Predigt zum 31. Sonntag im Jkr, Lj. B (Pfr. Rupert Toferer)

Im heutigen Evangelium antwortet Jesus auf die Frage nach dem ersten Gebot

mit dem Gebot der Gottes- und Nächstenliebe. Der Schriftgelehrte, der mit dieser Frage zu Jesus gekommen ist hat die Lehre Jesu angenommen und mit seiner Antwort bestätigt. Jesus sagt zu ihm, dass er mit Verständnis geantwortet hat und er darf die Zusage hören: „Du bist nicht fern vom Reich Gottes“.

 

Gott ist die Liebe. Seine Wesen ist Liebe. Das Leben nach dem Gebot der Liebe zu Gott und den Nächsten bedeutet daher Gott nahe zu sein, was den Menschen mit Freude und Frieden erfüllt. Alles in unserem Leben, was nicht der Gottes- und Nächstenliebe entspricht trübt die Freude und den Frieden in uns.

 

Wer glücklich sein will, stellt sich daher die Frage: Wie geht das Gott zu lieben?

In der Hinführung zu diesem Gebot heißt es: „Höre Israel“. Das Hören auf Gott ist bereits Liebe zu ihm, wie auch das Hören auf den Mitmenschen Liebe zum Ausdruck bringt.

 

Die Liebe zu Gott ist auch in dem Bekenntnis enthalten: Jahwe, unser Gott Jahwe, ist einzig, bzw.: der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Anzuerkennen, dass es keinen anderen Gott gibt, heißt zugleich auch, anzuerkennen, dass wir ihm allein alles verdanken, uns selber und die ganze Welt. Liebe ist nicht zuerst ein Geben, sondern ein Beschenkt werden. Wir sind beschenkt durch die Schöpfung. In die Natur hinausgehen und den Reichtum zu entdecken, wie sehr wir von Gott beschenkt sind und ihm dafür zu danken, ist Liebe zu ihm.

 

Gott will uns nicht nur durch seine Werke beschenken. Er ist ja in uns gegenwärtig und will uns mit seinem göttlichen Leben erfüllen. Sich Zeit für etwas Stille zu nehmen, um sich auf seine Gegenwart in uns zu besinnen und von ihm zu empfangen, ist Liebe zu ihm.

 

Gott ist gegenwärtig in unseren Mitmenschen und wirkt in ihnen Gutes. Anzuerkennen wie reich wir durch unsere Mitmenschen beschenkt sind und dafür dankbar zu sein, ist ebenso auch Gottesliebe.

 

Gott ist  gegenwärtig in den Sakramenten, besonders in der Eucharistie. Der kürzlich heiliggesprochene Papst Paul der VI. betont  in seiner Enzyklika Mysterium fidei die Gegenwart Jesu auch nach der heiligen Messe: „… auch nach […] dem Vollzug des Sakramentes, bei der Aufbewahrung der heiligen Eucharistie in den Kirchen oder in den Oratorien, ist Christus der wahre Emanuel, der >Gott mit uns<. Tag und Nacht weilt er in unserer Mitte und wohnt in uns voll Gnade und Wahrheit“ (Zit. nach L´Osservatore Romano 12.10.2018/Nr. 41 S. 5). Wir sind eingeladen gerne bei ihm zu verweilen und uns von ihm lieben zu lassen und so auch die Kraft zu empfangen die Gottesliebe zu leben, wie sie Jesus gelehrt hat:

„Wer mich liebt, hält fest an meinem Wort“. oder:

„Wer meine Gebote hat und sie hält, ist es, der mich liebt“.

Gottesliebe ist die Fähigkeit seinen eigenen Willen zurückzunehmen und sich für seinen Willen zu entscheiden. Im Vater unser bitten wir um diese Kraft Gott zu lieben mit den Worten: „Dein Wille geschehe“. Das schönste Vorbild für die Gottesliebe ist Maria. Sie hat ja gesagt zum Willen Gottes und ist ihm treu geblieben bis unter das Kreuz.

 

Am Kreuz hat Jesus sie uns zur Mutter gegeben. Und wie Johannes, so sind wir eingeladen sie als unsere Mutter anzunehmen. Das tun wir besonders, wenn wir uns ihrem Herzen weihen. Vom 5. November an sind wir wieder eingeladen sich innerhalb von 33 Tagen auf die Weihe an ihr Unbeflecktes Herz am 8. Dezember vorzubereiten. Wenn wir immer mehr dem Willen Gottes entsprechen wollen, „dann ist Maria der kürzeste, leichteste, vollkommenste und sicherste Weg, sagt uns der heilige Ludwig Maria von Montfort“ (Zit. nach Vorbereitungsheft „33 Schritte mit Maria zu Jesus“, Legion Mariens, S. 6.) Sie hilft uns, dass wir uns mehr mit Jeus vereinigen, der für uns die Kraft ist die Gottes- und Nächstenliebe zu leben. Amen.

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