Predigt zum 2. Sonntag im Jkr, Lj C 2019 (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; gedanklich angeregt durch P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj C, S 166-172).

Wir sehen Jesus Christus auf einer Hochzeit. Sicher hat er nicht nur an dieser Hochzeit teilgenommen. Er ist ganz Mensch gewesen und hat Freud und Leid mit den Menschen geteilt. Der Wein ist in der Bibel ein Bild für Überfluss, für Lebensfülle, für Freude. Wenn Jesus auf der Hochzeit von Kana Wasser in Wein verwandelt, dann hat er dafür gesorgt, dass die Freude, die Lebensfülle auf der Hochzeit erhalten bleibt.

Die Hochzeit ist in der Bibel auch ein Bild für die Beziehung Gottes zu seinem Volk, das er sich erwählt und geliebt hat. Im Buch des Propheten Hosea wir das Verhältnis zwischen Gott und seinem Volk im Bild einer Ehe ausgedrückt. Auch in der ersten Lesung der heutigen Messe haben wir vom bräutlichen Verhältnis gehört, das Gott mit dem Rest des Volkes eingegangen ist, das vom Exil heimgekehrt ist: „Wie der junge Mann sich mit der Jungfrau vermählt, so vermählt sich mit dir Dein Erbauer. Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich“.

Diese Bilder aus dem Alten Testament sind im Neuen Testament Wirklichkeit geworden. In Jesus Christus hat Gott seine bräutliche Beziehung zu uns Menschen verwirklicht. Jesus hat sich für uns hingegeben und uns als seine Braut erworben.

Die Hochzeit von Kana ist daher ein Bild für den neuen und ewigen Bund, den Jesus durch seinen Tod und seine Auferstehung mit uns geschlossen hat. Die Worte: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen“, und auch, dass er seine Mutter mit „Frau“ anspricht, sind Hinweise auf die Stunde seines Todes und seiner Auferstehung. An zwei Stellen spricht Jesus seine Mutter als Frau an: Bei der Hochzeit in Kana und vom Kreuz herab, wo er seine Mutter dem Jünger und damit der ganzen Kirche zur Mutter gibt: „Frau, siehe Dein Sohn“.

Der Wein, den Jesus bei der Hochzeit in Kana im Überfluss gibt, verweist daher auf die Gabe, die er am Kreuz gibt, auf die Gabe seines Blutes. Es ist der Brautpreis, den er bezahlt hat, damit wir seine Braut sein können und an der Fülle seines Lebens teilnehmen dürfen. „Durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden“, heißt es im Epheserbrief (1,7). Es ist die Gabe der Erlösung, die Gabe des Lebens, die Jesus gibt. Diese Gabe der Erlösung und des Lebens, die Christus gegeben hat, hört nicht auf für uns zu fließen. Sie ist für uns geflossen als wir die Taufe empfangen haben. Er hat uns in seinen Tod und in seine Auferstehung hineingetaucht und uns reingewaschen und uns neues Leben gegeben. Das weiße Taufkleid ist das Brautkleid das wir erhalten haben.

Diese Gabe der Erlösung und des Lebens lässt Jesus immer wieder fließen, wenn wir die heilige Messe feiern: „Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes. Mein Blut, das für euch und für viele vergossen wir, zur Vergebung der Sünden“. Die heilige Messe ist die Hochzeit, zu der uns Christus als unser Bräutigam einlädt. Er beschenkt uns mit der Gabe seiner größten Liebe. Wir dürfen mit dem Wasser des Alltags hinkommen, wenn uns die Freude und die Kraft fehlen, um die Pflichten der täglichen Aufgaben zu erfüllen. Jesus verwandelt das Wasser unseres Lebens.

Liebe Brüder und Schwestern!

Maria ist es, die bei der Hochzeit von Kana Jesus um den Wein bittet. Sie ist es auch, die unter dem Kreuz ihren Sohn um die Gabe der Erlösung bittet. Bitten wir Maria um ihre Fürsprache für alle, die sich von Jesus entfernt haben und nicht mehr aus den Quellen der Sakramente schöpfen, denen der Wein, die Gnade, ausgegangen ist. Auf der Hochzeit von Kana gibt uns Maria auch einen Hinweis, wie es richtig ist als Braut Christi zu leben: „Tut, was er euch sagt“. Das ist die Haltung der Braut, die auf den Bräutigam hört und tut was er sagt. Da ist auch Maria das schönste Beispiel. Bitten wir sie um ihre Fürsprache, damit es uns gelingt als Braut Christi zu leben und uns die Gnade Christi nicht ausgeht und wir mit seiner Kraft und Freude erfüllt sind. Amen.

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