Kirche/Liturgie

Predigt zum Herz-Jesu Sonntag, Lj A (Rupert Toferer, Kössen/Schwendt, inhalt. angeregt durch P. Stefano Maria Manelli, Herz Jesu Herz der Menschen 2002, S. 10-14)


Wir verehren das Heiligste Herz Jesu. Das Herz ist die leibliche und auch die geistige Mitte einer Person. Es ist die leibliche Mitte, weil es das lebensspendende Blut in den ganzen Körper pumpt, in das Gehirn und in alle Organe. Hört es auf zu schlagen, hört der Mensch auf zu leben. Es ist auch die geistige Mitte, weil der Mensch sich im Herzen entscheidet ob er Gutes oder Böses tut. Gott hat den Menschen als reines Geschöpf in Freundschaft mit ihm erschaffen. Er hat dem Menschen aber auch die Freiheit gegeben und damit die Fähigkeit sich selber für die Freundschaft mit ihm entscheiden zu können.

 

Aber der Mensch hat diese Freiheit missbraucht und sich gegen Gott entschieden und somit dem Bösen Zutritt zu seinem Herzen gewährt.

Seitdem regiert im Herzen des Menschen nicht mehr Gott, sondern der Widersacher Gottes, der „Fürst dieser Welt“ (Joh 12,31).

Jesus spricht von diesem Zustand des menschlichen Herzens, wenn er sagt: „ Von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft“ (Mk 7,21-22).

 

Im Menschen ist seit jeher das Verlangen von allem befreit zu werden, was ihn nicht glücklich macht. Der heilige Apostel Paulus spricht von einem Kampf, der im Herzen des Menschen stattfindet und er bekennt von sich selber: „Das Wollen ist bei mir vorhanden, aber ich vermag das Gute nicht zu verwirklichen“ (Röm 7,18). Er hat entdeckt, dass in ihm das Böse vorhanden ist, obwohl er das Gute tun will und kommt zu der Schlussfolgerung, dass er sich nicht selber befreien kann. Er dankt Gott, dass er uns durch Jesus den Erlöser geschenkt hat (Vgl. Röm 7,14-25).

 

Wenn wir das Herz Jesu verehren, dann drücken wir dadurch den Glauben aus, dass Jesus unser Erlöser ist. Das sichtbare Herz Jesu ist ein Symbol für seine Liebe, mit der er uns erlöst hat. Jesus ist Gott. Und Gott ist die Liebe. Im Herzen Jesu ist also nur Liebe. In diesem Herzen ist keine Spur von Egoismus, dem es um den eigenen Nutzen geht. Im Herzen Jesu ist die Liebe, die nur das Gute will.

Es ist eine Liebe, die sich ganz verschenkt, eine Liebe, die sich hingibt, wie sie es am Kreuz getan hat. Das durchbohrte und offene Herz ist die Quelle aus der unaufhörlich die Liebe strömt, die das ewige Leben schenkt.

Durch diese Liebe sind wir gerettet. Jesus ist die Sühne für unsere Sünden. Das, was wir durch Versagen kaputt machen, weil in uns nicht nur die Liebe ist, das macht Jesus mit Seiner Hingabe am Kreuz wieder gut.

Am Menschen liegt es sich für diese Liebe Jesu zu öffnen. Das größte Hindernis ist der Stolz, der sagt, ich brauche niemand, der mich erlösen muss, ich komme mit allem selber zurecht.

 

Jesus lädt im Evangelium ein mit allen Lasten zu ihm zu kommen und er sagt: „Ich bin gütig und von Herzen demütig“. Er drückt damit aus, dass er immer geben will, wenn ein Mensch demütig ist und anerkennt, dass er auf die Liebe und Barmherzigkeit Gottes angewiesen ist.

Unsere Tiroler Vorfahren haben uns ein Beispiel gegeben: Sie haben in einer großen Not erkannt, dass sie mit der eigenen Kraft allein nicht bestehen können, dass sie auf die Hilfe Gottes angewiesen sind. Und sie haben vertraut, dass Jesu Herz ein gütiges Herz ist, das immer bereit ist zu geben. So haben sie sich im Gebet dem Herzen Jesu anvertraut und ihm die Treu gelobt und sind nicht enttäuscht worden.

 

Liebe Brüder und Schwestern! Auch wir sind eingeladen dieses Gelöbnis unserer Väter zu erneuern. Auch in unserer Zeit gibt es Not, vor allem den Mangel an Liebe. Setzen wir uns häufig der Liebe des Herzens Jesu aus, vor allem in der eucharistischen Anbetung. Bitten wir, dass sich viele Menschen auf der ganzen Welt für das Herz Jesu öffnen und von den Strahlen seiner Liebe berührt und verwandelt werden. Amen.

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