Kirche/Liturgie

Predigt zum 3. Sonntag der Osterzeit, Lj A, 2017 (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt)

Die Sonntage nach Ostern berichten von der Begegnung der Jünger mit dem auferstandenen Herrn Jesus Christus. Wir haben die Botschaft, dass Jesus auferstanden ist und lebt von Menschen empfangen, die ihm nach seinem Tod wieder begegnet sind. Eine solche Begegnung des Auferstandenen mit den Aposteln haben wir heute im Evangelium gehört.

Die Jünger sind nach dem Tod ihres Herrn wieder in ihre Heimat nach Galiläa zurückgekehrt und haben nicht gewusst was sie jetzt tun sollen. Und Petrus hat entschieden wieder seinem alten Handwerk als Fischer nachzugehen. Doch sie hatten keinen Erfolg und mit dieser Erfolglosigkeit ist ihnen gezeigt worden, dass sie nicht mehr ihr altes Handwerk ausüben sollen, sondern Menschenfischer sein sollen zu dem sie der Herr am Anfang berufen hat.

 

Der auferstandene Herr hat ihre Not gesehen und ist ihnen nahgegangen. Er hat am Ufer auf sie gewartet und zu ihnen die Worte gesprochen: „Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen“.  Sie sind ihm gefolgt und haben getan, was er ihnen gesagt hat und ihr Netz ist so voll geworden mit Fischen, dass sie es gar nicht mehr ins Boot hereingebracht haben, sondern hinter dem Boot herziehen mussten. Mit dem Wunder hat Jesus ihnen gezeigt, dass sie ohne ihn nichts tun können, dass sie nur mit ihm erfolgreich sein können. Um wirklich Menschen für Jesus gewinnen zu können, müssen sie mit ihm verbunden bleiben auf ihn hören und tun, was er ihnen sagt.

 

Im Evangelium haben wir auch gehört, dass Jesus nicht nur Worte zu den Aposteln gesprochen, sondern für sie auch ein Mahl bereitet hat. Er hat für sie ein Kohlenfeuer gemacht und darauf Fisch und Brot gelegt. Nicht die Apostel haben ihn eigeladen, sondern er hat sie zum Mahl eingeladen: „Kommt her und esst“! Eigentlich ist es immer so, dass Gott zum Mahl einlädt, wenn wir am Tisch zum Essen zusammensitzen. Was wir essen ist immer geschenkt.

Wir sind die Eingeladenen. Die Natur, die Schöpfung, Gott hat es beschert. Auch wenn wir selber Arbeiten gehen um das tägliche Brot zu verdienen, können wir die Nahrung nicht selber machen, sie ist uns geschenkt: der Regen, die Sonne, die Kraft, dass ein Samenkorn neues Leben herbringt und hundertfache Frucht bringt, usw. Wer daher vor dem Essen ein Tischgebet spricht, handelt ganz in der Wahrheit, dass wir beschenkt sind: „Komm, Herr Jesus, sei unser Gast und segne, was Du uns bescheret hast“, oder: „Unser tägliches Brot gib uns heute“.

 

Gott möchte uns aber mehr geben, als nur Nahrung für den Körper. Der Mensch braucht auch Nahrung für das Herz, für die Seele. Er hat Hunger nach Liebe, nach Leben, nach bleibenden Leben, nach Leben in Fülle. Es ist der Hunger nach Gott, der in unserm Herzen ist und den Jesus stillen möchte, wenn er uns zum Mahl einlädt. Der Fisch und das Brot sind Zeichen für ihn selber. Der gebratene Fisch ist Zeichen für Jesus, der gelitten hat. In seinem Leiden hat er uns seine größte Liebe erwiesen, er hat ganz für uns gelebt. Er will uns mit seiner Liebe speisen, damit uns die Liebe nicht ausgeht. Vor allem das Brot ist ein Zeichen für Jesus, denn er ist das Lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, das Brot, das der Welt das Leben gibt.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

So ist besonders die heilige Messe das Mahl zu dem uns der auferstandene Herr einlädt. Er spricht seine Worte zu uns und gibt uns Weisungen für unser Leben damit es gelingt und erfolgreich wird. Er macht sich selber zur Speise und stillt in uns den Hunger nach Liebe, nach Leben in Fülle. Jesus ist am ersten Tag der Woche auferstanden. Das ist der Tag nach dem Sabbat, unser Sonntag. So möchte er uns besonders an diesem Tag einladen uns bei ihm zu versammeln und uns stärken für das christliche Leben am Beginn einer Woche. Wir alle sind berufen durch unser Leben etwas von Gott sichtbar zu machen und so mitzuwirken Menschen für Jesus zu gewinnen. Dass können wir nicht mit eigener Kraft. Dazu braucht es immer die Begegnung mit dem auferstandenen Herrn. Amen.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.