Predigt zum Fest der Taufe Jesu im Lj C (Rupert Toferer Kössen/Schwendt; gedanklich angeregt von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien Lj C, S 55-58).

Das Fest der Taufe Jesu beendet den weihnachtlichen Festkreis und leitet zum kirchlichen Jahreskreis über. Obwohl uns Jesus schon als erwachsener Mann begegnet, ist die Botschaft der Taufe Jesu noch mit der Botschaft von Weihnachten verbunden. Die Taufe Jesu bestätigt, was der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria und was der Engel des Herrn den Hirten über Jesus verkündet haben. Maria hat die Botschaft empfangen, dass ihr Kind Sohn des Höchsten und Sohn Gottes genannt werden wird. Den Hirten auf dem Feld ist die Botschaft verkündet worden, dass in Jesus der Retter geboren ist, Christus der Herr.

Bei der der Taufe Jesu bestätigt der Vater im Himmel, dass Jesus sein geliebter Sohn ist, an dem er Wohlgefallen hat. Dass der Heilige Geist auf Jesus herabkommt, bestätigt, dass er der Christus ist, der Messias, der mit dem Heiligen Geist Gesalbte. Alle sehen den Heiligen Geist sichtbar in Gestalt einer Taube auf Jesus herabkommen. Alle hören die Stimme des Vaters. Mit dem Geschehen der Taufe Jesu bestätigt Gott also öffentlich vor dem Volk, dass Jesus der langersehnte Messias, der Sohn Gottes ist und stärkt uns im Glauben an ihn.

Das Geschehen der Taufe Jesu bestätigt auch, was Johannes der Täufer gesagt hat, dass er mit Wasser tauft, dass einer kommen wird, der stärker ist als er, der die Menschen mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen wird. Mit Jesus ist dieser Stärkere gekommen. Erst die Taufe, die er spendet, vermag die Sünden abzuwaschen und den Heiligen Geist mitzuteilen und so die Menschen zu Kindern Gottes zu machen.

Auch wir haben dieses Geschenk der Taufe empfangen. Jesus hat die Erbschuld von uns abgewaschen und uns mit seinem Geist erfüllt und uns so zu einem geliebten Kind Gottes gemacht. Der Heilige Geist ist in uns, die Fülle des göttlichen Lebens: Liebe, Freude Friede … Und doch bringen wir oft nicht diese Früchte hervor.

Wir sind verbittert, lieblos und ohne inneren Frieden und Freude. Der Grund liegt darin, dass wir uns zu wenig Zeit nehmen für diesen großen Gast, der in uns ist. Wenn zum Beispiel ein Freund zu Besuch kommt, kann man nur von ihm empfangen, wenn man sich für ihn Zeit nimmt und nicht mit sich selber beschäftigt ist.

Bei der Taufe Jesu heißt es im Lukasevangelium: „Und während er betete, öffnete sich der Himmel und der Heilige Geist kam (…) auf ihn herab“. Der Heilige Geist kommt, während Jesus betet, während Jesus im Gespräch mit Gott ist. Das Gebet Jesu hat die Wirkung den Himmel zu öffnen und den Heiligen Geist zu empfangen. Von einem Urlaubspriester aus Deutschland, habe ich den Spruch bekommen der von CharleHaddon Spurgeon stammt: „Wer den Schlüssel des Gebetes hat, kann den Himmel öffnen“.

Dieser Spruch verdeutlicht den Wert und die Kraft des Gebetes. Im Gebet ist die Kraft, die den Himmel öffnet, der in uns ist. Es ist das Mittel durch das Gott sich mit uns vereinigt.

Mir ist zurzeit das Gebetsblatt sehr wertvoll, das der Leiter des Einkehrtages, Thomas Paul Kodiyan, im Herbst vergangenen Jahres vorgestellt hat. Es trägt den Titel „Persönliches Gebet“ und erinnert daran, dass durch die Taufe der Dreifaltige Gott in uns wohnt. Es enthält mehrere Schritte durch die alle Bereiche unseres Menschseins dem Dreifaltigen Gott übergeben werden mit der Bitte dass er sie reinige und heilige und mit den Früchten, Gaben und Charismen des Heiligen Geistes erfülle. Ich spüre, dass mich tagsüber mehr Kraft im Inneren erfüllt und es mir gelingt auch in Widerwärtigkeiten in der Liebe und im Frieden zu bleiben und so als Kind Gottes die Freude zu bewahren.

Liebe Brüder und Schwestern!

Auch im Tagesgebet zum heutigen Festtag der Taufe Jesu haben wir eine ähnliche Bitte ausgesprochen: „Gib, dass auch wir (…) in deinem Wohlgefallen stehen und als deine Kinder aus der Fülle dieses Geistes leben“. Amen.

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