Kirche/Liturgie

Predigt zum 4. Sonntag der Osterzeit, Gute Hirten Sonntag, Lj A;

Um das Gleichnis vom Guten Hirten besser zu verstehen,

ist es gut zu wissen, dass die Schafe von mehreren Besitzern in einem gemeinsamen Pferch die Nacht verbracht haben. In der Nacht hat es einen Türhüter gegeben, der Wache gehalten hat. Am Morgen sind dann die Hirten gekommen und haben ihre Herden herausgerufen und sie auf die Weide geführt. Die Schafe haben die Stimme ihres Hirten erkannt und sind nur ihm gefolgt, keinem Fremden. Jesus verwendet hier ein alltägliches Geschehen in Palästina, um eine tiefe Aussage über die Kirche zu machen, über die Beziehung des Guten Hirten zu all jenen, die durch den Glauben und die Taufe ihm gehören.

In der Taufe sind wir in die Herde Gottes, in die Kirche aufgenommen worden. Gott hat uns durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes erlöst und in seine Gemeinschaft aufgenommen. Wir haben bereits in der Taufe die größte Liebe des Guten Hirten empfangen, der sein Leben hingegeben hat, damit wir das ewige Leben haben.

Somit gehören wir ihm, aber dennoch müssen auch wir uns entscheiden, ein Schäflein von ihm sein zu wollen. Bei der Taufe haben die Eltern und Paten für uns entschieden. Wenn wir dann größer geworden sind haben auch wir die Fähigkeit bekommen selber zu entscheiden ihm gehören zu wollen. „Meine Schafe hören auf meine Stimme“.

 

Seine Schafe sind also jene, die gerne alle Gelegenheiten nützen um ihn hören zu können: die Gelegenheit die heilige Messe mitzufeiern, in der immer wieder der Gute Hirte im Evangelium zu ihnen spricht, die Gelegenheit sich selber eine Bibel zu erwerben und darin zu lesen, die Gelegenheit Momente der Stille zu nützen, um auf die Stimme Gottes im Gewissen zu hören. Es geht darum in eine persönliche Beziehung mit dem Guten Hirten zu kommen und sich von ihm führen zu lassen.

Liebe Brüder und Schwestern!

Wir sind heute aufgerufen um geistliche Berufe zu beten. Wir bitten um (junge) Menschen, die bereit sind Jesus nachzufolgen im geweihten Stand als Diakon, Priester, Bischof, oder im Ordensstand als Bruder Schwester, oder Pater. Jesus selber trägt uns auf um Arbeiter in seinem Weinberg zu beten. Darin sollen wir nicht nachlassen. Bitten wir um Menschen, die sich vom Guten Hirten in rufen lassen, sodass wir immer reichlich die Möglichkeit haben das Wort Gottes zu hören und die Sakramente zu empfangen, durch die uns der Gute Hirte führen, leiten, nähren und stärken will.

Bitten wir auch um gute Familien, in denen der Glaube lebendig und die Liebe des Guten Hirten spürbar ist. Allen, die zweifeln, ob sie den Schritt wagen sollen, dürfen wir sagen, dass es sich lohnt dem Guten Hirten nachzufolgen, denn er ist auch die Tür und sie können den Menschen helfen durch diese Tür zu gehen, die auf die Weide des ewigen Lebens führt auf der sie Gott ohne Ende nähren wird mit seinem Frieden und mit Seiner Freude, mit seinem Leben in Fülle. Amen.

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