Kirche/Liturgie

Predigt zum 5. Sonntag im Jkr. Lj. A (Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; inhaltl. angeregt von P. Hans Buob, Bibl. Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj. A, S. 214-219)

Im Evangelium haben wir auch heute eine Stelle aus der Bergpredigt gehört,

in der Jesus die neue Lehre vom Reich Gottes verkündet. Die Rede ist an seine Jünger gerichtet. Die Rede ergeht aber an uns alle. Denn durch die Taufe gehören wir alle zu ihm und sind wir alle berufen auf ihn zu hören und nach seinem Evangelium zu leben. Wir haben durch die Taufe und die Firmung den Heiligen Geist empfangen, der uns zum Salz und zum Licht der Welt machen will.

 

Die Bergpredigt hat Jesus, wie der Name sagt, auf einem Berg, bzw. auf einem Hügel in der Nähe von Kafarnaum gehalten, vom dem aus man den Ort Magdala sehen kann. In Magdala ist damals der sogenannte „Dörrfisch“ hergestellt worden. Dazu hat man viel Salz gebraucht. Das Salz ist in Blöcken vom Toten Meer herbeigeschafft worden. Aber nicht alle weißen Blöcke sind Salz gewesen. Es sind auch Blöcke dabei gewesen, die nicht Salz waren und die hat man dann auf die Straße geschleppt und zertreten, als Wegmaterial verwendet. Jesus verwendet also wieder ein Bild aus der Natur und der Arbeitswelt, das den Menschen in dieser Gegend sehr vertraut war. Er hat zu den Jüngern gesagt: Was das Salz für den Fisch oder auch für andere Speisen ist, das sind sie für die Welt. So wie das Salz den Fisch und die Speisen haltbar macht und verhindert, dass sie verfaulen, so bewirken die Jünger in der Welt, dass der Glaube bewahrt bleibt, dass er nicht versickert und nicht „faul“ wird.

 

Wenn wir mit unseren Worten für die Botschaft Jesu eintreten, oder wenn wir durch unser Leben den Glauben an Jesus sichtbar machen, sind wir Salz für die Welt. Wenn wir zum Beispiel den Tag des Herrn beachten, die heilige Messe mitfeiern und die Sonntags-Ruhe einhalten, oder wenn wir uns für den Schutz des Lebens einsetzen vom ersten Augenblick der Empfängnis im Mutterschoß bis zum natürlichen Ende unseres Lebens, oder wenn Eheleute sich entscheiden die Treue zu leben und zusammenzuhalten, dann sind wir Salz für die Welt, dann weisen wir durch unser Leben auf die Botschaft Jesu hin.

Vom heiligen Apostel Paulus haben wir in der Lesung gehört, dass er nichts anderes verkünden wollte als Jesus, als den Gekreuzigten. Das Kreuz wird von der Welt abgelehnt. Es darf kein Leiden und nichts Unbequemes geben. Wenn wir das Kreuz, das uns durch Krankheit, durch Mitmenschen, durch berufliche Tätigkeit auferlegt sein kann, annehmen und geduldig tragen, dann weisen wir auf die Wahrheit hin, dass es im Leben das Kreuz gibt, dann sind wir Salz für die Welt.

 

Jesus sagt zu seinen Jüngern auch, dass sie das Licht der Welt sind. Licht sind wir vor allem durch die guten Werke, wie wir es in der ersten Lesung gehört haben: „Teile an die Hungrigen dein Brot aus, nimm die obdachlosen Armen ins Haus auf, wenn du einen Nackten siehst, bekleide ihn und entziehe dich nicht deinen Verwandten. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, …“

 

Licht und Salz sind wir nicht durch unsere eigene Leistung. Das Licht und das Salz der Welt ist der Heilige Geist. Durch den Heiligen Geist ist die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen. Der Heilige Geist bewirkt in uns, dass wir Taten der Liebe bewegt werden. Aber wir können dem Heiligen Geist das Wirken in uns erschweren, indem wir zu wenig beachten, was Jesus gesagt hat. Durch die Art und Weise wie wir leben können wir das Licht, das in uns ist, verdecken, ein Gefäß darüber stellen. Das Salz, das in uns ist, kann seinen Geschmack verlieren, wenn wir uns nicht entscheiden auf Jesus zu hören und nach seinem Wort zu leben. Die Leute werden uns vielleicht nicht so schnell zertreten, aber sie werden uns nicht mehr beachten, weil wir uns zu sehr der Welt angepasst haben.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Möge die Bergpredigt, die ja auch das Evangelium im Evangelium genannt wird, ermutigen Jesus als den wahren Lehrer unseres Lebens zu erkennen und uns stärken auf ihn zu hören, damit der Heilige Geist uns zum Salz und zum Licht machen kann, was ja die Welt in unserer Zeit so notwendig braucht. Amen.

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