Predigt zum 2. Fastensonntag im Lj C (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; gedanklich angeregt durch P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj C, 66-70).

Am Anfang dieses Evangeliums von der Verklärung Jesu am Berg steht eine Zeitangabe. Es heißt: „Etwa acht Tage nach diesen Worten nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus mit sich und stieg auf einen Berg, um zu beten“.

Vor acht Tagen hat Jesus seinen Jüngern zum ersten Mal sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung angekündigt. Inzwischen hat er ihnen keine neue Botschaft gegeben. Er hat ihnen acht Tage lang Zeit gegeben, um über diese Worte nachzudenken. Die Botschaft vom Leiden und Sterben Jesu hat überhaupt nicht zu ihrer Vorstellung vom Messias gepasst und sie wollten diese Worte wahrscheinlich gar nicht wahrhaben.

Mit seiner Verklärung auf dem Berg stärkt Jesus drei seiner engsten Apostel. Sie haben am Berg das Reich Gottes erleben, den Himmel spüren dürfen. Es ist kein Wunder, dass sie dort bleiben und nicht mit Jesus nach Jerusalem gehen wollten, wo sich sein Leiden ereignet. Dieses Himmelserlebnis hat ihnen Jesus geschenkt, um sie zu stärken an ihn zu glauben, dass er der Sohn Gottes ist, auch wenn er jetzt vom Leiden und Sterben spricht und dann wirklich diesen Weg geht.

Auf dem Berg erscheinen Mose und Eija, die Vertreter des Alten Bundes, Mose als Vertreter des Gesetzes und Elja als Vertreter der Propheten. Sie sprechen am Berg vom Ende Jesu, das er in Jerusalem erfüllen sollte. Was Mose und die Propheten über den Messias vorausgesagt haben – dass er leiden werde – wird hier auf dem Berg bestätigt. Das Ende Jesu in Jerusalem ist das Kreuz. Die ganze Botschaft des Alten Testamentes steuert hin auf die Ankunft des Erlösers und auf sein Ende in Jerusalem. Das Kreuz ist daher der Mittelpunkt der ganzen Menschheitsgeschichte. Die Menschheit, die sich am Anfang durch die Sünde von Gott getrennt hat, wird durch das Kreuz Christi wieder zu ihm zurückgeführt.

Der Vater selbst bereitet sich das reine und makellose Opfer, durch das er die Welt mit sich versöhnt und zu ihm heimholt. Nicht wir versöhnen uns mit Gott, sondern Gott versöhnt sich mit uns.

Am Kreuz erkennen wir, dass es Gott um unser Heil geht, dass er nicht den Tod des Sünders will, sondern, dass er umkehrt und lebt.

Wir sind besonders jetzt in der österlichen Bußzeit eingeladen die Versöhnung anzunehmen, die Gott uns durch das Kreuz Christi anbietet. Wir nehmen sie an, wenn wir das Sakrament der Versöhnung empfangen.

Petrus wollte Jesus mit dem Bau von drei Hütten festhalten. Jesus aber hat den Berg der Verklärung verlassen und ist den Weg nach Jerusalem für uns bis ans Ende gegangen. Er hat sich für den Weg der Liebe entschieden, einer Liebe die bis zum Letzten gegangen ist. Dieses Ende ist aber auch der Durchgang zum neuen Leben gewesen. „Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen“, belehrt Jesus die Emmaus Jünger.

Liebe Brüder und Schwestern!

Am Berg hat Jesus die Jünger gestärkt, indem sie seine Herrlichkeit sehen durften. Er schenkt auch uns im Leben immer wieder Erfahrungen seiner Nähe. Besonders die Heilige Messe ist jedes Mal ein Taborerlebnis, bei dem wir dem Himmel nahe sind. Jesus schenkt uns manchmal auch die Freude seine Gegenwart tiefer spüren zu dürfen, um unseren Glauben an ihn zu stärken, besonders wenn es uns nicht so gut geht. Er schenkt uns solche Glückserfahrungen, um uns zu stärken mit ihm den Weg des Kreuzes zu gehen. Der Weg des Kreuzes ist der Weg der Liebe, der Liebe zu Gott, die darin besteht mit Jesus zu sagen: Vater, dein Wille geschehe und der Liebe zu den Menschen, die sich darin zeigt, dass wir nicht für uns, sondern für andere leben. Amen.

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