Predigt vom 3. Sonntag der Osterzeit, Lj B (Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; einige Gedanken entnommen von Manfred Wussow, Predigt zum 3. Sonntag der Osterzeit 2018 in Predigtforum der Redemptoristen)

Das Evangelium berichtet wie Jesus selber die Apostel Schritt für Schritt zum Glauben an seine Auferstehung führt.

Er tritt in ihre Mitte und als sie erschrecken und meinen einen Geist zu sehen zeigt er ihnen seine Hände und seine Füße. Als sie es aber vor Freude immer noch nicht glauben können, bittet er sie um etwas zu essen, um ihnen zu zeigen, dass nicht ein Geist vor ihnen steht, sondern Er selber leibhaftig gegenwärtig ist. Danach erinnert er sie an die Heilige Schrift, dass alles, was mit ihm geschehen ist, bei Mose, bei den Propheten und in den Psalmen aufgeschrieben ist. Er bewirkt, dass sie im Herzen von seinen Worten berührt werden: Er öffnete ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. Er öffnet ihnen die Augen des Glaubens.

So kommen die Jünger durch das geduldige Wirken Jesu zum Glauben an ihn. Der Auferstandene schenkt somit den niedergedrückten Jüngern Auferstehung inmitten ihres Lebens.

 

Jesus möchte auch uns zu österlichen Menschen machen, zu Menschen, die sich immer wieder von ihm ermutigen lassen und auch andere mit der Botschaft des Glaubens ermutigen können.

 

Wir können zum Beispiel einen Menschen ermutigen, der wegen seiner Sünden traurig geworden ist und den Frieden im Herzen verloren hat. Im Zentrum von Ostern steht die Botschaft, dass Gott uns durch seinen Sohn die Vergebung anbietet. Jesus ist die Sühne (die Wiedergutmachung) für unsere Sünden, haben wir in der Lesung gehört. Die Frucht seines Leidens und seiner Auferstehung ist die Versöhnung mit Gott, ist der Friede. Der Friede sei mit Euch, ist der Gruß des Auferstandenen. Wie sehr kann die Botschaft für einen Menschen ermutigend sein, dass Jesus selber ihn einlädt ihm die Sünden zu übergeben und seine Vergebung und seinen Frieden zu empfangen?

 

Auferstehung wird also vor allem in der Vergebung der Sünden lebendig. Wenn Sünden vergeben werden, nehmen sie den Menschen nicht mehr gefangen. Sie können ihn nicht mehr an die Vergangenheit fesseln. Sie können dem Bösen keinen neuen Auftrieb geben. Menschen stehen zu neuem Leben auf.

 

Ostern ist daher auch für die Priester eine Aufforderung den Menschen die Vergebung anzubieten, was sie besonders im Sakrament der Beichte tun. Es fehlt etwas Wesentliches, wenn in einer Kirche keine Beichtgelegenheit angeboten wird, keine Möglichkeit die Frucht von Ostern, die Vergebung zu empfangen.

 

Wir können mit der Botschaft von Ostern auch Menschen ermutigen, die wegen Angst niedergedrückt sind. Besonders die Bedrohung durch die Macht des Bösen versetzt Menschen in Angst. Zu allen Zeiten und in unterschiedlichen Formen wirkt der Böse in der Welt.

Am 4. April dieses Jahres hat sich der 50. Todestag von Martin Luther King gejährt. Er ist in den 60ziger Jahren, in denen viele Menschen seiner Hautfarbe unter Diskriminierung und Rassentrennung gelitten haben, ein österlicher Mensch gewesen. Er hat mit Überzeugung seinen Traum verkündet:

Den Traum dass die Wahrheit Alle Menschen sind gleich erschaffen
für selbstverständlich gehalten wird.

Den Traum, dass die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

An Ostern feiern wir, dass Jesus auferstanden ist und nicht mehr stirbt. Krankheit, Leiden und Tod und das Böse haben keine Macht mehr über ihn. Er ist der wahre Sieger. Ihr seid Zeugen dafür, Sagt Jesus. Wenn ich Worte suche, die trösten, aufrichten, befreien, ermutigen, verändern, wächst Ostern in mir und um mich herum. Jesus kommt als Auferstandener in unsere Mitte. Er lässt uns die Wunden sehen. Er legt uns die Schrift aus. Er öffnet unsere Augen für neues Glück, für eine neue Welt. Amen.

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