Predigt zum 3. Adventsonntag im Lj. C (Rupert Toferer Kössen/Schwendt; gedanklich angeregt von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien Lj C, S 21-26).

Am letzten Sonntag haben wir gehört wie Johannes der Täufer von Gott zum Propheten berufen worden ist: „Das Wort des Herrn erging an ihn“. Die erste Aufgabe des Täufers ist die Verkündigung des Wortes Gottes. Heute haben wir gehört, dass Menschen betroffen sind vom Wort des Johannes und sie fragen: Was sollen wir tun?

Es werden drei Berufsgruppen genannt, die mit dieser Frage zu Johannes an den Jordan kommen. Zuerst sind es Leute, die ein ganz gewöhnliches Leben führen in Familie und Beruf. Ihnen antwortet Johannes: „Wer zwei Gewänder hat, gebe eines davon dem, der keines hat und wer zu essen hat, der handle ebenso“. Die Umkehr besteht im Teilen der Güter, die uns gegeben sind.

Dann sind es Zöllner, die nicht geachtet waren, weil sie mehr verlangt haben als vorgeschrieben war und sich selbst bereichert haben. Ihnen antwortet Johannes: „Verlangt nicht mehr als (gesetzlich) festgelegt ist“. Umkehr besteht also in der Entscheidung gerecht zu sein.

Dann sind es die Soldaten, die nicht jüdischer Herkunft sind, sondern der römischen Besatzungsmacht angehören. Auch sie kommen zu Johannes und hören von ihm die Worte: „Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit eurem Sold“. Umkehr bedeutet für sie, die Gewalt, die ihnen gegeben ist, nicht zu missbrauchen. Sie ist ihnen gegeben, um den Frieden zu erhalten.

Wir sehen, dass Johannes von den Menschen nicht verlangt, dass sie so leben sollen wie er, dass sie von zu Hause weggehen und alles verlassen müssen. Er schickt die Menschen, die zu ihm gekommen sind und ihm zuhören, wieder in ihre Familie und in ihr Berufsleben zurück. Dort wo sie leben, in ihrer Familie, in ihrem Beruf, dort sollen sie umkehren. Inhalt seiner Standespredigt ist der Ruf zur Nächstenliebe: Teilen, gerecht sein, Gewalt oder Autorität nicht missbrauchen, sondern mit ihnen den Menschen dienen.

Auf die Frage, ob er selbst der Messias ist, antwortet Johannes, dass er nur mit Wasser tauft. Es kommt aber einer, der stärker ist als er und der mit dem Heiligem Geist und mit Feuer tauft. Die Wassertaufe ist ein sichtbares Zeichen, dass Menschen umkehren wollen. Aber in ihr ist noch nicht die Kraft den Menschen zu verändern und ihn neu zu machen. Erst durch die Taufe mit dem Heiligen Geist ist das Feuer im Herzen des Menschen, das ihn reinigt und neues Leben schenkt. Durch den Heiligen Geist ist die Liebe Gottes in unseren Herzen ausgegossen, sagt der Heilige Apostel Paulus (Vgl. Röm 5,5).

Liebe Brüder und Schwestern!

Der Aufruf im Advent mehr zu beten, mehr Zeit für Stille zu nehmen und auf Gott zu hören, auf manches zu verzichten, haben letztlich zum Ziel, dass der Heilige Geist noch mehr in uns wirken kann und uns fähig macht die Umkehr zu leben, die Johannes verkündet, die Umkehr zur Liebe im täglichen Leben. Amen.

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