Predigt zum 18. Sonntag im Jkr. Lj B (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; angeregt durch Gedanken von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien Lj B, S. 293-300)

Am letzten Sonntag haben wir das Evangelium von der Brotvermehrung gehört.

Jesus hat die fünf Gerstenbrote und die zwei Fische in die Hand genommen, das Dankgebet gesprochen und sie dann an die Leute ausgeteilt, soviel sie wollten. Tausende Menschen sind satt geworden und zwölf Körbe voll von Resten sind übriggeblieben. Welch ein großes Wunder?

Was wir heute gehört haben, hat sich einen Tag nach der Brotvermehrung  ereignet. Die Leute haben bemerkt, dass die Jünger mit dem Boot abgefahren sind und dass auch Jesus nicht mehr da war. Sie haben sich auf die Suche nach ihm gemacht. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees gefunden haben, nennt Jesus ihnen den Grund, warum sie ihn suchen: „Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid“.

Jesus versteht seine Wunder und so auch die Brotvermehrung als göttliche Zeichen. Ein Zeichen ist immer etwas, das auf etwas anderes hinweist. Es ist nicht selbst die Wirklichkeit. Es weist auf die Wirklichkeit hin. Mit dem Zeichen der Brotvermehrung weist Jesus auf höhere Wirklichkeiten hin. Die Brotvermehrung ist ein Zeichen für eine höhere Gabe, die Jesus geben will. Er will nicht nur Brot geben, das den leiblichen Hunger stillt. Er will Brot geben, das ewiges Leben schenkt.

Das Wunder der Brotvermehrung wie jedes Wunder Jesu, ist zugleich ein Zeichen für ihn selber, ein Zeichen, das auf ihn hinweist. Das Zeichen soll helfen ihn zu erkennen, dass er nicht nur der Sohn einer menschlichen Mutter ist, sondern, der, den der Vater in die Welt gesandt hat.

 

Aber die Leute haben das Zeichen nicht erkannt. Sie suchen nicht Ihn und die größere Gabe, die er geben will. Sie suchen ihn nur, weil sie satt geworden sind, weil er ihnen zu essen gegeben hat.

Und Jesus spricht zu ihnen die Worte: „Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt“. Diese Speise ist Jesus selber. Er ist das Brot des Lebens, das lebendige Brot, das die Kraft hat ewiges Leben zu schenken. Er ist das Brot, das unseren Hunger nach Leben zu stillen vermag, unser Leben mit wahrem Sinn, mit tiefer Freude und Frieden zu erfüllen vermag.

 

Es stellt sich an uns die Frage: Wo suchen wir unseren Hunger nach Leben zu stillen? Für welche Speise mühen wir uns ab, für die Speise, die verdirbt, die vergänglich ist? Alle Angebote der Welt können den inneren Hunger des Menschen nicht stillen. Es bleibt doch immer wieder eine Leere eine Unzufriedenheit zurück.

Nur das Brot, das Gott gibt und das vom Himmel herabkommt, gibt der Welt das Leben. Es ist ein Geschenk, eine Gabe Gottes. Eines aber braucht es dazu: Den Glauben. „Wer an mich glaubt, wird nicht mehr Durst haben“. Der Glaubende wird immer weniger Verlangen nach den Dingen der Welt haben. Die heilige Theresia von Avila sagt sogar: Gott allein genügt.

Liebe Brüder und Schwestern!

Glauben heißt nicht untätig sein. Der Glaube will auch etwas tun: Zum Beispiel sich Zeit zu nehmen für dieses Brot des Lebens, wenigstens eine Stunde in der Woche. Oder auch um Priesterberufungen zu beten, denn Gott schenkt dieses lebendige Brot durch Menschen, die er auserwählt und berufen und durch die Weihe in seinen Dienst genommen hat. Der heilige Pfarrer von Ars, den wir gestern am 4. August, gefeiert haben, hat sich schwer getan beim Studium und hat seine ganze Kraft eingesetzt, um Priester zu werden, nur um einmal den Menschen die kostbarste Gabe schenken zu können. Er hat sich wahrhaft bemüht um die Speise, die nicht verdirbt. Hören wir nicht auf um Arbeiter für den Weinberg Gottes zu beten, dass es uns nie an dem Brot fehlt, das den Menschen das wahre Leben schenkt. Amen.

 

 

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