von diesen Namen, die dem Herrn Jesus gegeben werden, möchte ich etwas deuten:

 

Das Jesuskind wird Vater in Ewigkeit genannt. Ein Vater ist jemand, der zeugt, der Leben hervorbringt. Gott selber ist Vater. Er ist der Ursprung. Von ihm kommt alles Leben. Die irdischen Väter haben Anteil an dieser Vaterschaft Gottes. In der Bibel ist Abraham der Stammvater des Volkes Israel. Wenn Jesus Vater genannt wird, dann ist das im geistigen Sinn zu verstehen. Durch ihn sind wir zu einem neuen Leben geboren worden, zum Leben als Kind Gottes. Das Gesetz dieses neuen Lebens, das wir durch Jesus in der Taufe empfangen haben, ist die Gottes- und Nächstenliebe.

Wir können das Kind von Bethlehem bitten, dass es uns hilft dieses neue Leben der Liebe zu leben: der Gehorsam zum Willen Gottes, die Hilfsbereitschaft, das Dienen, das Klein sein,

Es gibt so viel Gegenteil von Liebe in der Welt: Hass, Feindschaft, Verletzung der Menschwürde, … Hören wir nicht auf die Liebe in die Welt zu bringen, den Menschen Gutes tun, ob sie es verdienen oder nicht. Weihnachten ist das Fest der Zuwendung Gottes zu den Menschen. Er will auch jeden von uns stärken sich den Menschen zuzuwenden.

In den Augen Gottes haben wir eine unendlich große Würde. Wir sind ihm das Kostbarste wert. Er gibt seinen Sohn für jeden von uns. Bitten wir Gott um den Heiligen Geist, dass die Würde des Menschen wieder mehr in der Welt erkannt wird. Bitten wir Jesus den Vater in Ewigkeit, den Vater des neuen Lebens, dass er in uns und in der ganzen Menschheit wieder mehr die Liebe entzünde.

Das Jesuskind wird Fürst des Friedens genannt. Der Sohn Gottes ist Mensch geworden um uns den Frieden zu bringen, den Frieden mit Gott und den Frieden untereinander. Jesus hat hinweggenommen, was den Unfrieden gebracht hat, die Sünde. Schon bei Adam und Eva sehen wir wie sehr die Sünde die Harmonie mit Gott und untereinander zerstört hat. Sie verstecken sich vor ihm. Sie machen sich einander Schuldzuweisungen. Jesus ist gekommen, die Menschen von den Sünden zu erlösen und ihnen so den Frieden wieder zu schenken.

Es wird uns immer mehr bewusst, dass allein menschliche Kraft nicht ausreicht um den Frieden herzustellen. Vor kurzem hat jemand mit mir über die Situation der Welt gesprochen und nach einer Zeit des Gespräches ist aus seinem Herzen der Satz gekommen: Wir brauchen einen Retter. Der Retter ist schon da mit seiner ganzen Kraft uns zu retten. Aber er will auch, dass wir ihn bitten, dass wir ihn noch mehr bitten.

Jeden Sonntag, ja bei uns sogar noch jeden Tag, haben wir die Möglichkeit zu Jesus in die heilige Messe zu kommen und ihm alle Anliegen zu bringen, besonders die Bitte um den Frieden. Die Gottesmutter hat in Fatima inmitten des ersten Weltkrieges eingeladen täglich den Rosenkranz zu beten, damit der Friede wieder erlangt wird. Nächstes Jahr begehen wir das 100 Jahr Jubiläum der Marien Erscheinungen  in Fatima. Ein besonderer Anlass uns wieder zu entscheiden dieser Botschaft der Gottesmutter zu folgen.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Bei der Geburt Jesu in Bethlehem loben die Engel Gott mit den Worten: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade“. Diese Botschaft stärkt in uns das Vertrauen, dass es trotz großer Dunkelheit in unserer Zeit den gibt der das Licht bringen kann, die Liebe und den Frieden. Öffnen wir ihm zuerst unser eigenes Herz, damit er in uns mit seiner Gnade wirken kann und wir Menschen seiner Gnade sind, die seinen Frieden und seine Liebe im Herzen tragen. Er möchte zuerst uns verwandeln und durch uns Licht in die Welt bringen. Amen.

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