Predigt zum 3. Sonntag im Jkr, Lj C (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt)

Wir haben im ersten Teil des heutigen Evangeliums den Anfang des Lukasevangeliums gehört. Lukas beginnt sein Evangelium mit einer Einführung. In diesen einführenden Worten bekräftigt er, dass sein Bericht über das, was Jesus getan und gelehrt hat, zuverlässig ist. Zur Zeit der Abfassung des Lukasevangeliums, sind schon schriftliche Aufzeichnungen von Worten und vom Wirken Jesu vorgelegen. Lukas hat bereits das Markusevangelium als Vorlage gehabt. Es sind ihm aber noch andere schriftliche Quellen zur Verfügung gestanden. Diese ersten schriftlichen Aufzeichnungen über das, was Jesus gesprochen und getan hat, stammen von „Augenzeugen“ und von „Dienern des Wortes“, wie wir gehört haben. Das sind vor allem die Apostel gewesen. Lukas hat möglicherweise die Apostel, die zu seiner Zeit noch gelebt haben, selber fragen können. Mit dem heiligen Paulus ist er auf Missionsreisen gewesen.

Lukas hat sich die Mühe gemacht, alle schriftlichen Unterlagen, die schon dagewesen sind, einzusehen und sie der Reihe nach zu ordnen, und er hat ihnen sein Gepräge zu geben. Seine Erzählungen über das Wirken Jesu entspringen also nicht der eigenen Fantasie, sondern beruhen auf einem gründlichen Studium der vorliegenden schriftlichen Überlieferungen, die von Augenzeugen stammen. Wir dürfen also den Worten und Erzählungen im Lukasevangelium größtes Vertrauen entgegen bringen. Es sind historische Ereignisse, von denen er berichtet. (Zu diesen Gedanken vgl. P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj C, S 173-175).

Im zweiten Teil des heutigen Evangeliums berichtet Lukas vom ersten öffentlichen Auftreten Jesu nach seiner Taufe im Jordan. Erfüllt vom Heiligen Geist, den er bei der Taufe im Jordan empfangen hat, ist Jesus wieder nach Galiläa zurückgekehrt und hat in den Synagogen gelehrt. Er ist als Wanderprediger in Galiläa unterwegs gewesen und ist so auch in seine Heimatstadt Nazareth gekommen. Lukas weist darauf hin, dass Jesus am Sabbat wie gewohnt in die Synagoge ging.

Dieser kleine Zusatz „wie gewohnt“ erinnert daran, dass Jesus in den 30 Jahren seiner Kindheit und Jugend, wöchentlich am Sabbat am Gottesdienst in der Synagoge teilgenommen hat.

Das, was die Eltern mit ihm in Nazareth getan haben, ist ihm zur Gewohnheit geworden. Eine gute Gewohnheit ist eine Hilfe im Leben. Man kann den Eltern nur danken, wenn sie uns geholfen haben sich daran zu gewöhnen am Sonntag die heilige Messe mitzufeiern.

In der ersten Lesung aus dem Buch Nehemia haben wir auch von Menschen gehört, die sich versammeln und gemeinsam auf das Wort Gottes hören. Eine kleine Schar aus dem Volk Israel, die vom Exil nach Jerusalem heimgekehrt ist, versammelt sich in der noch halbzerstörten Stadt unter freiem Himmel, um auf das Wort Gottes zu hören und den Bund mit Gott zu erneuern. Es wird berichtet, dass die Menschen angefangen haben zu weinen, als sie die Weisungen Gottes aus dem Gesetzbuch des Mose gehört haben. Das Wort Gottes ist ihnen zu Herzen gegangen. Es hat Reue über vergangene Sünden erweckt und sie bewegt sich neu für Gott zu entscheiden, den Bund mit ihm zu erneuern. Diese Wirkung des Wortes Gottes hat den Priester Esra veranlasst den Menschen zu verkünden:

„Nun geht, haltet ein festliches Mahl und trinkt süßen Wein! Schickt auch denen etwas, die selbst nichts haben; […] Macht euch keine Sorgen, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke“.

Die Freude am Herrn, die darin besteht, dass er ein Gott ist, der verzeiht, der einen neunen Anfang schenkt.

Liebe Brüder und Schwestern!

Im Lese Jahr C, in dem wir jetzt sind, hören wir an den Sonntagen im Jahreskreis Evangelien vom heiligen Lukas. Mögen seine Worte, von denen er einleitend sagt, dass sie zuverlässig sind, uns zu Herzen gehen und uns Nahrung für unseren Glauben an Jesus Christus sein. Er hat aufgeschrieben, was Gott durch Jesus gewirkt hat und immer noch wirkt, dass er den Armen die Gute Nachricht verkündet, Menschen, die vom Bösen gefangen sind, befreit und Kranke heilt.  

Mögen seine Worte uns Freude am Herrn schenken, die Kraft für unser Leben ist. Amen.

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