Predigt zum 21. Sonntag Jkr. Lj A (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt)

Im Evangelium haben wir gehört, dass Jesus den Apostel zweimal eine Frage stellt. Er fragt sie zuerst für wen ihn die Leute halten. Dass sie ihn für einen Propheten halten sagt noch nicht alles über Jesus aus. Er ist mehr als ein Prophet, mehr als ein Mensch, durch den Gott gesprochen hat. Mit der zweiten Frage ist jeder Apostel persönlich angesprochen, für wen er Jesus hält. Vor ihren Augen steht der Mensch Jesus von Nazareth, aber er ist mehr als sie sehen. Das können sie nur mit den Augen des Glaubens sehen. Petrus gibt aus dem Glauben die Antwort: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes“. Diesen Glauben hat Petrus nicht von sich selber, sondern der Vater im Himmel hat ihm erkennen lassen, wer Jesus ist.

Es geht um diesen Glauben, dass Jesus mehr ist als ein Mensch, mehr als ein Prophet, dass er der Sohn Gottes ist, der Messias, den Gott gesandt hat. Die Menschen haben einen Messias erwartet, der das Volk aus der Fremdherrschaft befreit, die 12 Stämme Israels vereinigen, als idealer König regieren und so den Frieden sichern wird.

Jesus bringt aber nicht nur einen äußeren, sondern einen tieferen inneren Frieden. Diesen inneren Frieden schenkt Jesus, indem er den Menschen die Sünden vergibt und sie mit Gott versöhnt. Auch die Apostel haben diesen Frieden von Jesus empfangen. Petrus hat Jesus verleugnet, Paulus hat ihn verfolgt und auch die anderen Jünger haben sich in Rangstreitigkeiten verstrickt und waren oft weit entfernt von dem, was Jesus gelehrt hat. Und zuletzt hatten sie auch nicht den Mut zu ihm zu stehen. Doch Jesus hat ihnen als Auferstandener seine Barmherzigkeit und seinen Frieden geschenkt. So haben sie sein Wirken auch tief im Herzen erfahren und das hat sie bewegt allen zu verkünden, dass Jesus der Messias ist, der den Menschen den wahren Frieden schenken will. „Die Liebe Christi drängt uns“, sagt der heilige Apostel Paulus (2 Kor 5,14). Wirklich überzeugt sein, dass Jesus der Messias ist, kann der Mensch erst, wenn er selber seine vergebende Liebe und den Frieden des Herzens empfangen hat.

Ich durfte vergangene Woche eine Pilgergruppe nach Medjugorje in Bosnien-Herzegowina begleiten und drei Tage dort verbringen. Die Fürsprache der Gottesmutter und das Gebet der vielen Gläubigen an dieser Ganden Stätte hilft den Menschen sich für das Wirken Jesu zu öffnen, sei es in der Heiligen Messe, in der Anbetung und besonders in der Beichte. An zwei Abenden durfte auch ich das Sakrament der Versöhnung anbieten. Stundenlang sind Menschen gekommen und haben die Erfahrung gemacht, dass Jesus von Lasten des Lebens befreit und den Frieden des Herzens schenkt. Viele von ihnen können die Freude gar nicht für sich behalten, sondern müssen sie weitergeben und werden so zu Zeugen, dass Jesus der Messias ist, der wahrhaft glücklich machen kann.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Auch wir sind eingeladen uns täglich für das Wirken Jesu zu öffnen, was schon geschieht, wenn wir uns für das Gebet entscheiden, wie es in der letzten Botschaft der Gottesmutter vom 25. August 2017 heißt: Heute rufe ich euch auf, Menschen des Gebets zu sein. Betet solange bis euch das Gebet zur Freude und zur Begegnung mit dem Allerhöchsten wird. Er wird euer Herz verwandeln und ihr werdet zu Menschen der Liebe und des Friedens werden. […]“. Amen.

 

 

 

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