Kirche/Liturgie

Predigt zum 3. Fastensonntag, Lj A (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt)

Wir haben im Evangelium das Gespräch Jesu mit der samaritanischen Frauam Jakobsbrunnen gehört. Die Frau ist in der Mittagshitze hinausgegangen um Wasser zu holen. Sie hat bewusst das Zusammentreffen mit anderen gemieden, weil im Dorf bekannt war, dass sie gegen das Gesetz des Moses mit einem Mann zusammenlebt und so von den Leuten verrufen war. Jesus sagt zu der Frau, dass dieses Wasser allein den Durst des Menschen nicht stillen kann. Er ist gekommen um den Durst der Seele zu stillen. „Meine Seele dürstet nach Gott“, heißt es im Psalm 63. Der Durst des Menschen ist der Durst nach Gott. Es ist der Durst nach Liebe, denn Gott ist die Liebe. Der Durst des Menschen ist dann gestillt, wenn er ganz mit der Liebe Gottes erfüllt ist. (Vgl. P. Hans Buob, Bibl. Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj. A, S. 92-93)

 

Jesus hat Mitleid mit dieser Frau, die sich durch die Sünde von der wahren Quelle entfernt hat. Er macht ihr aber keinen Vorwurf, er kommt ihr liebevoll entgegen und führt sie zur Selbsterkenntnis. Mit Hilfe seiner prophetischen Worte erkennt sie, dass ihr Leben nicht in der Wahrheit ist und sie nach etwas anderem dürstet als nach dem vergänglichen Wasser. Fünf Männer, die sie gehabt hat und auch der jetzige, der nicht ihr Mann ist, haben ihren Durst nicht stillen können.

 

Die Frau ist nicht ungläubig gewesen. Sie hat geglaubt, dass der Messias kommen wird. Und nun ist sie ihm begegnet. Jesus hat ihr geholfen in ihm den Messias zu erkennen und sie hat ihr Herz soweit für ihn geöffnet, dass er sie mit seiner Liebe und Freude erfüllen konnte. Diejenige, die sich zuerst vor den Menschen versteckt hat, ist durch die Begegnung mit dem Messias so gestärkt worden, dass sie nun zu den Menschen läuft und ihnen Zeugnis von Jesus gibt.

 

Jesus hat das Gespräch am Brunnen mit einer Bitte an die Frau begonnen: „Gib mir zu trinken“! Als Mensch hat er in dieser Hitze am Mittag auch Durst nach Wasser gehabt. Aber auch hier ist ein tieferer Durst angesprochen, den Jesus hat, der ja auch Gott ist.

Nicht nur der Mensch hat Durst nach Gott, sondern auch Gott hat Durst nach dem Menschen. Jesus dürstet nach unserer Liebe. Er dürstet danach uns das Heil schenken zu dürfen. Wir stillen den Durst Jesu, wenn wir uns auf ihn einlassen, wenn wir auf ihn hören. „Auf ihn sollt ihr hören“. haben wir letzten Sonntag gehört. Wir stillen den Durst Jesu, wenn wir ihm unsere Sünden bekennen und seine Barmherzigkeit annehmen.

 

Das Wort: „Gib mir zu trinken“, erinnert uns auch an das Wort Jesu am Kreuz: „Mich dürstet“. Für die heilige Mutter Teresa ist dieses Wort zentral geworden für ihre Liebe zu den Ärmsten der Armen. In den Armen hat sie Jesus erkannt. Wir stillen den Durst Jesu, wenn wir den Armen helfen. Jesus dürstet nach Menschen, die mithelfen, dass Hungernde zu essen haben, dass Obdachlose ein Dach über den Kopf haben, dass Kindern und Frauen Bildung ermöglicht wird, und vieles andere.

 

Unser Herr Erzbischof, Dr. Franz Lackner, hat in seinem Hirtenwort zum Familienfasttag hingewiesen, dass wir als Kirche und als Christen Verantwortung haben über den Innenraum der Kirche hinauszugehen. „Es genügt nicht, dass es uns und unserer Gemeinschaft gut geht. Was Gott uns schenkt, müssen wir weitergeben, wie Jesus selbst es im 10. Kapitel des Matthäusevangeliums fordert: Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“. So bittet er „die Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung aus ganzem Herzen zu unterstützen. […] Möge Gott alle Beteiligten an dieser Spendenaktion reich segnen“.

 

Der Familienfasttag ist somit auch eine Möglichkeit mit unseren Gaben den Durst Jesu zu stillen. Amen.

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