Predigt zum 31. Sonntag im Jkr. Lj. A, Seelensonntag; (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; inhaltlich angeregt von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien Lesejahr A, S. 386-392)

Liebe Gläubige, liebe Mitglieder vom Kameradschaftsbund!

Das Evangelium gibt uns Hinweise, was zu einer guten Kameradschaft gehört. Das ist zuerst die Wahrhaftigkeit, die darin besteht, dass im Leben Reden und Tun übereinstimmen.

Jesus erkennt im Evangelium die Autorität der Pharisäer und Schriftgelehrten an, indem er sagt, dass sie es sind, die auf dem Stuhl des Moses sitzen und so den Willen Gottes lehren. Deshalb sollen die Jünger und das Volk auch befolgen, was sie sagen. Aber sie sollen sich nicht danach richten, was sie tun, „denn sie reden nur, tun selbst aber nicht was sie sagen“. Was sie lehren stimmt nicht mit ihrem Leben überein. Jesus sagt von ihnen, dass alles, was sie tun nur deshalb tun, damit es die Menschen sehen. Es geht ihnen also nicht um die Ehre Gottes, sondern um ihre eigene Ehre. Es geht ihnen darum von den Menschen geachtet zu werden wie fromm und gut sie sind. Das ist nur eine äußere Frömmigkeit – eine Scheinheiligkeit. Das äußere Tun stimmt nicht mit dem Herzen überein.

Wie steht es bei uns mit der Wahrhaftigkeit? Ist es nicht auch oft so, dass wir schnell Worte sprechen, ohne mit dem Herzen zu ihnen zu stehen, nur damit wir vor den anderen gut dastehen, von ihnen anerkannt und geachtet sind. So müssen wir eingestehen, dass wir nicht immer wahrhaftig sind, dass unsere Worte nicht immer mit unserem Tun übereinstimmen. Echte Kameradschaft ist aber dort, wo jemand auch mit dem Herzen zu dem steht, was er sagt. Es ist jemand auf dem man sich verlassen kann.

Auch die Worte Jesu, „[…] nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder, […] nur einer ist euer Vater, […] nur einer ist euer Lehrer“, sagen etwas über Kameradschaft aus. Damit wird nicht gemeint sein, dass es nicht möglich ist, diese Begriffe auf menschliche Personen anzuwenden. Aber es bedeutet für jene, die hier auf Erden Lehrer oder Meister sind, dass es auch für sie den göttlichen Lehrer und Meister gibt und dass auch sie noch in seine Schule gehen.

Das bedeutet für sie, dass sie mit der Haltung eines Bruders oder einer Schwester aus Liebe zu ihnen ihre Aufgabe als Lehrer oder Meister erfüllen. Auch die Väter haben noch einen gemeinsamen Vater im Himmel. Sie haben Teil an der Vaterschaft Gottes, der die Liebe ist. Und so ist es die Liebe, die das Wirken des irdischen Vaters bestimmen soll.

Es heißt im Evangelium, dass jener, der die höchste Stellung hat, der Diener von allen sein soll. Echte Kameradschaft besteht darin, dass sich niemand wegen seiner besonderen Fähigkeiten oder gesellschaftlichen Stellung über andere erhebt, sondern, dass er ihnen wie Brüdern und Schwestern dient.

Liebe Gläubige, liebe Kameraden!

Wir denken heute an die verstorbenen Kameraden und beten für sie. Danken wir Gott, wo sie uns ein Beispiel für echte Kameradschaft gegeben haben. Danken wir Gott auch wo es euch gelingt die Kameradschaft zu leben: mit euren Worten wahrhaftig zu sein, mit euren unterschiedlichen Aufgaben und Fähigkeiten wie Brüder und Schwestern einander zu dienen und zu helfen. Wir wollen nicht vergessen, dass diese guten Haltungen in unserem Leben eine Frucht aus der Verbindung mit Jesus Christus sind. Bitten wir ihn, dass Er sie weiterhin in Euch und in jeden von uns wachsen lässt. Amen.

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