Predigt zum 33. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr A (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; inhaltlich angeregt von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien Lesejahr A, S. 400-406).

Das Gleichnis von den Talenten macht uns bewusst, dass wir mit Gaben ausgestattet sind, die wir uns nicht selber gegeben haben. Es sind Gaben, die eigentlich nicht uns gehören. Von dem Mann, der auf Reisen ging, heißt es, dass er den Dienern sein Vermögen anvertraute. Das Geld, das er ihnen gab, ist sein Besitz. Das heißt für uns, dass die Gaben, die wir erhalten haben, nicht uns, sondern Gott gehören. Er hat sie uns anvertraut. Das heißt: Wir dürfen mit den Gaben und Fähigkeiten, die uns gegeben sind, nicht so umgehen als ob sie uns gehören und sie nur für uns und für unseren Vorteil gebrauchen. Sie sind uns gegeben, damit wir sie in den Dienst für Gott und für die Menschen einsetzen.

Es gibt verschiedene Gaben, mit denen Gott die Menschen beschenkt, z. B. mit den Gaben des Heiligen Geistes, die auch Charismen genannt werden. Dazu gehören:

Die Gabe Weisheit mitzuteilen, die Gabe Erkenntnis zu vermitteln, die Gabe der Glaubenskraft, die Gabe Krankheiten zu heilen, oder Wunder zu tun, die Gabe prophetisch zu reden, die Fähigkeit die Geister zu unterscheiden und andere (Vgl. 1 Kor 12,8-10; Röm 12,6-8).

Der Geist teilt einem Jeden seine besondere Gabe zu, damit sie anderen nützt. Sie sind den Menschen geschenkt, um anderen zu helfen.

Neben diesen übernatürlichen Gaben, gibt es auch die natürlichen Gaben, die Gott uns mit unserem Menschsein mitgegeben hat. Als Mann und Frau sind wir mit verschiedenen Fähigkeiten beschenkt.

In der Lesung haben wir aus dem Buch der Sprichwörter das sogenannte „Loblied auf die tüchtige Frau gehört“ gehört. Sie stellt all ihre Gaben und Fähigkeiten in den Dienst ihres Mannes. Sie tut ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens. Sie setzt ihre Fähigkeiten auch in den Dienst an Bedürftige und Arme ein. Von ihr wird gesagt, dass sie eine gottesfürchtige Frau ist.

Alles, was sie tut, tut sie aus Liebe zu Gott. Sie tut es nicht weil ihr Mann oder die Menschen es verdienen, sondern weil sie Gott dienen will und es ist sein Wille, dass sie Gutes tut.

Wenn wir diese Worte hören, denken wir besonders an die Heilige Elisabeth, die ihre Fähigkeiten als Frau ganz in den Dienst ihres Mannes und der Notleidenden eingesetzt hat.

Mit dem Menschsein sind uns auch noch andere Talente mitgegeben, z. B., dass jemand gut musizieren, gut singen oder gut vorlesen kann, oder jemand handwerkliche Fähigkeiten hat. Gott will, dass wir die von ihm geschenkten Gaben aus Liebe zu ihm einsetzen, damit andere etwas von seiner Liebe zu ihnen spüren und sich ihre Herzen für Gott öffnen.

Liebe Brüder und Schwestern!

Es kommt nicht darauf an welche Gaben und wie viele jemand hat. Es kommt darauf an, dass wir die Talente, die wir erhalten haben, nicht vergraben, sondern mit ihnen Gott dienen. So helfen wir mit dem Einsatz unserer Gaben mit, dass andere näher zu Gott finden und so das Reich Gottes wächst. Nützen wir die Zeit, die uns gegeben ist, damit wir bei der Wiederkunft des Herrn, sei es in unserem Tod oder bei der endgültigen Wiederkunft, die Worte hören dürfen: „Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. […] Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn“! Amen.

 

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