Predigt zum 5. Sonntag im Jkr, Lj C 2019 (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt)

In beiden Lesungen und im Evangelium haben wir heute von Menschen gehört, die Gott in seinen Dienst gerufen hat. In der ersten Lesung ist es Jesaja, den Gott in einer himmlischen Vision zum Propheten beruft. In der zweiten Lesung berichtet Paulus über seine Berufung zum Apostel. Im Evangelium ist es Simon Petrus, den Jesus vom Fischer am See Genezareth zum Menschenfischer beruft.

Diese Texte lassen uns erkennen, dass Gott Menschen beruft, die Schwächen haben, die nicht ohne Mängel und Makel sind. Die Heilige Schrift berichtet, dass es denen, die Gott beruft, auch bewusst ist unwürdig zu sein. In der Begegnung mit Gott strahlt ihnen seine Heiligkeit auf und es wird ihnen ihre menschliche Schwachheit und Unzulänglichkeit bewusst. Im Licht wird der Schatten sichtbar. So hat sie Gott zur Demut geführt, zur Erkenntnis ihrer eigenen Sündhaftigkeit. Der Prophet Jesaja drückt sie mit den Worten aus: „Ich bin ein Mensch mit unreinen Lippen“, der Apostel Paulus mit den Worten: „Ich bin der geringste von den Aposteln, ich bin nicht wert Apostel genannt zu werden“, und Petrus bekennt: „Herr, geh weg von mir, ich bin ein Sünder“. Die Demut ist die Voraussetzung für das Wirken Gottes in ihnen. Wenn sie selber stark sind, kann Gott nicht in ihnen wirken. Erst wenn sie selber schwach sind, kann Gott in ihnen wirken, sie reinigen, durch sie sprechen und durch sie Großes tun. Wir sehen wie wertvoll es ist sich immer wieder in die Gegenwart Gottes zu begeben und in seinem Licht zur Selbsterkenntnis geführt zu werden. So erlangen wir die Haltung der Demut, ohne die uns Gott nicht als sein Werkzeug in seinen Dienst nehmen kann.

Die Lesung und das Evangelium machen auch sichtbar, dass Gott nur Menschen berufen kann, die auf sein Wort hören wollen und die sich auf das Wort Gottes einlasen und ihm vertrauen. Jesaja hört die Stimme Gottes: „Wen soll ich senden?“ Er lässt sich ganz auf diese Worte Gottes ein indem er antwortet: „Hier bin ich, sende mich!“ Zu Petrus spricht Jesus die Worte: „Fahr hinaus, wo es tief ist“.

Obwohl die Nacht die günstige Zeit ist Fische zu fangen, ist Petrus dem Wort Gottes gehorsam. Gegen seine Erfahrung als Fischer lässt er sich auf das Wort Gottes ein und befolgt die Anweisung Jesu.

Er darf erfahren, welchen Erfolg der Gehorsam zum Wort Gottes mit sich bringt. (Zu diesen Gedanken vgl. P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj C, S 189-190).

Auch wir sind Menschen, die von Gott beschenkt und von ihm gesendet sind. Niemand ist zufällig auf der Welt. Mit jedem von uns hat er eine Aufgabe. In unserem Leben geht es darum zu erkennen, was sein Plan mit uns ist. Und so ist es immer wieder auch notwendig Entscheidungen zu treffen, größere Entscheidungen, die unser ganzes Leben betreffen aber auch kleinere Entscheidungen, die der Alltag mit sich bringt. Das Beispiel des Apostels Petrus oder auch des Propheten Jesaja und des heiligen Paulus sagen uns wie wertvoll es ist auf Gott zu hören und nachdem zu handeln, was sein Wille ist.

Und so ist auch für uns der Weg zum Glück, wenn wir nicht nur schnell nach dem entscheiden, was der Verstand sagt, sondern vorher ins Gebet gehen. Der Gedanke mit dem ich in Frieden bin, ist es dann meistens, was dem Willen Gottes entspricht und Erfolg und Freude mit sich bringt. Ein väterlicher Freund von mir ist nicht müde geworden mir unzählige Male zu sagen, dass es wichtig ist auf die Stimme des Gewissens zu hören und erst dann zu entscheiden, wenn sie deutlich spricht.

Liebe Brüder und Schwestern!

Von den Leuten, die sich am See Genezareth um Jesus gedrängt haben, hat es im heutigen Evangelium geheißen, dass sie das Wort Gottes hören wollten. Sie haben Hunger nach Seinem Wort. Bitten wir Gott um die Sehnsucht nach seinem Wort, nach seiner Stimme in unserem Herzen, um so immer nach seinem Willen zu entscheiden, was Erfolg und Glück für unser Leben bedeutet. Amen. d

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