Predigt zum 33. Sonntag im Jkr, Lj. B (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; angeregt durch Gedanken von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien Lj. B, S. 398-405)

Am Ende des Kirchenjahres hören wir Worte, die vom Ende der Welt sprechen. Die Welt, wie sie jetzt ist, wird nicht für immer bestehen bleiben. Sie ist vergänglich. „Die Gestalt dieser Welt vergeht!“, sagt der Apostel Paulus (1 Kor 7,31). Dass die Welt vergänglich ist, bekommen wir täglich vor Augen gestellt, wenn wir die Nachrichten aufdrehen. Noch nie hat es so viele Erdbeben, Stürme, Fluten, Dürre, Hungersnöte und Kriege gegeben wie in unserer Zeit.

Diese Ereignisse hat Jesus in seiner Endzeitrede vorausgesagt, und wir sollen in ihnen Zeichen erkennen, die darauf hinweisen, dass das Ende nicht mehr weit weg ist, dass es schon „vor der Tür steht“.

Jesus verkündet aber nicht nur den Untergang der Welt, sondern mit ihm auch seine Wiederkunft. Das Ziel der Menschheitsgeschichte ist nicht das Ende der Welt, sondern die Ankunft des Herrn auf den Wolken des Himmels in großer Macht und Herrlichkeit. Das wird der Tag der Freude für alle sein, die im Glauben an ihn gelebt haben. Es ist der Tag an dem der Herr sie für immer zu sich holt.

Diese Botschaft ist ein Trost besonders für die Christen, die oft wegen ihres Glaubens verlacht oder benachteiligt, verfolgt oder gar umgebracht werden. Die Engel, die der Herr aussendet in alle Windrichtungen, werden niemand übersehen, der zu ihm gehört. Sie werden sie einzelnen dort abholen wo sie gerade sind in den fernsten Winkeln der Erde und sie zu Jesus bringen, der sie als ihr Bräutigam in die ewige himmlische Hochzeit führen wird.

Seine Wiederkunft in Herrlichkeit wird aber auch der Tag des Gerichts und der Scheidung sein: „Von denen, die im Land des Staubes schlafen, werden viele erwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur Schmach, zu ewigem Abscheu“ (Dan 12,2). Oder: „Von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, wird einer mitgenommen und einer zurückgelassen. […].“ (Mt 24,40-41).

Im Evangelium weist Jesus auch darauf hin, dass jenen Tag und jene Stunde niemand kennt, nur der Vater. Immer wieder versuchen Menschen genaue Zeitspekulationen anzugeben, wann es geschehen wird. Das ist aber nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass wir an seine Wiederkunft glauben und so leben, dass er jederzeit kommen kann. Wer an seine Ankunft glaubt, wird nicht einfach so dahinleben als ob es kein Ziel gibt. Er wird auf den hin leben, der kommen wird. Das zeigt sich darin, dass er sich entscheidet die Verbindung mit Jesus zu leben, sich Zeit nimmt für das Gebet, für den Gottesdienst indem er gerne auf sein Wort hört und es aufnimmt und so sein Leben auf festem Fundament stellt. „Himmel und Erde werden vergehen aber meine Worte werden nicht vergehen“. Wir brauchen nicht spekulieren, wann er wiederkommen wird, sondern uns entscheiden nach dem Wort Gottes zu leben und immer wieder zu ihm zurückzukehren.

Gott will uns nicht alles voraussagen. Er will uns überraschen mit etwas ganz Großem. Die Freude ist größer, wenn wir überrascht werden. Das haben wir als Kinder schon erlebt. Wenn ich weiß, was ich zu Weihnachten bekomme, dann ist die Freude nicht so groß, wenn die Bescherung da ist. Wenn ich aber überrascht werde mit etwas, das ich gar nicht erwartet habe, dann ist die Freude viel größer. Gott will, dass unsere Freude groß ist, wenn er kommt.

Liebe Brüder und Schwestern!
In diesen Tagen feiern wir die Heilige Elisabeth, die sich entschieden hat nach dem Wort Gottes zu leben, vor allem die Worte Jesu von der Nächstenliebe. Ihre ganze Habe und Kraft hat sie eingesetzt für Arme und Kranke und war bereit selber die niedrigsten Dienste zu tun. Bitten wir sie um ihre Hilfe vom Himmel her, dass es auch uns gelingt die Mitmenschen zu lieben ihnen Gutes zu tun und wir so mit einem christlichen Leben darauf hinweisen, dass es ein großes Ziel für uns über diese Welt hinaus gibt. Amen.

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