Kirche/Liturgie

Predigt zum 2. Sonntag im Jkr, Lj A; (Pfr. Rupert Toferer, inhaltlich angeregt durch P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj A, S 192-195)

Im Evangelium verkündet Johannes der Täufer Jesus als das Lamm Gottes,

das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Johannes hat in Jesus zuerst den Richter angekündigt. Nun aber als Jesus zu ihm an den Jordan kommt und sich in die Reihe der Sünder stellt verkündet Johannes ihn als das Lamm Gottes.

Das Lamm erinnert das Volk Israel an das Paschalamm, das in Ägypten geschlachtet und gegessen worden ist, in jener Nacht in der Gott sein Volk aus der langen Sklaverei befreit hat. Es ist somit ein Symbol für die Erlösung, die Gott geschenkt hat. Das Lamm erinnert an den Gottesknecht, dem die Sünden der Menschen aufgeladen werden. Jedes Jahr hören wir am Karfreitag die Worte aus dem 4. Gottesknechtslied: „Der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf“ (Vgl. Jes 53,6-7).

 

Jesus ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt, wörtlich heißt es wegträgt. Er ist nicht gekommen um zu richten, sondern um zu retten, er ist gekommen um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele. Ihm, dem schweigenden Lamm wird die Sünde als Last aufgelegt und er trägt sie weg. Nicht nur die Sünde seines Volkes Israel, sondern die Sünde der Welt, die Sünde aller Völker, die Sünde aller Menschen zu allen Zeiten, trägt er weg. Jesus ist der Erlöser aller Menschen.

„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt, ich werde euch Ruhe verschaffen“ (Mt 11,28). Der Herr selber ist es, der einlädt, dass wir mit unseren Sünden zu ihm kommen. Wir dürfen sie ihm übergeben, er möchte sie wegtragen und uns im Herzen Erleichterung schenken.  Ein Priesterfreund, der ziemlich zur gleichen Zeit mit mir ins Priesterseminar eingetreten ist, hat einmal gesagt, dass es ihm am Anfang nicht leicht gefallen ist in einer Beichte seine Sünden zu bekennen. Er ist auch ein Spätberufener gewesen und hat vorher kaum die Beichte empfangen.

Er hat sich durchgerungen und ist zu einem Pater in einem Kloster gegangen. Er musste viele Stufen hinaufsteigen, um zum Pater zu kommen. Nach der Beichte ist ihm so leicht gewesen, dass er beim Heruntergehen der Stufen kaum seine Füße gespürt hat. Jesus ist gekommen um Lasten von unserem Herzen wegzutragen.

 

Das kann auch in uns die Sehnsucht erwecken etwas zu tun, dass Menschen vom Heiligen Geist bewegt werden in Jesus den Erlöser zu erkennen und ihr Herz für ihn zu öffnen und sich von Lasten befreien zu lassen. Es gibt zwei verschiedene Verhaltensweisen, wie wir zur gegenwärtigen Situation Stellung nehmen können: Einerseits das resignative Verhalten: Einfach zu jammern, dass die Welt so schlecht ist, es hilft nichts mehr, ich kann nichts mehr tun. Oder die positive Einstellung, die sagt: Weil die Welt so ist, kann ich noch etwas tun. Ich kann etwas Lamm sein. Ich kann im Gebet die Menschen zu Gott tragen. Ich kann mitwirken, dass es anderen etwas leichter wird.

 

Auch was die bevorstehende PGR-Wahl betrifft, besteht diese Möglichkeit sich zu entscheiden Lamm in der Pfarre zu sein. Es gibt jedes Jahr viele Aufgaben zu verrichten, wie z. B.: Die Kinder und Jugendlichen auf die Sakramente vorzubereiten, die Kranken und Alten zu besuchen, die sozialen Werke durchzuführen, die Sternsinger Aktion und Caritashaussammlung, die kirchlichen Feste mitzugestalten und vieles andere. Das alles braucht Menschen, die bereit sind mitzudenken und mitzutragen. Es gibt leider oft mehr Stimmen, die eher beklagen oder kritisieren, was alles nicht in der Pfarre geschieht oder nicht gut verläuft. Mittragende sind wenige.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Wir haben in der Taufe den Heiligen Geist empfangen. Durch diesen Geist ist die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen. Unser Leben als Kinder Gottes verwirklichen wir, wenn wir uns vom Heiligen Geist zu Taten der Liebe zu Taten für Gott und die Menschen bewegen lassen. Je mehr es uns also gelingt Lamm zu sein umso mehr wird uns die Freude des Heiligen Geists erfüllen. Amen.

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