Kirche/Liturgie

Predigt zum Jahresschluss 2016 (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt)

Im Evangelium haben wir gehört, dass Gott die Welt durch Sein Wort erschaffen  hat:

„Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist“. Im Genesisbericht heißt es auch, dass Gott alles gut erschaffen hat: Er sah, „dass es gut war“. Und nachdem er den Menschen erschaffen hat, heißt es sogar: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut“. Das ist die Absicht des Schöpfers gewesen. Doch der Teufel hat diesen Plan Gottes vermasselt. Der Mensch hat sich von ihm verführen und in die Auflehnung gegen Gott hineinziehen lassen. Und so ist in die Schöpfung, die Gott gut erschaffen hat, auch das Böse hineingekommen.

 

Der Evangelist Johannes spricht von der Finsternis, die es in der Welt gibt. Vom Wort, durch das alles erschaffen worden ist, heißt es: „In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis.“ Jesus ist das menschgewordene Wort. Er ist das Licht, das in die Welt gekommen ist. Die Finsternis ist daher das Gegenteil von Jesus, das Gegenteil von Liebe, Friede, Freude, Gerechtigkeit, Wahrheit, … Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsansprache auf Situationen der Finsternis im vergangenen Jahr hingewiesen:

Er sprach über den Bürgerkrieg in  Syrien, insbesondere über die grauenhafte Schlacht in Aleppo. Er sprach über den fortwährenden Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern, über das Leid in verschiedenen Regionen Afrikas, „wo der Terrorismus sogar Kinder ausnutzt, um Schreckenstaten und Morde zu verüben“, und über den Krieg in der Ostukraine. Er erinnerte an Vertriebene, Migranten und Flüchtlinge. Auch auf den Terror in Europa ging Franziskus in seiner Weihnachtsbotschaft ein. Ausdrücklich bat er um Frieden für jene, „die verletzt wurden oder einen geliebten Menschen verloren haben durch grausame Terrorakte, die im Herzen vieler Länder und Städte Angst und Tod gesät haben“.

Angesichts dieser Botschaft des Papstes möge es uns fern sein heute mit ausgelassener Stimmung und mit übertriebenem Raketenfeuer das Jahr zu beenden.

Wir wollen angesichts der vielen negativen Nachrichten des letzten Jahres aber nicht vergessen auch auf das Gute zu schauen, das geschehen ist und dafür Gott danken: Wir wollen danken für das Gute, das Gott uns wieder durch die Gaben der Schöpfung geschenkt hat, dass Getreide gewachsen ist und wir unsere Tiere wieder mit Heu füttern können und  so nicht Mangel an Nahrung leiden müssen und dass wir auch von größeren Katastrophen bewahrt geblieben sind. Wir wollen danken für den Arbeitsplatz, der nicht mehr selbstverständlich ist. Wir wollen danken für das Gute, das Gott durch den treuen Dienst vieler Menschen gewirkt hat. Wie viele Taten der Liebe sind geschehen durch die Hände der Mütter und Väter in den Familien? Viele Taten der Liebe sind geschehen durch den Dienst vieler Menschen in sozialen Einrichtungen und Vereinen. Wieviel Zeit und Kraft haben Männer und Frauen eingesetzt, damit im kirchlichen Leben der Pfarre wieder alle Aufgaben erfüllt werden konnten.

Dazu möchte ich noch eine Parabel erzählen, in der ein Schwein zu einer Kuh kam und jammerte: „Die Menschen sprechen immer nur über deine Freundlichkeit. Zugegeben: Du gibst Milch. Doch von mir haben sie viel mehr: Schinken, Speck, Borsten. Und selbst meine Füße verspeisen sie. Und doch hat mich niemand gern. Für alle bin ich bloß das Schwein. Warum?“ Die Kuh dachte einen Augenblick nach und sagte dann: „Vielleicht ist das so, weil ich gebe, während ich noch lebe.“ Vergelt´s Gott allen, die geben, solange ihnen das Leben geschenkt ist.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Durch die Geburt seines Sohnes hat uns Gott das Licht geschenkt, das jeden Menschen erleuchtet. Nehmen wir Jesus zuerst selber auf, damit er uns zu Kindern Gottes macht. Werden wir auch nicht müde durch unser Gebet und durch unsere guten Taten mitzuhelfen, dass Menschen ihr Herz für Jesus und für sein Wort öffnen und so von ihm verwandelt zum Licht für andere werden. Amen.

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