Predigt zum Hochfest der heiligen Diözesanpatrone Rupert und Virgil

(Pfr. Rupert Toferer Kössen/Schwendt)

Die Lesung fordert uns auf die Menschen nicht zu vergessen, die uns das Evangelium, die Botschaft von Jesus, gebracht haben: „Denkt an eure Vorsteher, die euch das Wort Gottes verkündet haben“. Wir sollen dankbar sein für alles, was sie getan haben, damit wir das Wort Gottes hören können und so den Glauben an Jesus Christus empfangen haben, der uns das ewige Leben verheißt.

Der heilige Rupert ist von Worms am Rhein über Regensburg nach Salzburg gekommen. Er hat die Kirche und das Kloster St. Peter und das Frauenkloster am Nonnberg gegründet. Das sind Orte an denen schon 1300 Jahre lang das Wort Gottes verkündet und der Glaube an Jesus gefeiert wird.

Der heilige Virgil ist als gelehrter Mönch von Irland zu uns gekommen. Er hat den ersten Dom zu Salzburg gebaut und so der Verkündigung des Evangeliums ein Zentrum gegeben. Er hat unserer Diözese auch eine Ordnung gegeben, sodass die Menschen in den verschiedenen Regionen die Möglichkeit haben das Wort Gottes zu hören. Er hat auch Missionare in das heutige Kärnten gesandt, um dort den Völkern der Slawen und Karantanen den Glauben an Jesus Christus zu bringen. Diese Vorsteher und ihre Nachfolger sollen wir nicht vergessen und ihren Glauben nachahmen.

Im Evangelium des heutigen Festtages spricht Jesus auch über das Wort, das Er verkündet hat. Er sagt, dass seine Worte, die er gesprochen hat, nicht von ihm selber stammen. Es sind nicht Worte, die er sich selber ausgedacht hat.

Es hat viele bedeutungsvolle Menschen gegeben, die sich Gedanken über Gott gemacht und diese ausgesprochen haben oder aus ihrer Erfahrung über Gott gesprochen haben. Aber das sind doch nicht mehr als Menschenworte, private Worte. (Vgl. Wuppertaler Studienbibel, Das Evangelium des Johannes 2. Teil, erklärt von Werner de Boor, S. 70)

Das Wort Jesu ist Gottes Wort. Er spricht die Worte, die ihm der Vater aufgetragen hat.

Diese Worte sind Licht für unser Leben. Umso mehr wir uns für sein Wort öffnen, je mehr wir es hören, umso mehr werden wir verwandelt, werden auch wir Licht in der Welt. Wenn wir in uns hineinschauen oder auch um uns herum, dann erkennen wir, dass Vieles nicht Licht ist, dass es Finsternis gibt. Wer sich mehr mit Jesus beschäftigt und mit seinem Wort, der erkennt, dass er helles und reines Licht ist. Gott ist Licht und keine Finsternis ist in ihm. So ist jedes Wort von ihm Licht für unser Leben. (Vgl. Wuppertaler Studienbibel, Das Evangelium des Johannes 2. Teil, erklärt von Werner de Boor, S. 69)

Es hat also einen tiefen Sinn Sonntag für Sonntag und wer sich Zeit nehmen kann auch Werktags, das Evangelium zu hören und sich persönlich oder in Gemeinschaft mit dem Wort Gottes zu befassen, wie es bei Bibelrunden geschieht.

Wenn wir uns für sein Wort verschließen und es immer mehr zurückweisen, entfernen wir uns von Jesus und geraten immer mehr in die Finsternis. Das Wort, das wir jetzt ablehnen, wird auch einmal unser Richter sein, sagt Jesus im Evangelium.

Jesus spricht auch von seinem Auftrag, den er vom Vater erhalten hat. Sein Auftrag ist ewiges Leben. Das Ziel unseres christlichen Glaubens ist das ewige Leben, wie es Jesus auch in der Rede vom guten Hirten sagt: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10).

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Der Auftrag Jesu ist noch nicht zu Ende. Er geht weiter durch den Papst, die Bischöfe, Priester, Diakone, Ordensleute, aber auch durch jeden von uns. Wir alle sind gerufen durch unser Leben das Wort Gottes sichtbar zu machen, sowie auch in der Familie und in der Pfarre den Glauben an unsere Kinder und Jugendliche weiterzugeben und so mitzuwirken am Auftrag Jesu, der ewiges Leben ist. Für diesen Auftrag haben unsere Diözesanpatrone Rupert und Virgil ihre Heimat verlassen und ihre ganze Kraft eingesetzt. Für sie wollen wir heute Gott besonders danken und ihn loben. Amen.

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