Predigt zum 20. Sonntag im Jkr, Lj B; (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; angeregt durch Gedanken von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien Lj B, S. 309-315)

Wir haben heute den dritten Teil der Rede Jesu gehört, die er in der Synagoge von Kafarnaum gehalten hat. Am letzten Sonntag haben wir gehört, dass der Glaube an ihn notwendig ist um das ewige Leben zu erlangen. „Wer glaubt, hat das ewige Leben“. Es ist der Glaube, dass Jesus das Brot ist, das vom Himmel herabgekommen ist, dass er der ist, den der Vater gesandt hat.

Heute sagt Jesus, dass es notwendig ist dieses Brot zu essen, um das ewige Leben zu haben: „Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben“. Und er sagt auch, dass er selber dieses Brot ist: „Das Brot, das ich gebe ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt“.

 

Johannes berichtet auch über die Reaktion der Juden, die dem Herrn zugehört haben. Es heißt, dass sie sich gestritten haben und sich gefragt haben: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus aber gibt keine Erklärung seiner Worte, die er gesprochen hat. Er betont nochmals, dass es notwendig ist sein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken: „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch“.

 

Oftmals ist in der Geschichte der Kirche versucht worden diese Worte symbolisch zu verstehen, in dem Sinne, dass dieses Brot das er gibt, ein Symbol oder ein Zeichen für seinen Leib sind. Jesus betont aber unmissverständlich, dass diese Worte nicht als Bild zu verstehen sind, sondern Wirklichkeit sind: „Mein Fleisch ist wirklich eine Speise, mein Blut ist wirklich ein Trank“.

Wir tun uns vielleicht etwas leichter zu glauben, wenn wir bedenken, dass die Gabe, die Jesus gibt nicht das Fleisch seines irdischen und sterblichen Leibes ist, sondern das Fleisch des auferstandenen, verklärten und in den Himmel erhöhten Jesus.  Aber es ist kein anderer Jesus als der, der auf Erden gelebt hat. Der Auferstandene trägt die Wundmale. Jesus ist in diesem Brot gegenwärtig mit der größten Tat seiner Liebe, mit seinem Opfer am Kreuz. Es ist der Leib, den er für uns hingegeben hat, das Blut, das er für uns vergossen hat.

Gott weiß, dass wir uns schwer tun an diese wirkliche Gegenwart des Herrn in diesem Sakrament zu glauben, geschweige denn es zu verstehen. Deshalb lässt er von Zeit zu Zeit ein Wunder geschehen, um uns zu helfen, an seine leibhaftige Gegenwart in der Eucharistie zu glauben.

Das bekannteste Wunder ist das Hostienwunder von Lanciano.

Im achten Jahrhundert hat dort ein Paulaner-Mönch bei der heiligen Messe gezweifelt ob es wirklich Fleisch und Blut Jesu ist. Auf einmal hatte er, nachdem er die Wandlungsworte gesprochen hat, echtes Fleisch und Blut vor sich und ist mit Tränen in den Augen fassungslos dagestanden. Er hat die Gläubigen herbeigerufen. Die Gemeinde von Lanciano hat dieses Fleisch und Blut aufbewahrt, zuerst offen befestigt auf einem Brettchen. Heute ist es in sehr würdigen Gefäßen aufbewahrt. Bis heute ist dieses Fleisch und Blut vollständig erhalten, nichts ist verwest. Das ist ja gar nicht möglich, denn es ist ja das Fleisch und Blut des lebendigen Herrn. Untersuchungen in modernen Labors haben ergeben, dass es sich bei dem Fleisch um Herzmuskeln handelt und um das Blut eines jüdischen Menschen, eines jetzt lebenden Menschen.

Liebe Brüder und Schwestern!

Die heilige Kommunion ist also die Vereinigung mit dem lebendigen Herrn Jesus und vermag daher unsterbliches, bleibendes Leben zu schenken. Wenn der Priester die Worte spricht „der Leib Christi“, antworten wir mit „Amen“. Das heißt, ich glaube, dass das, was ich empfange, nicht Brot ist, sondern wirklich Jesus selber, der sich mir mit seiner größten Liebe schenkt. So kann es nur angebracht sein, wenn wir uns nach der Kommunion Zeit nehmen für die persönliche Beziehung mit ihm: Auf ihn zu hören, er möchte mir ja etwas sagen, oder ihn zu bitten mich zuheilen, wo ich verwundet bin, mich zu befreien, wo ich gefesselt bin. Es gibt dazu ja auch schöne Kommuniongebete, wie zum Beispiel das alte Gebet aus dem 14. Jahrhundert, das auch im neuen Gotteslob auf Seite 45 abgedruckt ist:

Seele Christi, heilige mich. Leib Christi, rette mich. Blut Christi, tränke mich. Wasser der Seite Christi, wasche mich. Leiden Christi, stärke mich. O guter Jesus, erhöre mich. […]. Amen.

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