Predigt zum 4. Adventsonntag im Lj. C 2018 (Rupert Toferer Kössen/Schwendt; gedanklich angeregt von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien Lj C, S 27-30).

Am Zweiten und dritten Adventsonntag haben wir vom Auftreten des heiligen Johannes des Täufers gehört. Ihn hat Gott gesandt, um die Menschen auf das Kommen seines Sohnes vorzubereiten und ihm den Weg in die Herzen der Menschen zu ebnen. Johannes hat den Menschen in der Kraft des Heiligen Geistes das Wort Gottes verkündet. Die Leute haben erkannt, wo sie sich vom Willen Gottes entfernt haben. Johannes hat ihnen so geholfen ihre Sünden zu erkennen und sich bewusst zu werden, dass sie einen Erlöser brauchen.

Heute am vierten Adventsonntag wird unser Blick auf Maria gewendet und durch sie auf ihren Sohn. Nachdem ihr der Engel Gabriel Maria die Botschaft verkündet hat, dass sie ein Kind empfangen wird durch das Wirken des heiligen Geistes und sie die Mutter des Sohnes Gottes werden soll, ist sie zu ihrer Base Elisabeth aufgebrochen. Der Engel hat ihr ein Zeichen gegeben, das sie stärkt im Glauben, dass für Gott nichts unmöglich ist. Er hat ihr mitgeteilt, dass ihre Verwandte Elisabeth, die als unfruchtbar galt, noch in ihrem hohen Alter einen Sohn empfangen hat. In freudiger Erwartung diesem Zeichen zu begegnen, ist sie zu Elisabeth geeilt.

Aber bei diesem Besuch ereignet sich viel mehr als nur die Bestätigung des Zeichens. Nachdem Maria das Haus des Zacharias betreten und Elisabeth begrüßt hat, hüpft das Kind Johannes in ihrem Schoß. Johannes ist schon als ungeborenes Kind im Leib der Mutter mit der Freude erfüllt worden, dass nun der Messias da ist. Er jubelt über den Herrn, dem er so nahe sein darf. Der letzte Sonntag, der dritte Advent-Sonntag der auch „Gaudete“ genannt wird, hat uns zur Freude aufgefordert: „Freuet euch, der Herr ist nahe“

Von Johannes können wir lernen, was der tiefste Grund unserer Freude ist, dass in Jesus Gott zu uns gekommen ist, als unser Erlöser und Heiland.

Wir verkünden diese Freude, wenn wir im Lied Stille Nacht, heilige Nacht, das heuer seinen 200. Geburtstag feiert, die Worte singen: „Jesus, der Retter ist da“. Das ist der Grund unserer Freude, dass Gott uns in Jesus den Retter gesendet hat. Diese Botschaft besagt, es ist nicht notwendig zu lange traurig zu sein, wenn es Verfehlungen und Dunkelheiten im Leben gibt. In Jesus ist jedem Menschen der geschenkt, der ihn erlöst, der Licht für sein Leben ist.

Nachdem das Kind im Schoß seiner Mutter den Freudensprung gemacht hat, wird Elisabeth mit dem Heiligen Geist erfüllt und nennt Maria die Mutter ihres Herrn: „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt“? Damit bekennt sie, dass es nicht ein gewöhnliches Kind ist, das Maria in ihrem Schoß trägt, sondern dass dieses Kind der Herr und Messias ist, den Gott der Vater sendet.  Maria ist daher die Gesegnete, die Begnadetste unter den Frauen. Und gesegnet ist die Frucht ihres Leibes, Jesus. Durch ihn werden alle Völker der Erde Segen erlangen.

Der Heilige Geist bewegt Elisabeth auch Maria selig zu preisen, weil sie geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Maria wird wegen ihres Glaubens seliggepriesen. Ihr Glaube zeigt sich darin, dass sie den Worten vertraut, die Gott durch den Engel zu ihr gesprochen hat. Sie vertraut, dass diese Worte Wahrheit sind, dass sie in Erfüllung gehen werden.  Ihr Glaube zeigt sich ebenso in der Antwort, die sie dem Engel gegeben hat: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe, wie du es gesagt hast“. Sie ist bereit ihren eigenen Willen zurückzunehmen und ganz auf den Willen Gottes einzugehen, eine Dienerin für Gott zu sein.

Liebe Brüder und Schwestern!

Wir verehren Maria als Mutter und Vorbild der Glaubenden. Bitten wir sie um ihre Fürsprache, dass auch in uns der Glaube wächst, der uns zu Weihnachten verkündet wird: „Heute ist euch der Retter geboren, Christus der Herr“, und dass uns der Glaube bewegt ihm unser Herz zu öffnen und uns von ihm mit seinem Frieden beschenken zu lassen. Amen.

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