Predigt zum 30. Sonntag im Jkr, Lj B (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; angeregt durch Gedanken von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien Lj B, S. 381-386)

Zum blinden Bartimäus hat Jesus die Worte gesprochen: „Geh! Dein Glaube hat dir geholfen“. Im Evangelium ist geschildert wie er seinen Glauben an Jesus gezeigt hat.

Er sitzt auf der Straße, die von Jericho nach Jerusalem hinaufführt. Jericho ist die letzte Station für die Menschen, die von Galiläa kommen und nach Jerusalem hinauf pilgern. Die Menschen mussten also an ihm vorbeikommen.

 

Sein Glaube drückt sich vor allem in den Worten aus mit denen er um Hilfe ruft: „Sohn Davids, Jesus, habe Erbarmen mit mir“!

Er nennt Jesus Sohn Davids, damit bekennt er ihn als Messias. Denn nach dem Alten Testament ist der Messias der „Sohn Davids“. Jesus lässt es geschehen, dass er ihn öffentlich so nennt. Früher hat er es den Menschen, die von ihm geheilt worden sind, verboten von ihm zu reden, weil die Gefahr bestanden hat, in ihm nur einen Wunderheiler zu sehen. Jetzt lässt es Jesus geschehen, dass man ihn Sohn Davids nennt, denn er steht ja unmittelbar vor Jerusalem, wo ihn Leiden, Tod und Auferstehung erwarten, die ihn zum Messias machen. Er ist nicht nur gekommen um Menschen leiblich gesund zu machen, sondern auch die Seele zu heilen von den Wunden der Sünden und ihnen so das wahre Heil zu schenken. Er ist somit das Licht der Welt.

 

Der Blinde bekennt ihn öffentlich als Messias und er schenkt ihm sein ganzes Vertrauen. So ist er als Blinder ein Sehender, ein Glaubender.

 

Sein Glaube zeigt sich auch dadurch, dass er sich von den Menschen in der Pilgergruppe, die ihn zum Schweigen bringen wollten, nicht entmutigen lässt, sondern noch lauter ruft. In seinem Herzen ist er fest davon überzeugt, dass Jesus ihm helfen kann.

Und als ihn Jesus herbeirufen lässt, zeigt Bartimäus seinen Glauben darin, dass er sofort seinen Mantel fallen lässt, aufspringt und auf Jesus zu läuft. Er ist also nicht sitzen geblieben.

Als Jesus ihn fragt, was er für ihn tun soll, zeigt sich sein Glaube darin, dass er seine Bitte ausspricht: „Rabbuni – mein Meister – ich möchte wieder sehen können“.

 

Das Beispiel des blinden Bartimäus ist für uns eine Ermutigung den Glauben an Jesus zu leben. Von Bartimäus werden wir gestärkt uns öffentlich zu Jesus zu bekennen, sich nicht zum Schweigen bringen zu lassen. In unserer Zeit werden die Kräfte immer stärker, die uns hemmen öffentlich von Jesus zu reden.

Wie Bartimäus ruft uns Jesus zu sich und möchte auch für uns Heiland und Erlöser sein. Unser Glaube zu ihm zeigt sich auch darin, dass wir nicht sitzenbleiben, sondern aufstehen und dort hingehen wo er gegenwärtig ist, besonders in der heiligen Messe, in der Anbetung, in den Sakramenten.

 

Unser Glaube zu ihm zeigt sich also auch, wenn wir wie Bartimäus im Gebet unsere Not vor Gott aussprechen. Das Aussprechen ist wichtig. Was nicht ausgesprochen ist, wird nur schwer Heilung erlangen. Das betrifft besonders auch die seelischen Wunden.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Wir sind eingeladen auch Maria, die Mutter der Glaubenden, zu bitten, dass sie uns hilft den Glauben an Jesus zu leben. Jesus hat sie uns am Kreuz zur Mutter gegeben. Und wie Johannes, so sind wir eingeladen sie als unsere Mutter anzunehmen. Das tun wir besonders, wenn wir uns ihrem Herzen weihen. Vom 5. November an besteht wieder die Möglichkeit, die Andacht, „33 Schritte mit Maria zu Jesus“, mitzumachen und sich so auf die Weihe an ihr Unbeflecktes Herz am 8. Dezember vorzubereiten. Im Vorbereitungsheft, das als kleines Geschenk von mir am Schriftenstand aufliegt, heißt es: „Wenn wir uns Maria überlassen, wird sie uns ihren ganz einfachen Glauben vermitteln, ihre mutige Hoffnung und ihre glühende Liebe“. Amen.

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