Kirche/Liturgie

Predigt zum 3. Sonntag im Jkr Lj A (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; inhaltl. angeregt von P. Hans Buob, Bibl. Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj. A, S. 196-204)

Wir haben im Evangelium gehört, dass Jesus seine Heimat Nazareth verlässt und

sein öffentliches Wirken in Kafarnaum beginnt, das am See Genezareth liegt, im Gebiet von Naftali und Sebulon im heidnischen  Galiläa. Das Volk, das im Dunkel lebt, das Volk, das noch in Unwissenheit lebt, das noch nicht die Wahrheit hat, das den Erlöser noch nicht kennt, hat ein helles Licht gesehen. Und Jesus ist dieses Licht und er beginnt von da an zu verkünden: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“.

 

Mit Jesus ist das Himmelreich nahe gekommen. Gott will durch ihn sein Reich errichten, sein Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens. Dieses Königtum Gottes hat schon am Anfang bestanden, ist aber durch den Aufstand der Sünde in Frage gestellt worden, sodass der Widersacher Gottes die Herrschaft übernommen hat. Durch Jesus ist aber der Fürst dieser Welt hinausgeworfen worden und Gott kann wieder die Herrschaft übernehmen in den Herzen der Menschen, die an Jesus glauben. Die Königsherrschaft Gottes hat durch die Taufe in uns begonnen. Zur Taufe gehört aber auch die Umkehr, ohne die es Gott nicht möglich ist in uns König zu sein.

 

Deshalb der Ruf Jesu: Kehrt um!

Das griechische Wort für Umkehr „Metanoia“ bedeutet wörtlich Umdenken, seine Meinung ändern; nicht mehr von sich her zu denken, sondern von Gott her. Umkehr bedeutet sich entscheiden anders denken anzufangen, das Denken vom Evangelium erleuchten zu lassen. Sein Wort soll unser Denken und damit unser Reden und Tun prägen. Was Umkehr konkret bedeutet sehen wir an den Aposteln. Sie haben mitten im Alltag den Ruf Jesu: Kommt, folgt mir nach! wörtlich: Kommt her, hinter mich! gehört und sind sofort Jesus nachgefolgt. Das ist nicht so sehr ihre Kraft gewesen, sondern das Wort Jesu hat sie so stark berührt, dass sie sofort bereit waren ihren Vater zu verlassen und ihren Beruf zu wechseln, nicht mehr Fische zu fangen, sondern Menschen für das Himmelreich zu gewinnen. Die Apostel waren offen für den Ruf Gottes.

Jesus beginnt also sein öffentliches Wirken, indem er Menschen sucht und beruft, die seine Verkündigung in die Welt hinaustragen und durch die er weiterhin durch alle Zeiten hindurch als Erlöser und Heiland wirken will.

 

Jesus beruft auch heute Menschen von ihrer Arbeit weg und will sie zu Menschenfischern machen: Ich weiß von einem Mann aus Indien, der von seinen Eltern gläubig erzogen worden ist, die ihn täglich in die heilige Messe mitgenommen haben, sodass sein Glaube sehr stark geworden ist. Er war Technikingenieur und er ist Vater von zwei Kindern. Er hat einmal am Grab eines europäischen Missionars gebetet. Und dabei ist ihm bewusst geworden, wie sehr er diesem Missionar dankbar sein muss, der sein ganzes Leben dafür eingesetzt hat, damit er den Glauben an Jesus Christus haben kann. Und während des Gebetes hat er in seinem Herzen den Ruf gehört: „Geh nach Europa und hilf dort mit den Glauben an Jesus wieder zu stärken!“ Er ist diesem Ruf gefolgt und viele sind durch die Teilnahme an seinen Einkehrtagen und Exerzitien im Glauben gestärkt worden.

Es gibt verschiedene Aufgaben und Dienste in der Kirche. Gott beruft Menschen, die er für eine bestimmte Aufgabe braucht, damit sein Wirken in der Welt lebendig bleibt.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Wir stehen in der Zeit der Vorbereitung auf die PGR-Wahl. Und da kann es sein, dass der Eine oder die Andere von euch angesprochen wird mit der Bitte sich als Kandidat oder Kandidatin aufstellen zu lassen. Der Angesprochene ist dann eingeladen zu prüfen ob diese Anfrage an ihn ein Ruf von Jesus ist, der ihn für eine bestimmte Aufgabe haben will. Es kann sein, dass Jesus durch diesen Menschen etwas Wertvolles in die Pfarre einbringen will. Die Apostel haben sofort Ja gesagt zum Ruf Jesus und er hat sie selber mit seinem Wort und seinem Beispiel und vor allem mit seinem Geist fähig gemacht Apostel zu sein. Wer sich also von Jesus rufen lässt und ihm nachfolgt, darf vertrauen, dass er von ihm auch dazu die Kraft und die Eignung und die Freude bekommt. Amen.

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